Samstag, 29. August 2015

Groß Wasserburg - Spreewald

Wir fahren weiter. Unser heutiges Ziel liegt im Spreewald. Angekommen finden wir einen sehr schön inmitten der Natur gelegenen Stellplatz vor. Der Platzwart ist überaus freundlich und erzählt uns, was man hier alles erleben kann.

Wir beginnen mit einer kleinen Fahrradrunde und der Einkehr in den einladenden Biergarten vor Ort. Hier gibt es alles rund um die bekannte Spreewaldgurke - sogar Gurken- und Gurken-Rhabarber-Bier, und das schmeckt sogar beides gar nicht schlecht!





Am nächsten Tag nehmen wir uns wieder mehr Zeit. Wir wollen zum Aussichtsturm auf dem Wehlaberg. Der Name verrät es bereits: Es gibt hier tatsächlich einen Berg, obwohl die Gegend augenscheinlich mit seinen vielen Wasserkanälen recht eben erscheint. Entstanden ist der Berg als ein Überbleibsel der letzten Eiszeit, ein Moränenzug eines Gletschers. An seinem höchsten Punkt steht auf 144 m üNN besagter Aussichtsturm. Das klingt nach nicht viel, dennoch ist der Weg hinauf mit den Fahrrädern gelegentlich anstrengend. Die Strecke verläuft durch einen Wald und ist trotz der Anstrengungen wieder einmal sehr schön.







Der Aussichtsturm selbst hat eine Höhe von 28 m. Von seiner Plattform aus werden wir mit einem tollen Rundumblick belohnt, sogar einzelne Hochhäuser des 54 km entfernten Berlin lassen sich am Horizont erkennen.

Ansonsten blickt man auf viel Wald ... und das da:





Was da wie ein riesiger Pilz aus dem Wald ragt, ist die Anfang der 90er Jahre gebaute Fertigungshalle für den Cargolifter, ein Zeppelin, der speziell zum Transport großer Lasten konzipiert war, ein Konzept, die bislang seit Jahrzehnten aus der Mode gekommenen Zeppeline wiederzubeleben sollte. Der Bau der Produktionshalle wurde fertig gestellt, allerdings niemals ein Zeppelin darin gebaut, da das ganze Programm als unrentabel gekippt wurde, mit anderen Worten: die Investoren pleite waren. Was übrig blieb, war die 107 Meter hohe, 360 Meter lange und 210 Meter breite Halle, weltweit übrigens die einzige freitragende Halle dieser Größe, ihre Innenfläche bemisst 66.000 qm. Die Zeppelin-Werfthalle, deren Baukosten sich auf 78 Millionen Euro beliefen, stand bis 2003 ungenutzt leer ehe sich ein neuer Investor aus Malaysia fand, der die 6,6 Hektar für 17,6 Millionen Euro erstand und in eine exotische Badelandschaft, dem "Tropical Island" verwandelte. Mehr dazu später.

Nachdem wir auf dem Aussichtsturm ein wenig verschnauft haben, radeln wir weiter. Nun geht es bergab, wie herrlich! Ab dem Wendepunkt unsere Radrundfahrt befinden wir uns wieder in der Ebene des Spreewalds, nun kommen wir vorbei am Schwanensee, Mittelsee und dem Pichersee. Wieder einmal sind wir begeistert, wie schön es hier und wie unberührt die Natur hier ist. Es folgt das kleine Dorf Köthen am Köthner See, wo uns ein kleines Café wie gerufen kommt, ehe wir das letzte Stück Weg zurück zum Camper radeln. Für Max war diese Strecke toll, tapfer ist er mitgelaufen.











Zurück am Wohnmobil steckt mir persönlich noch diese große Zepplinhalle in der Nase, nicht zuletzt deshalb, weil unsere Versuche, online Tickets zu buchen irgendwie immer scheiten und wir nicht in Erfahrung bringen können, ob überhaupt im Voraus gebucht werden muss.

Meine drei Mitstreiter haben keine List mehr, also radele ich "schnell" nochmal alleine los ... e-Bike macht's möglich. Das Tropical Island ist gute 12 Kilometer entfernt. Wieder komme ich durch Wald, erst über Waldwege, doch dann über einen sehr schön ausgebauten Radweg, der weit abseits der Straße verläuft. Ohne Hundeanhänger kann ich in die Pedale treten und komme zügig vorwärts.

Und so dauert es nicht lange, bis sich das Ungetüm von Halle vor mir erhebt:







Freundliches Personal stattet mich mit den gewünschten Informationen und Prospekten aus, mit denen ich die Rückfahrt antrete. Jedenfalls sieht es aus, als hätten wir jetzt einen Plan ...


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