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Dienstag, 19. November 2019

Dankeschön an unsere Leser/innen

40.000 Clicks! 😮 WOW !!!

Den OCEVI Blog gibt es nun seit etwas mehr als vier Jahren. So viele Zugriffe in dieser Zeit machen uns ein bißchen stolz und gleichzeitig sind wir ganz gerührt von so viel Interesse an unserem Geschreibsel.

Daher an dieser Stelle einmal ein fettes Dankeschön an Euch da draußen, denn Euer Interesse ist unser Ansporn!

Gerne darf die Kommentar Funktion genutzt werden und in der „Web Version“ des Blogs gibt es nun die Möglichkeit, sich als Follower einzutragen. Wir sind gespannt, wer alles dabei ist. 

Viele liebe Grüße, Eure drei OCEVIs








Mittwoch, 13. November 2019

Verwüstungen

Der Wind hat sich beruhigt. Wir überlegen, wie wir weiterfahren. Da es uns in dieser Gegend gut gefällt, möchten wir noch ein bißchen bleiben. 

Also fahren wir dazu noch einmal zurück in Richtung Marina di Pisticci und klappern unterwegs verschiedene Strände ab. 

Doch oje! Überall ist die Wucht der Naturgewalten sichtbar. Unterwegs sehen wir zahlreiche umgestürzte Bäume. Viele Strände sind gar nicht mehr da, die Parkplätze davor mit Wasser und Matsch überflutet. Derzeit ist es nirgendwo wirklich richtig schön. Der immer noch dunkle Himmel unterstreicht das düstere Szenario zusätzlich.

Schließlich landen wir wieder in Marina di Pisticci. Die Camper Gemeinschaft ist gerade dabei, sich wieder einzufinden. Alle haben das Unwetter gut überstanden.

Aber auch hier bietet der Strand einen betrüblichen Anblick. Viele der Strandbuden hat es getroffen, Dächer hat es fortgeweht, Betonplattenwege und -terrassen hat es wie Legosteine durcheinander gewirbelt, die Wellen haben viel Planzenreste angespült und damit nahezu die gesamte Strandfläche bedeckt, dadurch ist deutlich sichtbar, wie weit das Meer auf Land vorgedrungen ist. Und die immer noch anstehende Brandung ist eine unschön braun schäumende Brühe ...











Auch Kalabrien und Sizilien hat das Wetter der letzten Tage heftig getroffen. Wir sehen von überall traurige Bilder im Internet und von unseren Freunden ... schlimm.

Dienstag, 12. November 2019

Waschtag

Da wir diesen Tag also mehr oder weniger langweilig abwettern müssen, entscheiden wir uns kurzerhand nach Policoro zu fahren, dort soll es einen Selfservice Waschsalon geben.

Rasch werden wir fündig und staunen! Picobello sauber und tipptopp! Das Angebot riesig: von den modernen Waschmaschinen (10 und 16 kg) und Trocknern, bieten sie Kaffee, Kinderspielecke, Schließfächer, Steckdosen für Handy & Co., sogar ein Becken für Handwäsche und Nadel & Faden, falls mal was kaputt sein sollte. Toll. 













Dieser Salon verdient zu Recht seinen Namen: „Wash & Relax“, sogar Willi ist beschädigt:



Der Salon liegt in einer Sackgasse, dennoch ist auch für unseren Dicken genug Platz.



Alles in allem: volle Punktzahl von uns! 👍

40°12′17.65″N 16°40′16.35″E




Sturm ...

Montags brechen wir und auch alle anderen Camper am Strand von Marina di Pisticci die Zelte ab - es ist (zu)viel Wind im Anmarsch, der genau auf unsere Breitseite stehen würde. Die meisten der anderen suchen Deckung auf einem nahe gelegenen Parkplatz, wir hingegen nutzen die Gelegenheit zur Ver- und Entsorgung und fahren dazu weiter.

Wir werden fündig in Marina di Novo Siri, einem offiziellen Wohnmobil mit entsprechender Einrichtung. Bei Ankunft ist der Platz verwaist und mit einer Schranke verschlossen. Aber wir finden eine Telefonnummer und wenige Minuten später ist ein sehr freundlicher Daniele vor Ort und lässt uns rein. Er möchte fünf Euro für die Nacht, das ist „kein“ Geld, finden wir.

Der Platz liegt gute 500 Meter vom Strand entfernt, zwischen ihm und uns ein Streifen dichter Bewuchs. Wir entscheiden zu bleiben. Sollte der Wind zu stark werden, haben wir im Ort Parkplätze gesehen, auf die wir ausweichen könnten. 

Zunächst kümmert sich Willi mal ausgiebig um den OCEVI, leert und spült mal gründlich alle Tanks, während ich mir mit Benny den Strand angucke. Er ist sauber, aber irgendwie nicht ganz so schön wie der letzte, das Meer und die Stimmung darüber ist träge und diesig ... die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. 

Am frühen Abend hören wir plötzlich das Meer rauschen! Wie oft auch auf CAPELLA erlebt: die Wellen kommen lange vor dem Wind.

Nachts zieht ein Gewitter am nächsten über uns hinweg (oder war es nur ein einziges? 🤷‍♀️) und entlädt wahre Wassermassen. Und dann am frühen Morgen ...:





Von einer Minute auf die nächste bricht der Wind los! Es ist, als habe jemand einen Schalter umgelegt. Beinahe augenblicklich kracht es im Wald hinter uns, als habe jemand mit der Axt hinein geschlagen - mehrer dicke Äst brechen wie Zahnstocher ab, alles was nicht niet- und nagelfest ist, setzt sich in Bewegung: Müllcontainer, der Sonnenschirm des Betreibers, seine aufgestellten Schilder. 

Unsere Bekannten Sabine & Chabo WhatsApp-en:

„Na, steht Eure Schrankwand noch?“

Lautlach - so hat uns noch niemand genannt! 😂

Ja, tut sie! Wir stehen bei diesen Bedingungen erstaunlich ruhig, das Gebüsch zwischen uns und Strand hat gehalten, was es versprochen hat. Die um uns herum tosenden Geräusche der Natur sind jedoch fast ohrenbetäubend und haben etwas unheimliches und zugleich faszinierendes an sich.

Am Vormittag lässt der Regen nach, wir nutzen die Pause für einen Spaziergang entlang der pompös gemachten (und absolut müllfreien! 👍) Promenade. Auch hier sind leider viele Bäume abgebrochen oder gar ganz umgefallen.



Der Wind bläst immer noch in Böen zuweilen sehr heftig. Der Strand ist nahezu komplett in der tosenden Brandung verschwunden, selten haben wir in Italien solche Kaventsmänner gesehen, laut WindfinderPro sollen sie bis zu fünf Meter hoch sein bzw. noch werden. 





Das Wetter soll noch einen Tag lang anhalten. Wir bleiben, denn wir stehen wirklich geschützt. Ab morgen Mittag ist der Spuk laut Vorhersage vorbei, dann sieht es hier wieder so friedlich aus wie erst gestern noch:












Sonntag, 10. November 2019

Marina di Pisticci

Der Blick auf die Wettervorhersage veranlasst uns, weiterzufahren - es soll regnen und dazu sehr stürmisch werden an unserem Standort bei Marrugio.

Wir lassen Taranto links liegen, nachdem wir in einem Auchan ein paar Besorgungen gemacht haben. Hierbei fällt uns auf, dass die Italiener bereits in Steppjacken eingemummelt sind, während wir immer noch in kurzen Hosen, Röckelchen und ohne Socken rumspringen. Auf dem Thermometer stehen 24 Grad, für uns also noch lange kein Grund, den Kleiderschrank umzuräumen. Allerdings wird inzwischen schon gerüstet für Weihnachten ... in drei Wochen ist der 1. Advent. So wie wir noch auf „warm“ gepolt sind, müssen wir direkt aufpassen, das wir das nicht irgendwie vertrödeln. 

Die Strandparkplätze nordwestlich von Taranto lachen uns irgendwie alle nicht an. Außer den üblichen Müllbergen ist dort gar nichts. 

So landen wir am Nachmittag in Marina di Pisticci - einem Ort von dem wir schon gehört haben: unsere Freunde Petra & Gunther stehen gerne hier, ebenso wiederum Freunde von ihnen. 

Und tatsächlich: tadaa! Hier stehen mal ein paar Wohnmobile - sechs an der Zahl. Im Vorbeifahren bleiben wir an einem davon stehen, das Pärchen sitzt gemütlich in der Sonne. Wir quasseln ein wenig und irgendwann komme ich auf die Idee zu fragen:

„Ihr seid nicht zufällig Heike & Jürgen?“

Große Augen! „... doooch ...!“

Witzig! Und kleine Welt! Sie warten hier auf Petra & Gunther, die sich bald in der fernen Heimat auf den Weg machen ... wie wir alle vier wissen!   😁

Jedenfalls gibt es schlechtere Plätze zum Ausharren. Sogar der Müll hält sich vergleichsweise in Grenzen.

Der Strand ist darüberhinaus ein Traum: 100 Meter tief und kilometerlang. Die ansässigen Strandbars sind bereits eingewintert und der Platz ist weiträumig. Wir suchen uns ein Eckchen aus und bleiben. 

Von dem angekündigten Wetter bekommen wir hier am frühen Abend nur die Ausläufer mit. Wir können aber sehen, dass es dort, von wo wir herkommen, ordentlich blitzt und kracht.