Dienstag, 11. Februar 2020

Macari - viel zu kurz

Juchu! Wir sind in Macari, einem unserer absoluten Lieblingsplätze auf Sizilien!

Und - oh Schreck! Was ist denn hier los? Wegen Überfüllung geschlossen? Es ist Sonntag, wir zählen 26 Wohnmobile, so viele haben wir in 18 Jahren zusammengerechnet hier noch nie gesehen.

Doch wir finden noch ein freies Plätzchen und warten ab, denn die meisten sind Italiener und sie fahren abends wieder nach Hause. Anderntags zählen wir nur noch fünf soweit das Auge blicken kann. So kennen wir das.

Jetzt wäre Genießen angesagt, wenn da nicht das Wörtchen „wenn“ wäre ...

Vor einigen Tagen hat es beim Fahren irgendwo vorne mal gerumst ...! Allerdings konnte Willi augenscheinlich keine Ursache dafür finden. Einzig, dass OCEVI vorne links zu tief steht, ist deutliches Indiz, dass da was nicht mehr stimmt. 

Nun, da wir in Ruhe stehen, versucht er der Sache nochmals auf den Grund zu gehen. Er vermutet schließlich ein Problem mit dem Stoßdämpfer oder der Drehstabfederung. Erkenntnis: wir brauchen eine Werkstatt!

Und so brechen wir bereits Dienstag beizeiten auf und schleichen zurück nach Trapani.












Sonntag, 9. Februar 2020

La Grotta Mangiapane di Custonaci

Bevor wir Cornino aber verlassen, besuchen wir die an der Südflanke des Monte Cofanos gelegenen Grotte Mangiapane. Weithin ist die Öffnung im Fels sichtbar, das letzte Stück Weg dorthin laufen wir. 

Wir wussten, dass diese Höhle früher bewohnt war. Dass sich heute dort ein kleines, aber wirklich fein gemachtes Freilichtmuseum befindet, das überrascht uns positiv. 

Die kleine Siedlung wurde ca. 1800 gegründet, ursprünglich lebten vier Familien hier. Im Zweiten Weltkrieg aufgegeben, hat sich erst ab 1982 das sizilianische Kulturministerium um den Erhalt der Siedlung gekümmert. 

Man hat sich wirklich viel Mühe gemacht, die kleinen, teilweise in der Grotte gebauten Steinhäuser zu erhalten, und das ehemalige Leben dort nachzustellen. Es wirkt in kleinster Weise kitschig, sondern fast so, als wären die Bewohner gleich wieder da. Die einzigen Bewohner sind heutzutage jedoch nur noch allerhand Federvieh und ein paar Zicklein und Esel.



































In den Wintermonaten ist die Anlage frei zugänglich, es sind dennoch zwei Führer da, die einem gerne alles ohne Eintritt zeigen und sich um die Tiere kümmern, und natürlich sind sie dankbar ein kleines Trinkgeld.

An Weihnachten findet übrigens in diesem kleinen Dorf seit 38 Jahren eine „Presepe Vivente“ (ein lebendiges Krippenspiel) statt. Wir können uns kaum eine schönere und authentischere Kulisse vorstellen. Schade, dass wir das verpasst haben. 








Samstag, 8. Februar 2020

Cornino

Südlich des imposanten Monte Cofano steuern wir den kleinen Badeort Cornino an, am Ende des Lungomare können wir vor dem Eingang zum Naturschutzgebiet dieses Berges parken. Zwei andere Wohnmobile stehen hier bereits.

Das Naturschutzgebiet lädt ein zum Laufen, Benny hat seinen Spaß. Da nirgends was von Ge- oder Verboten steht, lassen wir ihn flitzen, die Landschaft und die Aussicht sind ein Traum!















Übrigens fängt hier bereits alles an zu blühen - der Frühling steht vor der Tür! Tatsächlich hat die Sonne bereits ordentlich Kraft, und bei Windstille ist uns ruckzuck zu warm.







Was wir bei der Stellplatz-Wahl in Cornino nicht bedacht haben: es ist Samstag. Unsere Nacht wird leider laut, am laufenden Band fahren Pkw‘s den kleinen Schotterplatz an, entweder um zu drehen, oder zum lautstarken Plausch direkt unter unserem Schlafzimmerfenster - gefolgt von dem unverkennbarem Klirren, wenn die getrunkene Flasche Bier unachtsam ins Gelände fliegt. Schade.

Am nächsten Morgen dauert es nicht lange und wir werden von Ausflüglern und Anglern zugeparkt ... wir packen rasch zusammen und brechen auf.




Freitag, 7. Februar 2020

Wusstet Ihr ...?

Kurz bevor wir in Portopalo aufbrechen, kommen wir ins Gespräch mit einer deutschen Wohnmobilistin, die alleine unterwegs ist. Wie immer quasselt man über das woher, wohin und wie lange, und letztendlich auch übers Wetter.

Letztes ist das Stichwort, dass unser Gegenüber zum Monolog ausholt: 

In Sizilien gäbe es eine ganze Reihe von Geheimorganisationen, unter anderem die Haarp (noch nie gehört), die alle für das Wetter verantwortlich wären! Siziliens Himmel wäre gar nicht blau, sondern die sprühten ihn mit blauer Farbe an - deswegen sähe man auch nie Flugzeuge! Und wir sollten mal darauf achten: wenn man mehrere Schiffe nebeneinander auf dem Meer sähe mit roten und weißen Lampen, die hätten immer eine weiße Wolke über sich! Das Zeug versprühten diese Schiffe um die Temperatur zu beeinflussen! Gerade dieser Tage wären die Schiffe wieder da gewesen, deswegen sei auch zur Zeit der Wind wieder so kalt! Und auch wenn man die Schiffe mit bloßem Auge sehen könne, fotografieren könne man sie nicht, auf Fotos seien sie alle verschwunden, so gut getarnt seien sie, usw., usw, ...

Willi und ich nehmen Reißaus !!!

Es wandeln schon wirklich seltsame Wesen unter Gottes Sonne (... und dem angemalten Himmel 😜). Ich fürchte nur, dass ich zukünftig bei wolkenlosem Firmament an diese Dame werde denken müssen ...




Große Schritte

Nach unserer Zeit in Licata legen wir einen Übernachtungsstopp in Porto Empedocle ein. 

Zur “Scala di Turchi“ (einer sehenswerten Formation aus Kalksandstein) laufen wir dieses Mal nicht, denn wir stellen fest: an Siziliens Südküste haben wir bereits jeden Stein fünf Mal rumgedreht. Entweder ist es das, was unseren Tatendrang einbremst, oder aber die Tatsache, dass wir inzwischen mehr als fünf Monate unterwegs sind. In uns erglimmt der leise Wunsch nach Zuhause ...



Folglich machen wir uns auf den Weg nach Westen, vorbei an Ribera, der Stadt der Orangen. Noch ist Saison und die Früchte werden Steigenweise entlang der Straße angeboten - nirgendwo anders haben wir je saftigere gegessen! 



Wir übernachten einmal im Hafen von Portopalo/Menfi



... und haben wiederum einen Tag später den Westen Siziliens erreicht.

Der Knopf „Heimreise-Modus“ ist halb gedrückt ...

Dienstag, 4. Februar 2020

Licata

Wir sind nach einer Übernachtung in Marina di Butera - wider Erwarten schnell - in Licata. 

Unser alter Heimathafen heißt uns willkommen, wir dürfen auf unserem früheren Parkplatz parken - vor der Nase all die vielen schöne Schiffe, CAPELLAs alter Liegeplatz ist sogar frei, fast so als würde er auf uns warten. 

Es ist starker Wind aufgekommen, die Takelagen pfeifen und klappern - Hafenmusik, der uns augenblicklich in Erinnerungen versinken läßt ... Ach ja, schön war die Zeit, damals.






Leider ist unsere Bar im Ort wegen Krankheit geschlossen. Aber wir können unser Olivenöl kaufen, die Signora kommt extra für uns vorbei, denn die kleine Genossenschaft hat sonst immer nur Donnerstag Vormittag geöffnet. Wie bereits in all den Jahren zuvor, decken wir uns reichlich ein: bei diesem Öl weiß ich zu 100 %, dass ich es vertrage.







Ansonsten tauchen wir kurz, aber intensiv in Licata ein:  ein geplanter Restaurantbesuch fällt aus, weil wir viel zu früh dran sind, und dafür bei ein ... äh, zwei Aperitivo und Häppchen auf „unserer“ Piazza Sant‘Angelo hängen bleiben. 

Egal, schön ist‘s! 
Und ein bißchen so wie früher. 
Ach ja, süße Melancholie ...






Montag, 3. Februar 2020

Ein geplatztes Träumchen ...

Wir verabschieden uns von Negica & Guglielmo, wir möchten weiterfahren Richtung Südküste.

In Scoglitti beziehen wir für eine Nacht Stellung auf dem Stellplatz „Kamarina Pit Stopp“ und bringen unsere Garderobe auf Vordermann. Petrus meint es gut mit uns: es ist schön warm, leicht sonnig und es weht eine sanfte Brise - ruckzuck ist unsere Wäsche trocken. 

Anderntags brechen wir auf ... und werden sehr enttäuscht!

In keinem der einschlägigen Medien verzeichnet, war der Strand von Passo Marinaro einer unserer Geheimtipps und jahrelang ein absolutes Highlight unserer Sizilienreisen: fernab von allem hatten wir in den Wintermonaten diesen Strand immer für uns alleine.

Doch heute erblicken wir es von weitem: die erste Zufahrt ist kaputt und mit dicken Steinen versperrt, und auf der zweiten Zufahrt hat sich ein eingezäunter Beach Club breit gemacht ...

Das ist aber schade, wir hatten uns sehr auf ein paar Tage hier gefreut. Aber so ist das: nichts bleibt wie es einmal war, und einmal mehr wird uns bewusst, wie sehr und vor allem wie schnell Sizilien sich verändert. 








Samstag, 1. Februar 2020

Hund im Glück

Weil es dort so schön war, stellen wir uns noch einmal ein paar Tage auf den Strandparkplatz bei Donnalucata. Der Strand ist herrlich zum spazieren gehen.

Das wissen auch andere. Mit uns steht noch ein anderes Wohnmobil, ein Italiener, der mit seiner Sennerhündin Daisy unterwegs ist.

Herrchen selbst ist allerdings lauffaul, er läßt seine Hündin lieber frei laufen, so nach dem Motto: wenn sie mit Benny tobt, braucht er nicht spazieren gehen. 

Die beiden schenken sich nichts, Benny macht Daisys 40 Kilogramm durch Wendigkeit wett, immer wieder stoben sie auch in und durch die Brandung und Benny sieht am Ende jedes Mal aus wie eine Wutz.







Okay, ist ja eigentlich nicht weiter schlimm. Dass wir Benny an der Außendusche abbrausen, das kennt er schon und er läßt es sich zum Glück geduldig gefallen. 

Dass Benny frisch geduscht ein Loch gräbt, ehe er sich darin schlafen legt, das findet Frauchen dann allerdings doch etwas weniger amüsant ...