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Dienstag, 27. Oktober 2020

Husum

Nächster Halt: Hüsem - so heißt Husum auf friesisch.

Der Stellplatz hier ist nicht schön, aber sehr zentral gelegen. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem Rundgang durchs Stadtzentrum. 

Uns fällt auf, dass die Menschen anfangen, wieder rücksichtsvoller miteinander umzugehen und auch im Freien überall Abstand halten, oder sich sogar bedanken, wenn man es selber tut. Es sind bedrückende Zeiten, auch wenn für uns heute wieder die Sonne lacht.

Husum hat eine architektonisch hübsche Innenstadt mit vielen niedlichen und individuellen Geschäften. Da macht schon alleine das Window-Shopping Spaß. 

Und es gibt einen Spiele-Laden mit allen Brett- und Kartenspielen dieser Welt! So etwas habe ich lange nicht gesehen - dort müsste ich mich mal über Nacht einschließen lassen ... Lange nicht mehr gespielt, kaufen wir den Klassiker „Scrabble“. 

Später am Tag will Willi das Wort „KÄQEUDU“ (für Kakadu) nicht anerkennen ... wir lachen bis Bauchweh. Köstlich. Wenigstens kurzzeitig sind die Corona Sorgen mal vergessen. 




















Montag, 26. Oktober 2020

Feuer frei ...!

Wir haben irgendwie eine Rolle rückwärts gemacht und sind wieder in Niebüll.

Bennys Tabletten-Kur und die Karenzzeit danach ist rum, nun gilt es testen zu lassen, ob wir der Parasiten Herr geworden sind. 

Da in Nordfriesland die Entfernungen nicht so groß sind, werden wir nochmals bei „unserer“ Tierärztin vom letzten Mal vorstellig: alles prima! Das Testergebnis ist negativ und Benny wieder fit!

Das heißt auch: endlich wieder mit Artgenossen spielen, rennen und toben. Feuer frei!












Sonntag, 25. Oktober 2020

Tauchstation auf Nordstrand

Das Wochenende versprach, nass und usselig zu werden, wir haben uns auf die Halbinsel Nordstrand verkrümmelt. 

Hier gibt es das „Wohnmobil-Land“, ein netter und zur Zeit kaum besuchter Stellplatz. Allerdings muss man hierher wollen, denn rundum gibt es mal grad gar nichts. Die fünf Wohnmobil-Kollegen, zwei fern gelegene Bauernhöfe und die Schäfchen auf dem Deich - das sind unsere einzigen Nachbarn.








Freitag, 23. Oktober 2020

Strandtag am Rochelsand

Herrlich hier!

Nach unserem Frühstück laufen wir los. Innerhalb von Minuten kann hier das Wetter wechseln, von leicht bewölkt und sonnig ist es plötzlich bedrohlich dunkel und dann genauso schnell wieder strahlend blau. 

Wir tun, was man halt so am Strand tut: Löcher buddeln, spazieren gehen, Drachen steigen lassen, dumm in der Sonne sitzen und aufs Meer schauen.

Hat was!







Und nur wenig später: bääääm: 










Schade, dass wir hier nicht übernachten dürfen.



Frühstück am Strand

Beizeiten verlassen wir unseren „Luxusplatz“, denn wer nicht „um Uhr“ verschwunden ist, zahlt den Tagespreis noch einmal.

Dann frühstücken wir doch lieber am Strand. Auf die acht Euro Parkgebühr kommt es jetzt auch nicht mehr an. 

So schön der Strand von St. Peter-Ording auch ist, sie lassen sich ihr „bissi Sand“ ganz schön teuer bezahlen.








Willi hat irgendwo gelesen, dass im Sommer bis zu 3.000 Pkw hier parken. Wir rechnen: bei 2 Personen pro Fahrzeug macht das inkl. Kurtaxe mehr als drei Millionen Euro in drei Monaten. 

Not bad. Und dann hat der werte Gast noch nicht geschlafen, gegessen und getrunken ...


Donnerstag, 22. Oktober 2020

Bei den Schönen & Reichen

Nun ist es nur noch ein Katzensprung zur Haute Volaute in St. Peter-Ording. Wir fahren hin. Jetzt sind wir hier, jetzt nehmen wir es mit.

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Aber Du lieber Scholli! Hier wird von den Lebendigen genommen! 

Auf dem Stellplatz vor Ort bekommen wir den letzten freien Platz zugewiesen und berappen stolze 31 € dafür (ohne Service und Strom!). Sauber. Aber wat mutt, dat mutt. 

Der bekannte Rochelsand Strand liegt für den Preis allerdings direkt übern Deich vor uns. Viele Drachen tanzen im Wind und von weitem sieht es vorne am Wasser recht voll aus. Einheimische meinen allerdings, das sei derzeit gar nichts, im Sommer hätte man hier nicht treten können. Vorstellbar.

Wir orientieren uns nach rechts weg, wo augenscheinlich nichts los ist, und tatsächlich können wir sogar Benny flitzen lassen. Einen Hundestrand finden wir dann auch, und fern am Horizont leuchtet der Westerhever Leuchtturm in der Sonne.

















Das Eidersperrwerk

Unsere sehr windige Nacht hat einen Vorteil: anderntags sind die Wolken verblasen und uns begrüßt wieder die Sonne.

Tönning liegt an dem Stück der Eider, wo diese fast seeähnlich breit wird. Das heißt: das Eidersperrwerk ist nicht mehr weit weg. Rechts und links dieses imposanten Bauwerks kann man parken, um es zu besichtigen. 

Gebaut wurde es zwischen 1967 und 1973, und hat seither das Binnenland vor 179 Sturmfluten mit bis zu 2,5 Metern Höhe bewahrt, drei waren bis 5 Meter hoch und eine sogar noch höher. 

Die Konstruktion der Fluttore in Kombination mit dem sich darin befindlichen Autotunnel ist durchaus beeindruckend. Für passierende Schifffahrt gibt es eine gesonderte Schleuse.

Und was uns am meisten freut: über allem zwar unverändert Wind, aber auch strahlend blauer Himmel. 


























Mittwoch, 21. Oktober 2020

Schietwedder in Tönning

Nun haben auch wir es grau-in-grau. Aber das ist nicht weiter schlimm. Einzig unsere Batterien gehen etwas in die Knie. In den letzten vier Wochen haben wir mit dem OCEVI bisher nur einmal an der Steckdose gehangen, ansonsten kamen wir dank der vielen Sonne ganz gut zurecht. Aber jetzt, da die Tage merklich kürzer werden, kommen wir doch recht schnell an unsere Grenzen, wenn die Sonne eben nicht scheint. Mit etwas schwerem Herzen brechen wir in Meldorf-Hafen auf. 

Wir haben übrigens aufgrund der Corona-Lage in Deutschland entschieden, unseren Aufenthalt im Hohen Norden zu verlängern - die Fallzahlen sind derzeit hier um die Hälfte niedriger als zuhause. 

Im Süden liegt die Elbe vor uns. Also machen wir kehrt und fahren wieder Richtung Norden. Das Städtchen Tönning soll nett sein, haben wir gehört. Und es gibt einen Stellplatz direkt an der Eider. Wir finden Platz. 

Wir hängen den Dicken an die Steckdose, und weil wir nicht aus Zucker sind, laufen wir trotz Regen los ins Städtchen. Einen Vorteil hat das Wetter: wir sind so gut wie alleine unterwegs. 

Tönning ist wirklich niedlich, hat einen kleinen süßen Hafen und besteht überwiegend aus putzigen alten Ziegelsteinhäusern, manche Fassade neigt sich bedenklich. Das Zentrum besteht weitestgehend aus einem großen Marktplatz vor der Kirche, der aber derzeit leider eine einzige große Baustelle ist.

Nichtsdestotrotz bummeln wir einmal quer durch und zurück, bewundern die viele maritime und andere Kunst, frau kauft sogar eine Kleinigkeit, und zwei Stunden später sind wir trotz Schirm ein wenig durchnässt mit pitschnassem Wauz am Fahrzeug zurück.

















Im Nachhinein stellen wir fest, dass wir trotz Regen dennoch richtiges Glück mit dem Wetter hatten bei unserem Spaziergang durch Tönning. 

Kaum sind wir zuhause kommt ein strammer und böiger Wind auf, jetzt klatschen die Regentropfen fast waagerecht gegen den OCEVI. Dummerweise steht der Wind auf unsere Breitseite. Normalerweise würden wir uns in den Wind drehen oder uns woanders in den Windschatten stellen, aber mit Kabel in der Steckdose klappt das heute leider nicht. 

Bis in die frühen Morgenstunden tost der Wind in den rundum stehenden Bäumen und unsere fahrbare Schrankwand bebt und wackelt - Schlafen ist schwierig. 

Richtiges Schietwedder halt ...