Donnerstag, 12. September 2019

Happy Birthday to me!

Ab Patras liegen genau 200 Kilometer vor uns bis zu unseren lieben Freunden Sonja & Klaus, die vor einem guten Jahr in Deutschland alle Zelte abgebrochen und sich hier niedergelassen haben. 

Rasch sind wir auf der Autobahn und reiben uns verwundert die Augen: noch vor 10 Jahren war diese eine einzige Großbaustelle, heute tipptopp fertig und kaum befahren! Zügig kommen wir vorwärts.

Die allerletzten 3,5 km allerdings ... Du heiliger Strohsack! Sonja & Klaus hatten es uns bereits erzählt, und dennoch schlage ich etwas entsetzt die Hände vor die Augen, denn die Realität sieht noch einen Ticken schlimmer aus!

Klaus kommt uns entgegen und eskortiert uns. Ihr Anwesen liegt abseits vom Meer in den Bergen. Eine „Straße“ - wenn man es denn so nennen möchte - gibt es zwar, aber wir scheitern an einem Abzweig, weil wir mir unserem langen Überhang aufsetzen ... hier geht es für uns nicht weiter.

Nun gibt es nur noch Plan B: ein Umweg über Schotterpisten, bergauf, bergab, kreuz und quer durch Olivenbaumheine und anderes Gesträuch, welches quietschend an unserem Fahrzeug entlang kratzt ...! Meine Freundin Petra bringt es per WhatsApp knapp und bündig auf den Punkt: der Beifahrertod!

Ich habe Blut & Wasser geschwitzt als wir nach einer gefühlten Ewigkeit unser Ziel erreichen.

Und nun überschlagen sich die Überraschungen: die Lage ist atemberaubend! Und nicht nur Sonja begrüßt uns: Anne & Willi, unsere lieben Segelfreunde haben ihren Segelkutter inzwischen in Griechenland liegen und sind heute mit ihrem Wohnmobil extra hierher gekommen, um mit mir Geburtstag zu feiern! Ich bin sehr gerührt und freue mich wahnsinnig! 

Es folgen schöne und unvergessliche Stunden mit lieben Menschen in traumhafter Umgebung bei frangfrischem Fisch vom Grill ... auf diese Art und Weise ist älter werden gar nicht schlimm!

Sonja & Klaus drohe ich jedoch an, jetzt - da wir mit dem OCEVI einmal hier oben sind - gehen wir nicht mehr weg!

:-D













Vorher:









Ankunft in Hellas

Ganz entgegen unserer Erwartungen (und Erfahrungen) legt unsere Fähre auf die Minute pünktlich ab. Das haben wir selten erlebt.

Wir stehen wie die Ölsardinen in der Dose! Obwohl “Open Deck“ geht kein einziges Lüftchen! Zu einen stehen wir weit vorne nahe der Schottwand, zum anderen keilen uns LKW ein, wir können noch nicht einmal die Ausstell-Fenster öffnen ... Puh!




Wir besitzen den OCEVI nun seit knapp fünf Jahren, und haben sie noch nie gebraucht: doch heute sind wir mehr als dankbar für seine eingebaute Klimaanlage! Dank Ihr finden wir erholsamen Schlaf!

Morgens um vier Uhr erreichen wir Igoumenitza und es wird vorübergehend etwas laut. Einzig die Durchsagen über die Schiffslautsprecher lassen uns kurz aufhorchen, dass die ganzen LKW neben uns von Bord rollen, bekommen wir aber kaum mit. 

Unser Fellnäschen Benny macht sich übrigens toll! Zwar ist er etwas zurückhaltend angesichts der fremden Umgebung, aber er schlägt sich tapfer. Auch die Geschäftchen an Deck klappen - bravo, guter Hund! 




Eine halbe Stunde vor geplanter Ankunftzeit sind wir am Ziel, zügig können wir von Bord rollen. 

Wir sind in Griechenland! 




Mittwoch, 11. September 2019

Bari

Fährtage haben so ihre Längen ... unsere Fähre soll um 19:30 Uhr ablegen, und die Wartezeit will einfach nicht rumgehen.

An der Promenade von Bari bewegen wir Benny noch einmal ausgiebig, und wir sind sehr gespannt, wie er seine erste Seereise verträgt.

Um 17 Uhr sind wir frühzeitg im Hafen angekommen, gerne planen wir bei so etwas zeitliche Reserven ein, sicher ist sicher. 

Und wir sind gar nicht mal zu früh: da wir (nach einem Zwischenstopp in Igoumenitza) in Patras als letzte von Bord gehen, gehören wir folglich zu den ersten, die verladen werden. Kaum angekommen geht es auch schon aufs Schiff.

Die Geräusche sind Benny etwas suspekt. Aber er darf auf meinen Schoß, damit er alles beobachten kann. 

Für italienische Verhältnisse unüblich werden wir ohne viel Geschrei auf unseren Platz manövriert. 

Da stehen wir nun, und jetzt heißt es erneut: warten ... bis es endlich losgeht, die Überfahrt selbst dauert 19 Stunden.

Auch für Euch heißt es: etwas warten - bis bald, weiter geht’s dann aus Griechenland.











 

Dienstag, 10. September 2019

Giovinnazo

Stellungswechsel.

Wir haben uns von den letzten 1.600 Kilometern gut erholt und es war sehr schön auf den Stellplatz Rio Vivo, nun tasten wir uns langsam vor nach Bari, von wo am Mittwoch unsere Fähre nach Griechenland ablegt.

In dem kleinen Badeort Giovinnazo finden wir entlang des Lungomare (der Strandpromenade) einen Parkplatz, auf dem wir übernachten. 

Die Küste ist hier felsig und lädt daher nicht zum Baden ein, aber dafür bekommen wir sicher noch zu Genüge Gelegenheit.





Samstag, 7. September 2019

Termoli

Als nachmittags die Sonne tiefer steht und die Schatten länger werden, machen wir uns zu dritt auf den Weg ins Städtchen. Unser Wohnmobil Stellplatz liegt ca. 3,5 km außerhalb des Ortes.

Der Marsch ist weit, aber lohnt sich: Termoli hat eine süße und adrette Altstadt, die auf einer kleinen Anhöhe thront, nahezu Rundumblick aufs Meer. 

Es ist wohl der Tageszeit geschuldet, dass nicht viel los ist und fast alle Geschäfte und Lokale geschlossen sind, aber das stört uns nicht weiter.











Als unser Blick auf der anderen Seite der Altstadt auf den darunter liegenden Strand fällt, erschrecken wir fast ein bißchen! Zwar ist es heute auch dort nicht mehr überlaufen voll, aber allein die schiere Anzahl der Sonnenschirme und Liegestühle lässt uns sofort erahnen, was hier in der Hochsaison los sein muss. Da ist es uns so leer und beinahe ausgestorben doch um ein Vielfaches lieber.












Etwas erledigt und fußlahm sind wir drei Stunden später zurück zuhause. Benny wird heute Nacht gut schlafen :-) aber er hat seine Sache fein gemacht. Noch ist er in fremden Umgebungen etwas ängstlich, aber es wird von Tag zu Tag besser, brav trottet er mit und lässt sich immer weniger von knatternden Vespas oder anderen (italienischen und zuweilen sehr lauten) Geräuschen irritieren. 





Lustiger Zufall

Über einen Facebook Post entsteht Kontakt zu unseren Wohnmobil Freunden Tina & Udo, und wir stellen fest, dass wir 300 km voneinander entfernt auf der gleichen Strecke in die gleiche Richtung unterwegs sind. Was ein lustiger Zufall.

Tina & Udo beziehen in Termoli Stellung und warten auf uns. Am Nachmittag des folgenden Tages treffen auch wir dort ein.

Großes Hallo - wie schön sich so unerwartet wiederzusehen! Natürlich sitzen wir bei lauen Temperaturen bis in die Nacht zusammen, erzählen, lachen und vespern.




Anderntags fahren die Beiden weiter, wir hingehen beschließen zu bleiben und hier auf unseren Fährtermin nächste Woche zu warten, bis Bari ist es nun nicht mehr weit. 










Freitag, 6. September 2019

Die Adria

Endlich erreichen wir das Meer!

Aber ein bißchen haben wir es schon geahnt: es ist Anfang September und die Saison ist noch in vollem Gange. Die Strände beflaggt mit Hunderten von Sonnenschirmen, mögliche Freistehplätze für unser Dickschiff Fehlanzeige, mehrere Wohnmobil Stellplätze, die wir nach unseren Unterlagen anfahren, gibt es offenbar nicht mehr. 

Wir müssen ein wenig suchen, ehe wir schließlich am Strand von Fano landen: ein WoMo Platz ohne viel Schnickschnack, aber zweckmäßig. Dass es dort sehr turbulent und die ganze Nacht sehr laut zugeht, dass merken wir dann erst später.




Mittwoch, 4. September 2019

Anstrengende Fahrt

Seit ein paar Tagen sind wir nun unterwegs.

Noch in Deutschland fahren wir einen Umweg und besuchen in Erlagen einen alten Bekannten aus unserer aktiven Segelzeit. Dadurch verändert sich die Route für unsere weitere Fahrt: statt die Schweiz über den Sankt Gotthard Pass zu durchqueren, kommen wir diesmal über den Sankt Bernadino. Auf der Nordseite der Alpen besteht die ohnehin oft einspurige Autobahn aus einer einzigen Baustelle, die sowieso enge Fahrspur ist dadurch oft noch schmaler als ohnehin schon. Auf der Südseite geht es in Serpentinen steil bergab - eine Herausforderung für jede Bremsanlage.

Bequeme Fahrt sieht jedenfalls anders aus, Willi hat keine Zeit, sich die durchaus imposante Landschaft der Berge zu betrachten, ich habe angesichts der sich neben mir oft auftuenden Abgründe auch nicht den rechten Blick dafür. 

Am Nachmittag des zweiten Reisetages erreichen wir schließlich Italien, lassen Milano und seinen Verkehr links liegen und finden in einem kleinen beschaulichen Dorf südlich davon einen netten Parkplatz, gleich daneben eine kleine Bar. Perfekt. Der erste Apperitivo gehört uns!

Siamo arrivati in Italia.





Freitag, 30. August 2019

OCEVI meldet sich zurück ... mit neuer Crew

Liebe Leser,

eine ganze Zeitlang war es still geworden um die "Ocevi-Tours".

Das lag zum einen daran, dass wir im Frühjahr 2018 die letzte Reise nach Sizilien abbrechen mussten, weil unser Hund Max plötzlich sehr krank wurde. Seinerzeit ahnten wir noch nicht, dass es noch viel schlimmer kommen sollte, er im Herbst einen sehr aggressiven Krebs bekam und wir ihn innerhalb weniger Wochen gehen lassen mussten. Jegliche Lust am Verreisen und am Bloggen war uns erst einmal vergangen.

Nun haben wir einen schönen Sommer in der Heimat verbracht und uns juckt das Fell, wieder einmal auf Tour zu gehen. Begleitet werden wir von unserem neuen Familienmitglied: Benny. Natürlich wieder ein waschechter Italiener, diesmal aus Kalabrien. Ende Januar zog er im zarten Alter von drei Monaten bei uns ein. Mittlerweile herangewachsen zu einem stattlichen Teenager mit allen dazugehörigen Flausen im Kopf, dreht er unser Leben gehörig auf links und verlangt uns gelegentlich viel Geduld ab. Aber er ist ein superlieber Kerl und hat gute Anlagen, ein Vagabund zu werden wie wir.

Dieser Tage werden wir nun aufbrechen, erstes Ziel: Griechenland.

Also dann ... Ihr werdet lesen.