Donnerstag, 13. Januar 2022

Leonidio - die Heizung brummt!

Kalt, kalt, kalt ...! So hatten wir uns das nicht vorgestellt! Jetzt machen sogar wir die Heizung an und sind sehr froh dafür! Drei Tage lang ist das Wetter richtig fies.

Trotzdem müssen wir uns zwischendurch mal auf den Roller schwingen und ins ca. 5 Kilometer entfernte Leonidio fahren: unser Welpenfutter geht zur Neige. Bei dieser Gelegenheit setze ich mir gedanklich einen Merker, nie wieder ohne lange Unterhosen nach Griechenland zu reisen!








Die Sonne auf den Fotos täuscht!


Dienstag, 11. Januar 2022

Da hilft nur verkriechen ...

Stellungswechsel. Wir fahren weiter Richtung Süden und verkriechen uns auf einen Campingplatz. Hier glauben wir zwischendurch, die Welt ginge unter, und für die kommenden Tage ist sogar Schneeregen vorhergesagt ...!!!

Fest steht jetzt schon: dies ist unsere kälteste Überwinterung in Südeuropa ever, ever.

Ever.




Sonntag, 9. Januar 2022

Der Winter ist zurück

Genauso schnell, wie es für den Nordeuropäer in Griechenland gefühlt Frühling ist, genauso schnell ist die Sonne wieder verschwunden und damit einhergehend die Temperaturen erneut frisch.

Die Aussicht auf Wetterbesserung stimmt uns allerdings positiv. Denn wir haben (wieder einmal und für den Moment!) entschieden, Omikron hier auszusitzen. Mit ein Grund für diese Entscheidung ist mein ungutes Gefühl, bei diesen hohen Infektionszahlen auf eine Fähre zu gehen. 

So stehen wir noch in Astros, bis auf einen bulligen 8x8 angetriebenen KAT sind wir alleine.






Donnerstag, 6. Januar 2022

τα φώτια - Ta Fotia

Heute kommen plötzlich viele Pkw an den Strand, und eine ganze Menge Leute gehen direkt „vor unserer Haustür“ ans Wasser - einschließlich eines Priesters.

Einmal mehr erweist sich die Sprachbarriere für uns als Hindernis: wir fragen mit Händen & Füßen, ob wir stören und wegfahren sollen - und verstehen ein „nein, alles gut“. Wir vermuten: vielleicht eine Beerdigung und Ehrung eines Fischers oder ähnliches - alle sind nämlich ganz dunkel gekleidet.

Man baut einen kleinen Altar direkt am Ufer auf. Es wird gebetet und gesungen. Dann wird etwas ins Wasser geworfen und ein junger Mann in Badehosen holt es unter Applaus der Anwesenden wieder raus.

Wir fragen Sonja & Klaus, sie klären auf:

„Ja, der heutige Feiertag heißt Ta Fotia ... (τα φώτια) die Lichter ... Ein Kreuz wird in das Meer geworfen und wer es findet hat Ehre, Segen und Glück. So werden die Gewässer in ganz Griechenland gesegnet.“

Wie nett, ein schöner Brauch.




Mittwoch, 5. Januar 2022

Astros - immer wieder schön

Mit unseren druckfrischen Impfzertifikaten in der Tasche fahren wir nach Astros, obwohl wir bereits hier waren, ist’s dort immer wieder schön. Das Wetter zeigt sich von seiner sonnig warmen Seite, das genießen wir sehr.

Trotzdem drehen sich in unseren Köpfen ständig die Gedanken, was wir machen sollen ... Bleiben? Fahren? Unsere Tendenz ist: heute so, morgen so, gestern anders ...

Zuhause hat es unter anderem in der Familie leider die ersten erwischt ... vielleicht bleiben wir also doch besser in unseren 18 Quadratmetern coronafreien Zone? In ein griechisches Krankenhaus (wie gerade beim Impfen gesehen) will man allerdings im Notfall auch nicht wirklich.

Fragen über Fragen.
















Dienstag, 4. Januar 2022

Neueste Zahlen

Das RKI hat seit Jahresbeginn für das europäische Ausland keine Inzidenzzahlen aktualisiert. Auch auf den inländischen Internetseiten hinken zeitnahe Informationen hinterher ...

Bis gerade eben: wenn man den neuesten Veröffentlichungen des RKI Glauben schenken mag, hat Griechenland Stand heute eine Inzidenz von 2.248! Na Prost Mahlzeit ...!

Wenigstens konnten wir heute auf dem Amt unsere Impfzertifikate abholen. Einträge ins gelbe Impfheft macht man hier wohl nicht, aber digital läßt sich der QR Code ohne Probleme einlesen. Ein schwacher Trost.




Montag, 3. Januar 2022

Karathona Bay

Nach unserem Impfen fahren wir unterhalb der Festung von Nafplio an den Strand. Es ist Sonntag, und es ist rappelvoll, nicht zuletzt wohl auch wegen des herrlichen Wetters. 

Es stehen regelrechte Wagenburgen von Campern auf dem weitläufigen Gelände entlang der Bucht - vor den Fahrzeugen alles ausgebreitet, was die Heckgarage hergibt, ein Lärmpegel wie im Freibad ... genau das liebt die griechische Polizei. Dieser Strand ist laut unserer Information sowieso für Polizeikontrollen bekannt.

Zum Glück ist das Gelände groß, wir finden abseits vom Getümmel einen netten Platz zwischen wunderschönen Eukalyptusbäumen und igeln uns ein - heute schonen wir uns.

Und so sehen wir zwar am späten Nachmittag, einen Polizeiwagen an uns vorbeifahren, angesprochen werden wir aber nicht. Allerdings werden wohl alle anderen Camper aufgefordert, zu räumen, denn bis in den frühen Abend bricht einer nach dem anderen auf, wir sind schließlich mit noch einem weiteren Fahrzeug ganz alleine.

Die Nacht ist so ruhig, man hört beinahe das Gras wachsen ... und der nächste Tag begrüßt uns so:







Abends schicken uns Sonja & Klaus einen Zeitungsartikel über den vorangegangenen Polizeieinsatz, aus ihm geht hervor, dass sich offenbar umliegende Campingplatzbesitzer beschweren und man eine Belastung der Umwelt befürchte.

Wir sind am nächsten Tag auch für uns, und wagen es, eine weitere Nacht zu bleiben. Morgens umkreist uns die Polizei erneut im Schneckentempo, sagt aber wieder nichts. Vermutlich haben sie uns aber nun auf dem Schirm ... wir fahren mal sicherheitshalber weiter.



Sonntag, 2. Januar 2022

Geboostert 👍👍




So. Wir hatten heute unsere Impftermine! 

Geimpft wurden wir im Krankenhaus in Nafplio. Während es bei Willi ruckzuck ging und er innerhalb von paar Minuten fertig war, hat es bei meinem Termin länger gedauert und war in der Warteschlange zuweilen etwas chaotisch, weil man sich wohl nicht einig war, in welchem der Flure sich die Impflinge in Warteschlange aufstellen sollen, Drängler, die alles durcheinander gebracht haben, natürlich inklusive. Es ging also hin und her, alles auf Griechisch, ich habe ebensowenig davon verstanden wie meine Gegenüber von meinem Deutsch/Englisch. 

Der Impfvorgang selbst war tadellos, die Spritze wurde vor unseren Augen aufgezogen, soweit so gut.

Es ist also vollbracht: wir sind schonmal geboostert! 

„Schonmal“, weil wir außer dem Piks nichts weiter bekommen haben, kein Eintrag ins Impfbuch, keine schriftliche Bestätigung, gar nix ... nur eine SMS auf Griechisch, die übersetzt soviel lautet wie: „Okay, wir können gehen ...“! 

Andere Länder, andere Sitten. Alles weitere kriegen wir wohl vom K.E.P. Büro, heißt es. 

Heute läuft aber nix mehr. Wir schonen uns. Und freuen uns, dass die Sonne scheint und es endlich, endlich etwas wärmer wird.

Freitag, 31. Dezember 2021

Tschö Pieper





Lieber Pieper, 


Du sitzt irgendwo dort oben auf einer Wolke und wirst vermutlich einen Deiner markigen Sprüche von Dir geben, während wir hier unten immer noch ungläubig, fassungslos und tieftraurig sind, dass Du uns nun doch so schnell und viel zu jung für immer vorausgegangen bist. Du hast Deinen langen und anstrengenden Kampf verloren - es schmerzt uns sehr, auch wenn wir gleichzeitig erleichtert sind, dass Dein Leiden nun vorbei ist. Du bleibst uns unvergessen. 


Unvergessen für Deine Tauchurlaube auf der „Anna Maria“ und Deine Besuche auf dem sardischen Bauernhof von Willi, wo Du mit dem Motorrad ankamst, auf welchem Du Deine gesamte Ausrüstung inklusive Flasche dabei hattest.


Unvergessen für unser erstes Kennenlernen, als Du Willi fragtest: „Taucht die was?“


Unvergessen für die folgenden gemeinsamen Abenteuer unter Wasser - angefangen damit, dass man Dich binnen Minuten verloren hat, weil Du mit Deiner opulenten Fotoausrüstung etwas lohnenswertes gefunden hattest, über Dein Auftauchen stets „Flossen voraus“, weil die Kamera so schwer war, Dein „Törrrööö törrröööö Elefantenalarm!“ bis hin zum „fliegenden Finimeter“ gegen meine Stirn ...


Unvergessen für Deine Villa Kunterbunt in Sachsenberg, in der wir viele schöne Stunden mit Dir verbracht haben, Deine freistehende Badewanne im Wohnzimmer, Dein „gerupftes Huhn“ an der Küchenwand, Deine Jungesellenbude, die Deinen so unverkennbaren Stempel trug.


Unvergessen für Deine Kochkünste, viele Gerichte sind untrennbar mit Erinnerungen an Dich verknüpft, Du liebtest gutes Essen.


Unvergessen für die vielen gemeinsamen Stunden auf dem Wasser: Deine schaukelnde Nussschale in Tamariu, Dein „Panzerkreuzer Potemkin“, Deine immer wieder neuen Schiffen, Boote und Jollen, die in Deinem Garten standen zum aufarbeiten und restaurieren, Deine Besuche auf Capella und Deine vielfältige Hilfe auf und an derselben.


Unvergessen auch für das eine ganz besondere „Kommune 1“ Erlebnis ...!

 

Unvergessen für Deine Schreinerarbeiten bei uns zu Hause, allem voran jenes mit dem „ein echter Pieper“ Fauxpas, wobei kurzerhand das Mauerwerk Deiner Holzarbeit angepasst werden musste statt umgekehrt. 


Unvergessen für Deine unnachahmliche Art zu diskutieren: „Nein, nein ...!“ Hatte man ein Thema gefunden, konnte man sich stundenlang herrlich mit Dir daran festbeißen, aber nie streiten, wenn man mal nicht einer Meinung war.


Unvergessen für Deine Sturheit, Dich mit sozialen Medien auseinanderzusetzen geschweige denn, Dich darauf einzulassen - stückweit haben wir das immer bewundert.


Unvergessen für Deine Lebenseinstellung, weniger stets als mehr zu betrachten.


Und unvergessen für Dein schallendes Lachen, das auch manchmal uns galt, wir aber immer wussten, dass es niemals böse gemeint war.


Lieber Pieper, Du warst einzigartig! Nie hast Du Dich dem Mainstream angepasst, stets gradlinig für Deine Überzeugung eingestanden, hast Dich in keine Schublade stecken lassen. Wenn man Dich brauchte, warst Du zur Stelle mit Rat und mit Tat. Du warst ein feiner Mensch und liebster Freund - so werden wir Dich immer in Erinnerung behalten, und wir werden Dich sehr vermissen.


Wir beschließen das Jahr 2021 ohne Dich, der Gedanke tut weh. Aber wir rufen Dir zu: 


„Tschö Pieper, mach es gut ... bis wir uns wiedersehen! Gut‘naaaabend!“








Guten Rutsch

Wir wünschen Euch allen einen guten Start ins neue Jahr! Bleibt gesund und vor allen Dingen von diesem nicht enden wollenden Mist 🦠 verschont!

Wir begehen dieses Silvester in aller Stille und Abgeschiedenheit an der Kondili Beach, und hegen - wie wohl auch der Rest der Welt - einen frommen Wunsch:



Was wäre das schön, wenn es so einfach wäre ...!