Donnerstag, 22. Oktober 2020

Bei den Schönen & Reichen

Nun ist es nur noch ein Katzensprung zur Haute Volaute in St. Peter-Ording. Wir fahren hin. Jetzt sind wir hier, jetzt nehmen wir es mit.

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Aber Du lieber Scholli! Hier wird von den Lebendigen genommen! 

Auf dem Stellplatz vor Ort bekommen wir den letzten freien Platz zugewiesen und berappen stolze 31 € dafür (ohne Service und Strom!). Sauber. Aber wat mutt, dat mutt. 

Der bekannte Rochelsand Strand liegt für den Preis allerdings direkt übern Deich vor uns. Viele Drachen tanzen im Wind und von weitem sieht es vorne am Wasser recht voll aus. Einheimische meinen allerdings, das sei derzeit gar nichts, im Sommer hätte man hier nicht treten können. Vorstellbar.

Wir orientieren uns nach rechts weg, wo augenscheinlich nichts los ist, und tatsächlich können wir sogar Benny flitzen lassen. Einen Hundestrand finden wir dann auch, und fern am Horizont leuchtet der Westerhever Leuchtturm in der Sonne.

















Das Eidersperrwerk

Unsere sehr windige Nacht hat einen Vorteil: anderntags sind die Wolken verblasen und uns begrüßt wieder die Sonne.

Tönning liegt an dem Stück der Eider, wo diese fast seeähnlich breit wird. Das heißt: das Eidersperrwerk ist nicht mehr weit weg. Rechts und links dieses imposanten Bauwerks kann man parken, um es zu besichtigen. 

Gebaut wurde es zwischen 1967 und 1973, und hat seither das Binnenland vor 179 Sturmfluten mit bis zu 2,5 Metern Höhe bewahrt, drei waren bis 5 Meter hoch und eine sogar noch höher. 

Die Konstruktion der Fluttore in Kombination mit dem sich darin befindlichen Autotunnel ist durchaus beeindruckend. Für passierende Schifffahrt gibt es eine gesonderte Schleuse.

Und was uns am meisten freut: über allem zwar unverändert Wind, aber auch strahlend blauer Himmel. 


























Mittwoch, 21. Oktober 2020

Schietwedder in Tönning

Nun haben auch wir es grau-in-grau. Aber das ist nicht weiter schlimm. Einzig unsere Batterien gehen etwas in die Knie. In den letzten vier Wochen haben wir mit dem OCEVI bisher nur einmal an der Steckdose gehangen, ansonsten kamen wir dank der vielen Sonne ganz gut zurecht. Aber jetzt, da die Tage merklich kürzer werden, kommen wir doch recht schnell an unsere Grenzen, wenn die Sonne eben nicht scheint. Mit etwas schwerem Herzen brechen wir in Meldorf-Hafen auf. 

Wir haben übrigens aufgrund der Corona-Lage in Deutschland entschieden, unseren Aufenthalt im Hohen Norden zu verlängern - die Fallzahlen sind derzeit hier um die Hälfte niedriger als zuhause. 

Im Süden liegt die Elbe vor uns. Also machen wir kehrt und fahren wieder Richtung Norden. Das Städtchen Tönning soll nett sein, haben wir gehört. Und es gibt einen Stellplatz direkt an der Eider. Wir finden Platz. 

Wir hängen den Dicken an die Steckdose, und weil wir nicht aus Zucker sind, laufen wir trotz Regen los ins Städtchen. Einen Vorteil hat das Wetter: wir sind so gut wie alleine unterwegs. 

Tönning ist wirklich niedlich, hat einen kleinen süßen Hafen und besteht überwiegend aus putzigen alten Ziegelsteinhäusern, manche Fassade neigt sich bedenklich. Das Zentrum besteht weitestgehend aus einem großen Marktplatz vor der Kirche, der aber derzeit leider eine einzige große Baustelle ist.

Nichtsdestotrotz bummeln wir einmal quer durch und zurück, bewundern die viele maritime und andere Kunst, frau kauft sogar eine Kleinigkeit, und zwei Stunden später sind wir trotz Schirm ein wenig durchnässt mit pitschnassem Wauz am Fahrzeug zurück.

















Im Nachhinein stellen wir fest, dass wir trotz Regen dennoch richtiges Glück mit dem Wetter hatten bei unserem Spaziergang durch Tönning. 

Kaum sind wir zuhause kommt ein strammer und böiger Wind auf, jetzt klatschen die Regentropfen fast waagerecht gegen den OCEVI. Dummerweise steht der Wind auf unsere Breitseite. Normalerweise würden wir uns in den Wind drehen oder uns woanders in den Windschatten stellen, aber mit Kabel in der Steckdose klappt das heute leider nicht. 

Bis in die frühen Morgenstunden tost der Wind in den rundum stehenden Bäumen und unsere fahrbare Schrankwand bebt und wackelt - Schlafen ist schwierig. 

Richtiges Schietwedder halt ...



Dienstag, 20. Oktober 2020

Es regnet ...

Anderntags fahren wir weiter zu einem Stellplatz in Neufeld an der Elbe. Dort angekommen gefällt uns der Platz allerdings überhaupt nicht, abgesehen davon, dass er voll ist. 

Und nun? Kurze Beratschlagung: wir haben eingekauft (Klopapier im REWE wird schon wieder knapp), wir haben die Tanks geleert, und Wasser gefüllt - also fahren wir zurück in die Einsamkeit nach Meldorf-Hafen. 

Damit wir heute trotzdem etwas Neues erleben, stellen wir uns mal andersherum in unsere alte Parkbucht. 

Und heute ist sogar das Wetter mal grau-in-grau und es fängt an zu regnen. Wir machen es uns gemütlich ... allen voran unser Benny, der den Alkoven für sich entdeckt hat.





Beim Kartenspiel denken wir doch glatt an unsere Freundin Rita, die ab heute in Berchtesgaden im erneuten Lockdown sitzt ... Mist.



Montag, 19. Oktober 2020

Friedrichskoog Spitze

Wir fahren nach Friedrichskoog. Eigentlich dachten wir, dies sei ein Dorf, stellen aber unterwegs fest, Friedrichskoog besteht aus mehreren Kleinstsiedlungen mit dem Namenszusätzen I, II und III und aus Friedrichskoog-Spitze. 

Letzteres liegt auf der nördlichen Hook der Elbmündung. Weitläufig ist es allerdings auch nicht und besteht überwiegend aus Ferienhäusern. Der Wohnmobilstellplatz liegt etwas abseits, aber dafür herrlich ruhig. 

Zufuß ist das Örtchen schnell abgelaufen, das Wetter ist immer noch mehr als gut zu uns. Was haben wir ein Glück!
















Samstag, 17. Oktober 2020

Mit den Rädern nach Büsum

Unser Wetter glaubt uns niemand: nachts knackig kalt - freier Blick auf einen phantastischen Sternenhimmel inklusive - und tagsüber strahlender Sonnenschein. Das nutzen wir natürlich aus: wir satteln die Räder und fahren los.

Büsum liegt in Sichtweite, es geht schnurgerade entlang des Ufers unterhalb des Deiches. Herrlich. Bis Büsum sind es knapp 12 Kilometer, mit „E“ ein Kinderspiel. Benny passt derweil Zuhause auf.

Unser erster Weg führt automatisch in den Hafen. Bunt und satt unter Farbe liegen dort die Kutter vertäut, wir sehen sowas immer und immer wieder gern. 

Büsumer Shopping Meile meiden wir allerdings. Samstag in Kombination mit diesem tollen Wetter und die Innenstadt ist brechend voll. Wir steigen gar nicht großartig ab, sondern machen gleich wieder kehrt. Dennoch hat der flüchtige Blick gereicht um zu sehen, dass sich Büsum in den letzten 10 Jahren sehr verändert hat - solange ist unser letzter Besuch schon her.

Wir finden etwas abseits ein nettes kleines Café und treten alsbald den Rückweg an. Es war ein wirklich toller Ausflug!




















Donnerstag, 15. Oktober 2020

Meldorf Hafen

„Hier ist es schön, hier bleiben wir!“

Das Wetter spielt mit, wir stehen herrlich einsam, man kann stundenlang spazieren gehen, das nutzen wir aus. Schnurgerade läuft sowohl hinter als auch vor dem Deich ein Weg. Hinterm Deich kann sogar Benny ohne Leine flitzen, davor natürlich nicht, hier prägen wieder Schäfchen das Landschaftsbild. 


















In dieser Gegend sind uns bereits gestern große rot-weiße bojenähnliche Kugeln aufgefallen, die an hohen Stangen hängen. Wir rätseln, wofür die wohl gut sind. Es hat den Anschein, dass die Kugeln an der Stange frei beweglich sind. Vielleicht schwimmen sie bei Hochwasser auf und markieren dann eine bestimmte Stelle, die dann ja unter Wasser liegt. Vielleicht lösen sie damit einen Hochwasseralarm aus. Vielleicht markieren sie aber auch auf eventuellem Hochwasser die Einflugschneise des nahegelegenen Flughafens von Büsum ... 

Die Lösung finden wir heute netterweise auf einem Hinweisschild erklärt: eine hochgesetzte bzw. hochgezogene Kugel bedeutet: Lebensgefahr! Betreten des Deiches verboten! Das Ganze hat einen militärischen Hintergrund. Vermutlich macht die Marine in diesen Gewässern Schießübungen. Es erklärt auch die Hafenanlagen und umliegenden Gebäude, die uns bereits gestern an die Bundeswehr erinnerten.



Da aber heute nicht scharf geschossen wird, können wir uns frei bewegen und die Stille der Abgeschiedenheit genießen. Schön hier. 

Nachts ist’s hier übrigens so dunkel, dass man bei geschlossenen Rollos draußen die Hand vor Augen nicht mehr sieht. Den OCEVI allerdings auch nicht ...