Mittwoch, 9. Dezember 2015

Forteleza de Sagres

Mit dem OCEVI beziehen wir Stellung auf dem weitläufigen Parkplatz zwischen Sagres und dem Fortaleza de Sagres, ein paar andere WoMo's stehen hier bereits, die breite Front des Bauwerks in Sichtweite. Das sehen wir uns näher an.

Von der einstigen Anlage aus dem 15. Jh. sind heute nur noch Reste erhalten. Es diente als Wissenschaftszentrum, in welchem damals Seefahrer, Geografen und Astronome aus aller Welt ihr Wissen und ihre Kenntnisse zusammentrugen. 



Jüngste Ausgrabungen legten einen Steinkreis mit einem Durchmesser von über 40 Metern frei. Seine Bedeutung ist bis heute ungeklärt - er ist in 40 Segmente unterteilt und wird im Vollmund deshalb zwar "Windrose" genannt, die echte nautische Windrise besitzt aber nur 32 Felder.


Wir spazieren über das Felsplateu, welches "Ponta de Sagres" genannt wird und sich hinter dem Fortaleza befindet. Auch Dieses Plateau bricht rundum  senkrecht zum Meer hin ab. Vielerorts ist die Aussicht einfach nur spekulär - und ebenso der Anblick diverser Fischer, die direkt am Abgrund stehen oder sich sogar darüber hinausbeugen, um Ihre Schimmer 60 Meter tiefer im Auge zu behalten! 

Die sind alle mutig ...


... bis lebensmüde ...!


Mir wird beim bloßen Hinsehen schon ganz schwindelig!

Stundenlang streifen wir durch das weitläufige Areal des Kaps, machen gelegentlich Pause, genießen die Aussichten und lauschen an einem tiefen Loch im Boden dem tosenden Donnern des Meeres, welches durch einen unterirdischen Gang seinen Weg hierhin sucht. Beeindruckend.









Cabo de São Vicente

Natürlich fahren wir als erstes an das berühmte Kap, welches die Südwestspitze von Europas Festland markiert. Trutzig erhebt sich der Leuchtturm über dem gut 60 Meter hohen Felskap, dessen Leuchtprisma mit 2,66 Meter Duchmessern zu den größten in Europa zählt. Sein Licht strahlt bis zu 33 Seemeilen weit auf's Meer hinaus.



Die Landschaft hier ist einzigartig und sucht ihresgleichen. Es sieht so aus, als habe der Liebe Gott mit einem überdimensionalen Spaten das Land zum Meer hin einfach gerade abgestochen! Wohin man auch schaut, die Klippen fallen überall nahezu senkrecht ins Wasser. Wir sind begeistert!







Dienstag, 8. Dezember 2015

Ziel erreicht!

Nach nun 65 Tagen und 5.410 gefahrenen Kilometern sind wir am Ziel:

das CABO DE SÃO VICENTE bei SAGRES in der Algarve! Das ist der südwestlichste Zipfel von Festland-Europa. Super!

Und jetzt machen wir "Urlaub"!   :-D




Montag, 7. Dezember 2015

Carvalhal bei São Teotónio

Nach zwei Tagen und Nächten in dieser Stille und Abgeschiedenheit, zieht es uns weiter.

Die Landschaft hat sich inzwischen sehr verändert, es wird mediterraner. Der Küstenstrich südlich von SINES gehört zum "Parque Natural do Sudoeste Alentejanoe Costa Vicentina". Die Hauptroute führt jetzt ein ganzes Stück weg vom Wasser nach Süden, nur einzelne Stichstrassen führen etliche Kilometer lang ans Wasser und in kleine Fischerorte. Tourismus ist hier wenig ausgeprägt, entsprechend einfach ist das Leben, plötzlich sind die Häuser nicht mehr alle auf Hochglanz getrimmt, stellenweise mutet es etwas sizilianisch an ... 

Wir wählen auf gut Glück eine dieser kleinen Stichstrassen Richtung Meer und landen am PRAIA CARVALHAL fernab jeder Ortschaft. Steil geht das Sträßchen hinab zu einem kleinen Strand, der rechts und links flankiert wird durch hohe Felsen. 

"Dies ist das Tal der Ahnungslosen!", meint Willi, denn hier hat man weder Empfang für Telefon noch für Internet.

Egal, wir bleiben. Es ist herrlich hier. Wieder sind wir ganz allein, nur ein paar Büffel, Antilopen und Strauße leisten uns in einem angrenzenden Gehege Gesellschaft. 

Nachts sind wir das einzige Fahrzeug vor Ort. Es ist so finster, dass man draußen vor der Tür die eigene Hand nicht vor den Augen sieht. Und doch brauchen wir keine Angst haben, denn die Polizei patrolliert: aus dem Nichts flammt plötzlich neben uns Blaulicht auf. Man läßt uns aber unbehelligt, wahrscheinlich war es nur ein flüchtiges "Hallo, wir sind da!"








Sonntag, 6. Dezember 2015

Vila Nova de Milfontes

Nur wenige Kilometer südlich von PORTO COVO liegt VILA NOVA DE MILFONTES an der Mündung des Rio Mira. MILFONTES ist quirlig und trotz der Jahreszeit belebt, viele Geschäftchen laden zum Bummeln ein. Leider ist man uns Campern nicht ganz so wohl gesonnen, mögliche Parkplätze weisen ausdrücklich darauf hin, dass Übernachten verboten sei.

Astrid & Fridolin stehen auf einem Plateau in Ortsrandlage. Unser Strassenschiff passt da leider nicht mehr dazu, also weichen wir aus an den PRAIA DA FURNAS am südlichen Flussufer. Hier stehen wir mit einem zweiten Camper mutterseelenallein - selten war eine Nacht so ruhig. 

Astrid, Fridolin und Hund Muffin besuchen uns mit ihrem Quad und haben leckere Schnuckeleien vom örtlichen Bäcker dabei! 

Was bitte will man mehr ...?






Freitag, 4. Dezember 2015

Porto Covo

Unsere nächste Station ist der kleine Ort PORTO COVO - nicht zuletzt deshalb, weil unsere Unterlagen hier eine Ver- und Entsorgungsstelle für Camper verzeichnet haben.

Und so "einsam" wir oft in den vergangenen Wochen waren, umso mehr Gesellschaft haben wir plötzlich in POTRO COVO. Der Ort hat den Zahn der Zeit erkannt und sich dem Tourismus zugewandt. Es gibt ein paar strandnahe Parkplätze und einen zentralen Platz für Camper mitten im Ort. Und sie sind alle bis fast auf den letzten Platz gefüllt.

Wir finden aber noch eine Lücke und beschließen "Fahrpause". Und es dauert keine halbe Stunde, bis wir den "ortsansässigen deutschen Hausmeister" des Platzes kennenlernen. Wir müssen beide grinsen ...

Die Umgebung von PORTO COVO ist wunderschön, allerdings oft einzig zu Fuß oder mit dem Roller über Holperwege erreichbar. Willi plant bereits, beim nächsten Mal, ein geländegängigeres Motorrad dabeizuhaben ...

Die Küstenlinie ist atemberaubend! Wild zerklüftet brechen sich die immerwährenden Wellen des Atlantik an bizarren Felsformationen, dazwischen liegen immer wieder mal feinste Sandstrände. Vom Baden wird allerdings abgeraten und gewarnt - sehr starke Strömungen wirken hier.





Donnerstag, 3. Dezember 2015

Sines - schöner als ihr Ruf

Nach unserer "Atlantiküberquerung" folgt die COSTA ALENTEJANA - Sandstrand am laufenden Kilometer, aber nirgendwo ein Plätzchen für unseren OCEVI. Die Strandparkplätze sind alle mit schicken Sonnendächern für Pkw ausgestattet, und da passen wir bei aller Liebe leider nicht drunter.

So fahren wir immer weiter und landen in der Stadt SINES als gerade die Sonne untergeht. Egal wo und was man liest, SINES wird aufgrund seiner erdölverarbeitenden Industrie als nicht schön beschrieben. Am PRAIA VASCO DA GAMA (benannt nach dem berühmten Seefahrer, der 1498 den Seeweg nach Indien entdeckte) finden wir für die Nacht einen ruhigen Parkplatz neben dem Fischereihafen und zu Füßen der Altstadt.

Anderntags laufen wir Richtung Hafen, nicht zuletzt deshalb, weil Willi vor 20 Jahren mit dem Segelkutter TIMUSSI hier Station gemacht hat und aus dieser Zeit recht witzige Anekdoten erzählen kann.

Vom Hafen aus kann man über unzählige Treppen und Weg (es gibt sogar einen Aufzug) zu Stadt gelangen. Wir spazieren durch und befinden: es ist ruhig und beschaulich hier ... und alles andere als hässlich. 

Vom Castello hat man eine schöne Aussicht. Das Castelo selbst besteht hauptsächlich aus einem ummauerten Areal. Früher war hier eine Stierkampfarena eingerichtet, heute finden Musikfestivals statt. Viel besser!









Mittwoch, 2. Dezember 2015

Mit der Fähre über den Atlantik



Na okay, der Titel ist zugegebenermaßen etwas übertrieben ... !

Nachdem wir nun wunderschöne Tage in Fonte da Telha verbracht haben, herrscht allgemeine Aufbruchstimmung - auch Astrid & Fridolin wollen weiter nach Süden.

Und zwischen der Stadt SETÚBAL und TRÓIA setzten wir mit einer Fähre - nein, nicht über den Atlantik - aber immerhin über die Mündung des RIO SADO. Nichtsdestotrotz liegen hier einige große Ozeanriesen auf Reede, SETÚBAL ist Industriestadt.



Dienstag, 1. Dezember 2015

INFO: Waschsalons (SelfService)

Diese Liste wird nach und nach ergänzt.


PORTUGAL:

Self-Service Laundry "WASH & GO"
Ria José Pires Padinha No. 168A
8800 TAVIRA
37°07′29.48″N   07°38′43.92″W
Sehr sauber
MIELE Professional Maschinen 
Stand: Jan. 2016

Self-Service "Lava Express"
Av. da República, 
Edificio Avenuda, Loja 14
VILA REAL ST.ANTÓNIO
37°11′51.5″N   07°24′55.9″W
Direkt gegenüber vom Stellplatz am Grenzfluss 
Stand: Jan. 2016

InterMarché
Olhão
37°01′55.09″N   07°49′56.91″W
Stand: Jan. 2016

Motorhome Park Falésia
Estrada so Alfamar
8200-593 Ohlos d'Água 
beI PRAIA FALÉSIA
MIELE Haushaltsmaschinen (2 Stück)
€ 4,50 für 5 kg, sehr sauber
STAND: Dez. 2015

PRAIA DA BARRA (bei AVEIRO)
Salon SWEET WASH
Av. Fernão de Magalhães 182
Geöffnet: 7:30 - 23:00 h
Anmerkung: sehr modern und sauber
Stand: Nov. 2015

Parque Natural do Sudoeste Alentejanoe Costa Vicentina
Waschstation beim InterMarché 
Rua 25 de Abril
7630620 São Teotónio
Stand: Dez. 2015

Parque Natural do Sudoeste Alentejanoe Costa Vicentina
Estrada Nacional 268
8650 Sagres
Portugal
Stand: Dez. 2015
V+E Station an der Tankstelle


FRANKREICH:

Normandie - DOZULÉ
D675 Richtung CEAN
Ortsausgang links
Stand: Okt. 2015

Normandie - PORT-en-BESSIN HUPPAIN
Quai Philippe Oblet (am Hafen)
Stand: Okt. 2015

Bretagne - PLOUHARNEL
D781 an der Tankstelle des SuperU
Stand: Okt. 2015

LA ROCHELLE, Hafen LES MINIMES
40 Avenue du Lazaret
Stand: Nov. 2015


SPANIEN:

A CORUÑA 
Avenida de San Roque de Afuera
Stand: Nov. 2015

TARIFA
Bei der Tankstelle TARIFUEL
36°01′36.22″N   05°36′28.22″W
Die Trockner sind hier sehr gut 
und mit "1 x" auch fertig
Stand: Jan. 2016






Sonntag, 29. November 2015

Fonte da Telha

"Hier ist's schön, hier bleiben wir!"


Und das tun wir wirklich. Wir stehen in netter Gesellschaft von Astrid & Fridolin und Maja & Patrik, genießen das Wetter und erkunden die Gegend. 

Wenn man FONTE DA TELHA anfährt, führt die Straße die Dünen hinab ans Meer. Der befestigte Weg endet, nach rechts und links geht es nur über einen Sandweg weiter. Fährt man nach links kommt man zum etwas erhaben liegenden Platz, auf dem sich die Camper sammeln und zu einzelnen Strandbuden, Bars und Restaurants, die übrigens auch zu dieser Jahreszeit geöffnet haben. 


Bei Spaziergängen erkunden wir auch die andere Seite des Örtchens und sind überrascht. FONTA DA TELHA ist ein Fischerdorf, wie es typischer wahrscheinlich gar nicht sein kann. Er gibt keinen Hafen, dafür aber Tracktoren, die die kiellosen Boote über den Strand ziehen. 

Beim Anlanden fahren die Boote mit ziemlichen Tempo auf das Ufer zu, beim Aussetzten ins Wasser fährt der Traktor mit angehängtem Boot flott ins Wasser und einen Bogen, sobald das Boot auftreibt. Dieses wird dann abgehängt und soweit es geht gegen die Brandung geschoben, bis der Propeller des Motors keine Grundberührung mehr hat. Das sieht nicht ungefährlich aus für die, die schieben!





Die Häuschen des Dorfes ducken sich stellenweise regelrecht in den Sand, wären sie nicht mehr bewohnt, würde die Natur sie sich früher oder später sicher zurück holen. Das Leben ist beschaulich und einfach hier, es gibt so viele Hunde wie Einwohner, die Menschen sind sehr freundlich. Und als wir in diesem Teil von FONTE DA TELHA in der "Fischerkneipe" unser Bierchen trinken, bedauern wir es einmal mehr, dass wir (noch) kein Portugiesisch sprechen ...