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Donnerstag, 24. Februar 2022

Bei Licht betrachtet

… ist unsere Stoßstange immer noch kaputt und nicht schön, aber insgesamt sind wir froh, dass nicht noch mehr passiert ist!

Willi hat zwar die Firmenpapiere und den Ausweis des Verursachers (der es nach eigenen Worten gar nicht war) fotografiert, wir sind aber davon überzeugt, dass wir bei einem rumänischen Gegner nicht wirklich viel erreichen werden, außer weiterhin Nerven daran zu verschwenden … 






Wir sind übrigens im „Heimfahrmodus“ auf der Autobahn Richtung Norden … Wer uns kennt, weiß was das bedeutet.



Corinaldo

Nach 5 1/2 Monaten am Wasser kehren wir dem Mittelmeer durchaus etwas wehmütig den Rücken … 

Von Frauke & Michael bekommen wir einen tollen Stellplatz Tipp! 
Gut 20 Kilometer im Landesinneren liegt die kleine Ortschaft Corinaldo. Hier gibt es einen schön angelegten Wohnmobil Stellplatz zu Füßen einer historischen Altstadt, die sich auf einem Hügel erhebt. 

Das gucken wir uns an!













































Sehr schön - wir sind ganz verliebt! Das war genau die richtige Portion Italen, die wir heute gebraucht haben! 

An dieser Stelle also noch einmal ein herzliches Dankeschön an Frauke & Michael für diese tolle Empfehlung! 


Mittwoch, 23. Februar 2022

Schlaraffenland

Wir fahren entlang der Küste nach Norden, aber nicht sehr weit: die erste größere Shopping-Mall gehört uns - ein Hipercoop!

Schlaraffenland! Wir können uns gar nicht entscheiden angesichts der opulenten Auswahl, folfglich übertrieben wir 😆.

Beladen mit leckeren Sachen, einem stattlichen Nudelvorrat und mit meiner italienischen Putzwunderwaffe (auch für meine Mädels zuhause) verlassen wir das Centro Commerciale, obwohl noch gerne hätten bleiben können - einfach nur zum gucken! 



Am Strand von Senigallia machen wir Rast, lassen erst einmal die Hunde toben und frühstücken in Ruhe.

Leider verläuft in dieser Gegend die Bahnlinie direkt am Strand entlang - und auf Radau haben wir grad keine Lust mehr. 

Wir fahren also weiter.






Eine tapfere Filía

Filía hatte natürlich vor der bedrohlich wirkenden Umgebung eines Parkdecks, auf dem es ohrenbetäubend laut zugeht, ziemliche Angst. Trotzdem hat sie sich überwunden und ist tapfer unserem Benny hinterher gestiefelt. Schwierig waren wechselnde Fußbodenbeläge und Treppen, vor allem die mit offenen Stufen, und über allem hat sie selbstverständlich mitbekommen, dass Frauchen & Herrchen etwas mit den Nerven am Ende waren. Das war alles ziemlich viel auf einmal für unsere kleine große Maus …

Nachdem wir alle etwas geschlafen hatten, sah die Welt wieder schöner aus. Ihre morgendlichen Geschäftchen erledigt Filía zu unserer  Erleichterung völlig ohne Probleme auf dem Außendeck. Toll.

Wir haben schönes Wetter und können uns eine Zeitlang draußen aufhalten, auf der Adria wird es dann aber sehr windig, kalt und regnerisch, auch der Seegang nimmt zu und wir schwanken ordentlich, aber auch das nimmt Filía gelassen, sie orientiert sich prima an Benny.

Nach einer zweiten Nacht an Bord sind wir beizeiten wach, schön geht die Sonne auf und wir befinden uns bereits vor der Hafeneinfahrt von Ancona.

Wir stellen fest: die Schotten zu den Parkdecks sind bereits geöffnet und so sind wir vor allen anderen auf dem Parkdeck und im Camper, vor allem bevor rundum die LKW laut tösend ihren Bremsdruck aufbauen. Das ist sehr angenehm.

Es geht dann auch schnell und wir rollen von Bord. Ich sitze parat mit allen Handys, PLF-Barcodes, Impfzertifikaten und Heimtierausweisen und … schwups … werden wir durch das Hafengate gewunken und sind da, in Bella Italia.

Soviel zu „Covid-Kontrollen“.

























Freitag, 28. Februar 2020

„Bringt Sonne mit!“

... so der einstimmige Wunsch aus der Heimat. 

Bereits auf der Nordseite des St. Gotthard Tunnels begrüßt uns ein einheitliches Grau. Und je weiter wir fahren, umso weniger ändert sich etwas daran.

Für zuhause sind sogar Schneefällen vorhergesagt. Und tatsächlich fängt es 10 Kilometer vor unserer Haustür kräftig an zu schneien. Wir packen es gerade noch rechtzeitig - eine halbe Stunde später steht der Verkehr auf der Autobahn, vor unserer Haustür dreht sich ein PKW im Kreis, ehe auch hier der Verkehr zum Erliegen kommt. 

Home Sweet Home - wir sind wieder da! 

An „Bringt Sonne mit!“ haben wir aber anscheinend was gründlich falsch verstanden ... 



















Donnerstag, 27. Februar 2020

Unsere Heimreise

Es folgen ein paar anstrengende Tage. Obwohl alles reibungslos läuft, fährt in Gedanken das Corona-Virus doch irgendwie mit.

Allerdings können wir Menschenkontakt ganz gut vermeiden, selbst auf der Fähre. Sie kommt uns ungewöhnlich leer vor, trotzdem igeln wir uns in unserer Kabine ein. Benny, der es ja gar nicht gewohnt ist, in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu werden, erträgt das Eingesperrtsein mit stoischer Gelassenheit und macht stattdessen Frauchen die Koje streitig.

In Genua angekommen, rollen wir wie gewohnt von der Fähre, es gibt keine Kontrollen oder ähnliches. Es ist früher Abend, und ein bißchen sitzen uns die Grenzübergänge der Schweiz im Nacken ... also geben wir Gas und fahren noch am gleichen Abend Richtung Como.

Unsere Sorge war jedoch unbegründet: der Grenzübergang der Schweiz liegt völlig im Dunklen, nicht eine Menschenseele ist zu sehen. Auch anderntags an der deutschen Grenze werden wir nicht kontrolliert, im Gegenteil: im Kontrollhäuschen sitzen fünf junge Kerle - und jeder einzelne von ihnen guckt auf sein Handy. Willkommen im 21. Jahrhundert.







Schnee auf dem St. Gotthard. 






Montag, 24. Februar 2020

Schatten im Paradies

In Macari genießen wir die Tage in vollen Zügen, wohl wissend, dass sie gezählt sind, und bald die Heimreise ansteht.

Über die Reiseagentur Turisarda in Düsseldorf buchen wir für Anfang März unsere Fährüberfahrt nach Genua. Bis dahin sind noch ein paar Tage Zeit, wir saugen Macari nochmal in vollen Zügen ein, gehen spazieren, gucken viel auf‘s Meer, und fotografieren den Sonnenuntergang hinter dem Monte Cofano zum einhundertsten Mal, weil einer schöner ist als der andere, jeden Morgen freuen wir uns über den Brötchen-Bringservice

... und dann fällt jäh ein Schatten auf unser Paradies: in Norditalien grassiert plötzlich das Corinavirus, wir lesen von der Abriegelung mehrerer Ortschaften, die Zahl der Infizierten steigt sprunghaft, die Nervosität ist groß, die Nachbarländer sind in Alarmbereitschaft und auch das Wort „Grenzschließung“ fällt hier und da. Mist.

Natürlich sind auch wir verunsichert und überlegen, was wir tun sollen. Abwarten? Vermutlich wird die Situation bis Anfang März eher schlechter als besser. Umbuchen und sich der „gefangenen“ Situation an Bord eines Schiffes aussetzen? Die Fähre stornieren und über Land heimfahren?

Letztere Idee gefällt uns zunächst am besten in der Hoffnung, Gebiete flexibler umfahren zu können. Allerdings spricht der Faktor „Zeit“ dagegen. Bis Norditalien sind wir vier bis fünf Tage unterwegs. Wer weiß, was bis dahin alles passiert ...?!

Also setzen wir alles auf eine Karte: wir buchen die Fähre um und können heute Abend an Bord gehen. 

Das ist ein unerwartet schneller und irgendwie nicht wirklich schöner Abschied von unserem Lieblingsplatz Macari.