Samstag, 29. Februar 2020

Freiwillige Quarantäne und Ciao ciao

Da wären wir also. Und irgendwie ist das Nachhause kommen diesmal anders. In den Medien und Nachrichten ist das Corona-Virus allgegenwärtig und  unumstrittenes Thema Nummer eins. 

Obwohl wir versucht haben, uns von allem fernzuhalten, ist ein Rest-Risiko natürlich vorhanden. Also werden wir uns 14 Tage einigeln und uns mit Begrüßungsritualen bedeckt halten. 

Und trotzdem ist es natürlich nicht so, als wäre uns zuhause langweilig, denn die kommenden Tage, die ich an jeder Reise am wenigsten mag, haben wir erst einmal zu tun: das Wohnmobil ausräumen, alles wieder auf Vordermann bringen, einen Berg Post sichten, und richtig ankommen. 

Und damit sind wir auch angekommen am Ende dieser Reise. Schön war sie! Das Wetter war mit ganz wenigen Ausnahmen super toll, vielleicht 10 richtige Regentage waren dazwischen, welche bei sechs Monaten allerdings gänzlich zu vernachlässigen sind. 

Viel Neues haben wir gesehen und erlebt. Rückblickend muss ich mir eingestehen, dass es mir in Griechenland sehr gut gefallen hat ... und das, obwohl ich mit dem festen Vorsatz hingefahren bin, dass ich es doof finden will. So kann man irren! 😂

Viele nette Menschen haben wir getroffen, wieder gesehen und neu kennen gelernt - immer sind es nicht zuletzt diese Begegnungen, die unsere Reisen zu etwas Besonderem machen! 

Und wie immer danken wir an dieser Stelle wieder unseren geneigten Leser/innen für Euer ungebrochenes Interesse an unserem Geschreibsel und diesem Blog, welcher nun bis zu unseren nächsten Abenteuern ruhen wird.

Bis dahin - bleibt uns gewogen und vor allen Dingen gesund!

Ciao ciao, Eure OCEVIs
Gaby, Willi & Benny





Ein halbes Jahr Herumtreiben rächt sich immer ein bißchen:







Freitag, 28. Februar 2020

„Bringt Sonne mit!“

... so der einstimmige Wunsch aus der Heimat. 

Bereits auf der Nordseite des St. Gotthard Tunnels begrüßt uns ein einheitliches Grau. Und je weiter wir fahren, umso weniger ändert sich etwas daran.

Für zuhause sind sogar Schneefällen vorhergesagt. Und tatsächlich fängt es 10 Kilometer vor unserer Haustür kräftig an zu schneien. Wir packen es gerade noch rechtzeitig - eine halbe Stunde später steht der Verkehr auf der Autobahn, vor unserer Haustür dreht sich ein PKW im Kreis, ehe auch hier der Verkehr zum Erliegen kommt. 

Home Sweet Home - wir sind wieder da! 

An „Bringt Sonne mit!“ haben wir aber anscheinend was gründlich falsch verstanden ... 



















Donnerstag, 27. Februar 2020

Unsere Heimreise

Es folgen ein paar anstrengende Tage. Obwohl alles reibungslos läuft, fährt in Gedanken das Corona-Virus doch irgendwie mit.

Allerdings können wir Menschenkontakt ganz gut vermeiden, selbst auf der Fähre. Sie kommt uns ungewöhnlich leer vor, trotzdem igeln wir uns in unserer Kabine ein. Benny, der es ja gar nicht gewohnt ist, in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu werden, erträgt das Eingesperrtsein mit stoischer Gelassenheit und macht stattdessen Frauchen die Koje streitig.

In Genua angekommen, rollen wir wie gewohnt von der Fähre, es gibt keine Kontrollen oder ähnliches. Es ist früher Abend, und ein bißchen sitzen uns die Grenzübergänge der Schweiz im Nacken ... also geben wir Gas und fahren noch am gleichen Abend Richtung Como.

Unsere Sorge war jedoch unbegründet: der Grenzübergang der Schweiz liegt völlig im Dunklen, nicht eine Menschenseele ist zu sehen. Auch anderntags an der deutschen Grenze werden wir nicht kontrolliert, im Gegenteil: im Kontrollhäuschen sitzen fünf junge Kerle - und jeder einzelne von ihnen guckt auf sein Handy. Willkommen im 21. Jahrhundert.







Schnee auf dem St. Gotthard. 






Montag, 24. Februar 2020

Schatten im Paradies

In Macari genießen wir die Tage in vollen Zügen, wohl wissend, dass sie gezählt sind, und bald die Heimreise ansteht.

Über die Reiseagentur Turisarda in Düsseldorf buchen wir für Anfang März unsere Fährüberfahrt nach Genua. Bis dahin sind noch ein paar Tage Zeit, wir saugen Macari nochmal in vollen Zügen ein, gehen spazieren, gucken viel auf‘s Meer, und fotografieren den Sonnenuntergang hinter dem Monte Cofano zum einhundertsten Mal, weil einer schöner ist als der andere, jeden Morgen freuen wir uns über den Brötchen-Bringservice

... und dann fällt jäh ein Schatten auf unser Paradies: in Norditalien grassiert plötzlich das Corinavirus, wir lesen von der Abriegelung mehrerer Ortschaften, die Zahl der Infizierten steigt sprunghaft, die Nervosität ist groß, die Nachbarländer sind in Alarmbereitschaft und auch das Wort „Grenzschließung“ fällt hier und da. Mist.

Natürlich sind auch wir verunsichert und überlegen, was wir tun sollen. Abwarten? Vermutlich wird die Situation bis Anfang März eher schlechter als besser. Umbuchen und sich der „gefangenen“ Situation an Bord eines Schiffes aussetzen? Die Fähre stornieren und über Land heimfahren?

Letztere Idee gefällt uns zunächst am besten in der Hoffnung, Gebiete flexibler umfahren zu können. Allerdings spricht der Faktor „Zeit“ dagegen. Bis Norditalien sind wir vier bis fünf Tage unterwegs. Wer weiß, was bis dahin alles passiert ...?!

Also setzen wir alles auf eine Karte: wir buchen die Fähre um und können heute Abend an Bord gehen. 

Das ist ein unerwartet schneller und irgendwie nicht wirklich schöner Abschied von unserem Lieblingsplatz Macari.


















Donnerstag, 20. Februar 2020

Roller Tour Richtung Zingaro Nationalpark

Von Macari aus fahren wir mal eine Runde Roller. 

San Vito lo Capo präsentiert sich wie im Winter üblich. Jetzt, an einem Wochentag, ist alles geschlossen und verschlafen, die Pesceria am Leuchtturm und sogar „unser“ Café haben zu. 

Wir gucken uns noch ein wenig die Gegend an und rollern weiter in südöstliche Richtung durch die Berge.

Steil geht es rauf und runter, immer wieder mit schönen Aussichten auf die traumhafte Landschaft rundum.

Die Straße ist jedoch eine Sackgasse und endet am nördlichen Eingang zum Zingaro Nationalpark. Diesen darf man nur zu Fuß betreten, als Verkehrsmittel sind höchstens Fahrräder erlaubt, oder aber hoch zu Ross. Angesichts der ausgedehnten Größe des Parks und ohne Zugriff auf ein passendes Pferd, drehen wir aber heute wieder um. 






















Dienstag, 18. Februar 2020

Neuer Tag, gleiches Spiel

Am nächsten Tag sind wir wieder beizeiten in der Werkstatt. Wieder parken wir „Heck draußen“, wieder kommen wir sofort dran, wieder wird vorne links alles zerlegt - damit man sofort mit dem Einbau beginnen kann, sobald das nachbestellte Teil da ist. Insgeheim bin ich am beten, dass sich die Lieferung nicht aus irgendeinem blöden Grund doch noch verzögert und wir am Ende genauso schlau sind wie am Tag zuvor ...

Aber nein, das Teil kommt und ehe die Jungs in die wohlverdiente Mittagspause verschwinden, stehen wir wieder auf vier Beinen und OCEVI ungewohnt senkrecht. Juchu, wir sind startklar!



Bevor wir „entlassen“ werden folgt natürlich noch das dicke Ende dieser Affäre: dieses zusätzliche Teil hat es nun doch erschreckend teuer werden lassen, aber das ist nunmal nicht zu ändern.

Glücklich verlassen wir den Hof, gehen noch rasch einkaufen und schlagen dann den Weg zu unserem Ziel ein, als Willi nur wenige Meter später das Kupplungspedal „entgegen springt“! 

Wir drehen um und fahren zurück zur Werkstatt ...

Wieder wird schnell geholfen, es ist nur eine Kleinigkeit, dennoch werkeln sie eine ganze Stunde daran rum. Diese Reparatur geht diesmal auf‘s Haus, wie nett, dankeschön!

Und dann, dann kratzen wir in Marsala die Kurve, nix wie weg ... die letzten zwei Tage in Wartestellung waren trotz Rumhängen und Nichtstun irgendwie anstrengend.

Unser Junghund Benny hat sich übrigens tapfer geschlagen angesichts der fehlenden Bewegungsfreiheit - unsere Bestechung: er durfte ins Bett!





Und jetzt:

Aller guten Dinge sind Drei: MACARI !


Montag, 17. Februar 2020

Aber: Satz mit „x“ ...!

Der Liebe Gott hat‘s leider nicht gehört.

Die kaputte Drehstabfederung lässt sich nicht von der Hülse trennen, die das ganze Ding hält, entweder weil verbogen, oder vom Salz festgefressen, oder beides.
Fieberhaft begeben sie sich auf die Suche nach einem Ersatzteil mit möglichst kurzer Lieferzeit. Heute wird es allerdings nichts mehr.

Ein Fahrzeug zerlegen, während das „Hinterteil“ außerhalb der Halle steht, entpuppt sich im Nachhinein als ziemlich sinnfrei. Sie flicken uns notdürftig zusammen, so dass wir rollen können, ihre Halle wollen sie natürlich über Nacht schließen. 




Wir schleichen zurück zu dem 800 Meter entfernten Parkplatz der letzten Nacht ... und harren der Dinge, die da morgen kommen.

Wie meint Willi treffend? 

Nicht umsonst nennt man Sizilien „Nordafrika“.