Donnerstag, 8. Oktober 2015

St-Aubin sur Mer

Heute erreichen wir die NORMANDIE.

Die Städtchen LE TRÉPORT und DIEPPE testen wir zwar an, lassen sie jedoch links liegen - es ist uns hier zu eng und zu voll. Vor allem der Stellplatz von DIEPPE - ein hinter hohem Zaun abgeschottetes Areal, das einen etwas Knast ähnlichen Eindruck erweckt - lädt uns nicht ein, dort zu bleiben zu wollen.

Ab DIEPPE verlassen wir die Route Nationale und klappern die kleineren Straßen in unmittelbarer Küstennähe ab. Wir brauchen nicht weit zu fahren und landen in ST-AUBIN SUR MER. Hier finden wir, was wir suchen! Ein toller Parkplatz in unmittelbarer Strandnähe, abseits einer keinen Siedlung, als einzige Nachbarn ein paar an Land stehende Fischerboote und ein paar grasende Rindviecher auf den immer noch saftig grünen Weiden ...

Wir springen in die Wanderschuhe und laufen los. Es ist gerade Ebbe, und so gehört das breite und kilometerlange Watt uns. Vor den Steilküsten dieser Gegend entscheiden wir uns für "nach links" der Sonne entgegen, die heute - wie vorher gesagt - wieder von nahezu wolkenlosem Himmel strahlt. Toll.

Nach drei Kilometern machen wir kehrt, der Rückweg ist zwangsläufig genauso weit und wir wollen ungern von der Flut überrascht werden. 

Zurück am OCEVI genießen wir die herrliche Sonne bis zum Untergang und sind glücklich. Genau das wollten wir!




Mittwoch, 7. Oktober 2015

Flandern und die Picardie

Unser erster Weg führte uns in die Stadt DUNKERQUE, denn wir brauchen Internet. Beim ersten Anlauf werden wir in einer Shopping Mall fündig: bei ORANGE versteht eine freundliche Verkäuferin sofort was wir wollen, stattet uns mit einer SIM aus und macht für uns alle nötigen Buchungen und Freischaltungen. Innerhalb von 5 Minuten ist alles erledigt ... und funktioniert auf Anhieb. Das war in Italien bisher noch nie so einfach, allerdings sind die französischen Gebühren auch um einiges teurer als die italienischen, vielleicht liegt's ja daran. ;-)

Wir fahren weiter und kommen an CALAIS vorbei. Das Wetter hat inzwischen etwas aufgeklart und wir erkennen am Horizont die Kreidefelsen von Dover. 

Auf der Küstenstraße geht es weiter nach Südwesten, England auf Steuerbord stets im Blick. Am CAP GRIS-NEZ machen wir eine Pause und unternehmen einen Spaziergang, denn inzwischen lacht die Sonne. Auf dem Kap steht ein Leuchtturm und eine große Radarstation. Sie überwacht den gesamten Schiffsverkehr, der den Ärmelkanal passiert. Und tatsächlich tummeln sich einige große Pötte zwischen hier und England.






Ab dem CAP GRIS-NEZ verläuft unsere Route südwärts, die Küstenlinie ist gesäumt von vielen Ortschaften. Dem entsprechend tun wir uns etwas schwer, einen schönen Stellplatz für die Nacht zu finden. Denn dieser Landstrich ist noch lange nicht so schroff, rau und urtümlich, wie wir die NORMANDIE in Erinnerung haben.

Wir finden in ÉQUHEN-PLAGE einen Wohnmobil Stellplatz. Nicht ganz, was wir uns vorgestellt haben, denn wir stehen hoch über dem Strand auf einem Plateau, aber er ist zweckmäßig für die Nacht. Großartige Freiluftaktivitäten fallen sowieso sprichwörtlich ins Wasser, denn es regnet wieder. Als es dunkel wird, kommt noch böiger Wind dazu, und wir werden im OCEVI ganz gut durchgerüttelt. Am nächsten Morgen sind wir jedenfalls beide froh, dass wir diese Nacht nicht vor Anker verbracht haben!

Es regnet leider immer noch, doch die Prognose verspricht für die kommenden Tage Besserung. Also lassen wir auch heute den OCEVI rollen - wir wollen ja in die NORMANDIE. Doch zuvor kommen wir noch in die PICARDIE. Landschaftlich unterscheidet sie sich nicht viel von FLANDERN. Auffällig ist jedoch auch hier, dass der Gilde der Camper viele Zufahrten zu den Stränden durch Höhenbegrenzungen verwehrt werden. Selbst die Zufahrten zu den offiziellen Stellplätzen sind oft auf 3,5 Tonnen limitiert - woran sich aber offensichtlich niemand hält, denn wir sind bei weitem nicht das einzige Dickschiff.



Die Nacht verbringen wir in LE CROTOY, einem kleinen Fischerdorf an der Mündung des Canal de la Somme. Wir haben uns sagen lassen, dass der Ort sehr schön sei. Bei einem Erkundungsgang finden wir jedoch 90 % aller Fenster und Türen verriegelt und verrammelt vor - offenbar ist die Saison hier bereits vorbei. Einzig die kleine Kirche vor Ort gewährt und freundlich Einlass.







Dienstag, 6. Oktober 2015

Reise durch vier Länder

In der ersten Nacht unserer Reise schlägt das Wetter um, es fängt an zu regnen. Wir nehmen es gelassen und betrachten es als Reisetage. Nach einer weiteren Übernachtung in Klüsserath an der Mosel machen wir uns auf den Weg.

Wir kommen durch Luxembourg, wo wir die Möglichkeit nutzen, günstig zu tanken - bei unserem 170 Liter-Tank ist das durchaus lohnenswert. Weiter geht's durch Belgien bis schließlich nach Frankreich. Wir kommen der Sache also näher ...

Bis wir die Küste erreichen ist es allerdings bereits dämmrig. In der kleinen Stadt Bougues unweit vor Dunkerque finden wir einen schönen Übernachtungsplatz. Und trotz des Wetters und der fortgeschrittenen Uhrzeit vertreten wir uns noch die Beine. Bougues ist klein und fast verschlafen, dennoch lohnt sich ein Rundgang entlang der historischen Stadmauer, durch den kleinen Stadtkern und die Schlossgärten. 

Und ab morgen ändern wir die Fahrtrichtung: es geht nach Südwest und Süd ...




Samstag, 3. Oktober 2015

... dann sind wir mal weg!

Der OCEVI ist durchgecheckt und gepackt, das Zuhause winterfest, die Reiseführer griffbereit und wir sind startklar.

Wir wollen dem tristen Winter den Rücken kehren. Und wir haben uns viel vorgenommen: zunächst geht es nach Frankreich, dort in die Normandie und Bretagne entlang der Küstenlinie des Ärmelkanals und schließlich des Atlantiks immer nach Süden bis nach Spanien. Durch Galizien möchten wir weiter nach Portugal, von dem wir ein bißchen hoffen, dass es ein Highlight wird. Ob wir vom südöstlichsten Zipfel Europas dann einen "Ausflug" nach Marokko machen, haben wir noch nicht sicher entschieden. Unser Heimweg führt aber definitiv durch Spanien, hier möchten wir noch die einen und anderen Freunde besuchen ...

Wir fahren also los - und landen zunächst sehr unspektakulär an der Mosel in Enkirch! Na, wirklich weit gekommen sind wir also noch nicht, aber bekanntlich ist ja der Weg das Ziel. In Enkirch feiert man gerade das Weinlesefest mit großem Zelt und einer stimmungsmachenden 10-Mann-Band, genau der richtige "Einstieg". Allerdings sind wir nicht allein: in Enkirch stehen gefühlte 500 andere Camper ...


Sonntag, 27. September 2015

Passt das ...?

Letztendlich dauert es ein paar Tage bis wir mit unseren Vorstellungen für die Winterreise fertig sind. Es gab noch viel zu tun, u.a. musste unser neuer Roller noch seinen Platz auf der ehemaligen Fahrradbühne bekommen. Zuerst sah es so aus, als hätten wir uns verrechnet, denn der Hexagon Roller ist doch wuchtiger als wir es in Erinnerung hatten. Da mussten wir recht kreativ sein, doch Ende gut, alles gut: unsere "Hexe" steht gut und sicher, hätte aber wirklich nicht noch größer sein dürfen.





Montag, 14. September 2015

Wintervorbereitung: Verdopplung der SOLAR-Power

Nach unseren ersten Ausflügen findet in unserem neuen WoMo so langsam alles seinen Platz. 

Bevor wir aber nun auf die erste größere Winterreise gehen, montieren wir zwei weitere Solarplatten auf unserem Dach ... denn nichts ist schöner, als auch im Winter unabhängig zu sein von einer Steckdose! 

Nun sind wir ausgerüstet mit 400 WP.















Samstag, 5. September 2015

Willkommen bei OCEVI-Tours

Hallo lieber Besucher!


Willkommen bei unserem neuen Internetauftritt.

Wer unsere bisherigen Seiten der SY CAPELLA kannte, der wird feststellen, daß hier die Navigation ein bißchen anders aussieht. Aber wir dachten, wir gehen mit der Zeit und verpassen unseren neuen  Seiten ein neues Gesicht.

Über die Navigation rechts könnt Ihr die jeweils neuesten Blog-Einträge anklicken, hierbei steht der neueste Beitrag immer an oberster Stelle. Über die Seitenreiter oben im Bild gibt es die einzelnen Blogs in zeitlich richtiger Reihenfolge zusammengefasst zu unseren einzelnen Reisen.

Wir hoffen, Ihr habt bei unseren OCEVI-Tours genauso viel Spaß an unseren Texten und Bildern wie früher bei der SY CAPELLA.

Über ein feedback würden wir uns jederzeit sehr freuen.


Für heute liebe Grüße

Gaby & Willi


Mittwoch, 2. September 2015

... und vorbei

Am folgenden Tag fahren wir weiter, unterwegs informieren wir uns über einen nächsten möglichen Stellplatz auf dem Weg Richtung Heimat. Aber irgendwie lacht uns nichts so richtig an. Also lassen wir den OCEVI rollen ... und ehe wir uns versehen sind wir zuhause.

Toll war's!

Die Zeit mit Lisa hat sehr viel Spaß gemacht - gelegentlich haben Willi und ich kurz mal das Puber-Tier gesehen, aber es war friedlich und wirklich angefallen hat es uns nicht 😄

Die Tage haben uns ausgesprochen gut gefallen. Das Wetter hat mitgespielt, die Gegend war traumhaft! Es bewahrheitete sich, was wir schon lange vermuteten: wir kennen fast die ganze Welt, die Heimat nicht.

Dies war ein erster Schritt, das zu ändern. Und er hat ganz sicher "Lust auf mehr Land" gemacht ...!



Also dann, ciao ciao, bis zum nächsten Mal!

Dienstag, 1. September 2015

Fährhafen Brackwitz an der Elbe

Nach dieser kleinen Aufregung setzen wir unsere Fahrt fort. Sehr weit ist es nicht mehr.

Der Tag war erneut drückend heiß, nun sehen wir, wie sich dunkle Wolken zusammen ziehen. Am Ziel angekommen fängt es an zu regnen, die Temperaturen schlagartig im angenehmen Bereich.

Wir stehen in Gesellschaft weniger anderer Camper direkt am Wasser, darin schaukeln ein paar Schiffchen. Wir igeln uns ein und genießen auch mal diese Stimmung, wenn Regen leise auf das Camperdach prasselt ...





Jedenfalls muss man gezielt nach Brackwitz kommen wollen, anders findet man es nicht. Es ist so ruhig und still hier, dass wir nachts das Gras wachsen hören können.


Ein "lautloses" Peng!

Unsere Zeit neigt sich dem Ende entgegen, wir müssen uns langsam Richtung Heimat orientieren. Damit die Fahrerei nicht zu viel auf einmal wird, planen wir etwa drei Etappen.

Am Tag nach unserem Besuch im Tropical Island brechen wir also auf. Wir machen ein gutes Stück Weg, als uns die Autobahn über die Elbe führt. Es wäre Zeit einen Stellplatz zu suchen, also warum nicht einen an der Elbe? Mithilfe unserer Unterlagen entdecken wir einen und steuern diesen an.

Dabei kommen wir durch die Stadt Halle. Plötzlich winkt uns ein Motorradfahrer und macht Zeichen. Irgendwas will er. Wir halten an.

Wir hätten einer Frau an der letzten Kreuzung einen Spiegel abgefahren, erzählt er uns. Sie stünde noch dort.

Echt? Mitbekommen haben wir nichts. Willi läuft an besagte Kreuzung zurück. Ich laufe derweil um den Camper und ... da! Tatsächlich. Schrammen auf der Heckgaragentür.

Es dauert eine Weile, ehe Willi zurück kommt. An der Kreuzung war niemand betroffenes mehr.

Da aber offensichtlich etwas passiert war, fahren wir zum nächstgelegenen Polizeirevier.

Unsere Unfallgegnerin ist schon da, eine junge Frau, sichtlich aufgelöst und sie guckt uns zunächst an, als wollten wir sie (oder sie uns) fressen. Der Rest ist Routine. Ein netter Polizist nimmt die Sache auf, alle Formalitäten werden erledigt, und am Ende guckt das arme Mädel auch nicht mehr ganz so böse. Tja, dumm gelaufen, aber passiert.

"Schatzi, Du hast erste Schrammen an unseren OCEVI gemacht! Schämst Du Dich wenigstens ein bißchen?"

"Ja, schon. Andererseits sind wir jetzt quitt - am JUMBO (unserem alten WoMo) warst Du's."


Mist ... erwischt.     :-)