Freitag, 17. Januar 2020

Alles neu in Maganuco

Wir fahren weiter in den Südosten der Insel und steuern damit die nächste „Veränderung“ an: Maganuco.

Es hat im Netz bereits die Runde gemacht, dass der Strandparkplatz und die dazugehörige Pizzeria nicht mehr so verwaist sein soll, wie in den sehr vielen Jahren zuvor, in denen das Gebäude ein immer mehr in sich zusammenfallender Schuppen war. 

Und tatsächlich: der Platz ist sehr aufwendig gemacht mit Steineinfassungen, Beleuchtung und Palmen! Nun sieht der Parkplatz sehr nach einem Privatgelände aus ... und doch stehen mal glatte 12 Wohnmobile drauf!

Direkt vorne vor der Strandbude ist noch Platz, dort stellen wir den OCEVI ab und steigen erst einmal aus. Es dauert keine drei Minuten - ich fange gerade Benny ein, der auch aus dem Auto gehopst ist - da springt mir ein Deutscher ohne ein „hallo“ recht unwirsch ins Gesicht: „Da“ zu stehen sei verboten, wir sollten abhauen, sonst würde am Abend wegen uns der gesamte Platz geräumt!

Sind denn nur noch solche Leute unterwegs? Wenn ich mich nicht irre, steht er doch auf dem exakt selben Parkplatz, oder bin ich blöd ...?!?

Wir treffen alte Bekannte wieder - sie stehen zum Teil bereits seit Monaten hier. Der Wirt der Pizzeria (übrigens sehr schick, aufwendig renoviert und toll gemacht) kommt und wir nehmen Kontakt auf. Nein, wir wären nicht im Wege, es wäre okay, stehen zu bleiben. Kein Problem. 

Wer sagt es denn. Natürlich gehen wir abends eine Pizza essen. Die meisten anderen Camper maulen allerdings: zu teuer, der nähme „cuperto“ (€ 1,50 für das Gedeck), und überhaupt.

So sind wir leider die einzigen Gäste, und haben überhaupt kein Verständnis dafür. Die Pizza ist sehr lecker, die Preise fangen bei € 4,00 an - es kann uns also keiner was erzählen von teuer ...

Für uns selbstverständlich, dass der Wirt was davon haben soll, wenn wir uns schon auf seinem Parkplatz breit machen. Für andere ist es das offenbar nicht. DAS ist es, was immer mehr unseren Ruf verdirbt, und nix anderes.

Anmerkung: Für das „cuperto“ gab es übrigens eine weiße Stofftischdecke, Stoffservietten, eine Vorspeise und zwei Averna auf‘s Haus!















Einen Abend später gehen wir noch einmal Pizza essen - diesmal sind wir eine kleine Gruppe von sieben Wohnmobilisten. Es ist ein netter Abend, alte Bekanntschaften zu vertiefen und neue zu knüpfen. Schön.





Mittwoch, 15. Januar 2020

Lido di Noto

Trotz des Hausmeister Ehepaars, die geflissentlich über den Platz patrouillieren und die daraus resultierende Anti-Stimmung, bleiben wir drei Tage im Oasi Park, die Wäsche trocknet in der Sonne, Willi macht ein paar kleine Reparaturen, und wir unternehmen Spaziergänge in der näheren Umgebung. Schön ist es immer noch hier, keine Frage.














Montag, 13. Januar 2020

Hausmeister im Oasi Park

Wir freuen uns auf Lido di Noto. Den Freistehplatz gibt es leider seit ein paar Jahren nicht mehr, aber gerne fahren wir zu Alberto auf seinen Stellplatz Oasi Park Falconara - wir kennen uns schon seit langen Jahren. Bei Alberto wollen wir mal wieder richtig “klar Schiff” machen: waschen und vor allem mit Strom: saugen!

Von Ognina bis Lido di Noto ist es nicht weit, am späten Vormittag kommen wir an. Begrüßt werden wir von einem deutschen Ehepaar, Alberto sei nicht da, sie machten die Vertretung.

Wie man so miteinander schwätzt, wird ganz schnell deutlich: Willi und ich haben gar keine Ahnung, aber sie wüssten wie der Hase in Sizilien läuft. Okay ...

Wenn wir waschen wollten, würden sie mir nachmittags die Waschküche aufschließen, denn jetzt wären sie gerade auf dem Sprung. Etwas seltsam, aber auch noch okay ...

Wir stellen den OCEVI ab und wenig später ist Alberto da! Er sei uns bereits zweimal auf der Autobahn Nähe Brucoli und Ognina begegnet. Schön, sich wieder zu sehen. 

Mit Alberto vereinbaren wir, dass wir drei Maschinen Wäsche waschen können und den vereinbarten Preis dafür. Er schließt uns die Tür auf und erklärt kurz die Waschmaschine, perfekt.

Und so wurschteln wir den ganzen Tag vor uns hin, zwischendurch ist das Chaos an Bord immer groß, nachmittags sind wir aber mit dem gröbsten fertig, nur die letzte Waschmaschinenladung fehlt noch. 

Wir traben zur Waschküche und bestücken die Maschine das dritte mal, da kommt diese Deutsche angeschossen und schnauzt:

„Die Tür war abgeschlossen!“

„Äh. Nein. Alberto hat uns aufgemacht.“

„Also. Dann muss ich Euch sagen: gewaschen wird nur und ausschließlich über mich!“

Es folgt Blabla, Erklärungen und Belehrungen, Tralala. Nicht mehr okay. Wir werden hingestellt, wie dumme kleine Schulkinder. Insbesondere der Ton gefällt mir gar nicht, und ich höre irgendwann nicht mehr zu. Allerdings kommen wir nicht umhin, ihr unsererseits zu erklären, dass wir „deutsche Hausmeister“ hier nicht so gewohnt seien ...

Anderntags hat unsere Auseinandersetzung auf dem Platz offenbar bereits die Runde gemacht. Das muss man ihr lassen, fleißig ist die Dame. Allerdings kommt Alberto zu uns und entschuldigt sich wortreich. Ihm tue das alles sehr leid. 

Dennoch steht durchaus zu befürchten, dass der Oasi Park durch diese „deutschen Vertreter“ einen Ruf bekommt, der dem Platz und allem voran dem überaus freundlichen Betreiber Alberto in Zukunft leider nicht mehr gerecht wird. Das wäre traurig.




Sonntag, 12. Januar 2020

Siracusa Ognina

Der kleine Naturhafen Ognina südlich von Siracusa wird unser nächster Stopp. Hier sind die Uhren stehen geblieben. Wir bekommen es gar nicht mehr zusammen, wann wir das letzte Mal hier waren, aber es ist inzwischen viele Jahre her. Und dennoch sieht alles haargenau so aus wie früher. 

Das Dörfchen ist verschlafen, die vertäuten Fischerboote auch, im Vergleich zu Brucoli liegt eine herrliche Stille über dem Hafen. Wir wissen aus Erfahrung, dass morgens um vier Uhr möglicherweise ein paar der Fischer auslaufen, aber das stört uns nicht weiter. Wir bleiben. 

Mit Benny machen wir einen ausgiebigen Spaziergang um den Hafen herum auf die gegenüber liegende Seite des kleinen Fjords. Benny flitzt unentwegt hin und her, ohne Zweifel gefällt es ihm hier. Dummerweise hat es kurz zuvor geregnet, der schwere Boden klebt wie Leim an unseren Schuhen ... und am Hund! 

Egal, der Bursche hat seinen Spaß. Und in Wohnmobilnähe gibt es eine Wasserstelle. 
Also, was soll‘s?



















Samstag, 11. Januar 2020

Brucoli

Als nächstes fahren wir nach Brucoli. Und obwohl wir es bereits gehört hatten, sind wir doch ein wenig enttäuscht: der wilde und abenteuerliche Parkplatz auf dem Felsplateu über dem Naturhafen lässt sich heute nicht mehr anfahren, man hat ein Mäuerchen vor die Zufahrt gebaut, die mit Kette verhängte Lücke ist vielleicht gerade mal breit genug für einen kleinen Pkw. Schade.







Also nehmen wir mit dem offiziellen Stellplatz rechts vor der Ortschaft vorlieb. Es ist Samstag, der Platz ist typisch sizilianisch einfach, aber gut besucht von Einheimischen. Das mögen wir ja: mittendrin statt nur dabei. Und tatsächlich ist es wieder so, dass beim Mittagessen alle beisammen hocken und wir uns bei der turbulenten Geräuschkulisse fragen, ob man gerade Spaß miteinander hat, oder kurz davor ist, sich zu prügeln. 😂



Das Fischerdörfchen ist immer noch hübsch und bekannt durch seine Wandmalereien. An einigen nagt der Zahn der Zeit und der Putz blättert, andere sind neu.










Und noch etwas ist neu in Brucoli: an allen Ecken stehen Hundestationen mit Tütchen und Entsorgungseimer! Und was ist drin? Hausmüll ...






Giardini Naxos

Es ist der fortgeschrittenen Uhrzeit geschuldet, dass wir in Giardini Naxos landen und dort einen offiziellen Stellplatz anfahren, es ist fast dunkel, als wir ankommen.


Nach dem langen Fahrtag vertreten wir uns die Beine und Pfoten. Wir laufen durch den Ort. Es ist alles unverändert touristisch, die kleine Hafenmole, an welcher wir vor 18 Jahren zum ersten Mal sizilianischen Boden betreten haben, liegt verwaist und im Dunkeln. Damals ahnten wir noch nicht, dass Sizilien mit Leib und Seele „unsere Insel“ wird ...

Wir finden unterwegs eine Gastronomia - leider nicht die von damals, sie hat geschlossen. Dennoch lassen auch die leckeren Köstlichkeiten in der Auslage dieser Gastronomia uns das Wasser im Munde zusammen laufen, Benny darf mit rein, also stürzen wir uns drauf! So schmeckt Sizilien! Irgendwie anders und besser als Restitalien ... Auch unverändert: es gibt leider alles auf und aus Plastik. Ob das jemals anders wird?





Am nächsten Morgen fahren wir weiter. Die Nacht war zwar ruhig und ungestört, aber uns gefällt diese Art des Stehens für länger nicht: eingekreist von Zäunen gibt es zudem kaum Möglichkeiten, mit Benny zu laufen. Der frühere Trampelpfad entlang eines kleinen Bachlaufs zum Strand ist zwar heute schick gepflastert, dafür liegt aber ungelogen alle 20 Zentimeter ein Hundehaufen! Bäh! Selbst Benny findet das nicht schön und stakst mit mir wie ein Storch im Salat bis zum Strand und wieder zurück.

Also brechen wir auf, das Wetter passt: über dem Ätna ziehen sich scharze Regen- bzw. Schneewolken zusammen, Richtung Süden sieht der Himmel sonnig aus. 



Freitag, 10. Januar 2020

Sizilien, wir kommen!

Bisher hatten wir es gar nicht eilig, nach Sizilien zu kommen, weil unsere Reise uns so viele neue und schöne Orte und Plätze geboten hat. 

Doch als wir in Ferruzzano aufbrechen erblicken wir bereits wenige Kilometer später den Ätna, der sich majestätisch am Horizont erhebt! „Unser“ Mont Gibel, toll! 

Auf dem Gipfel liegt Schnee, ganz auf der Spitze allerdings keiner, vermutlich weggeschmolzen durch die vulkanischen Aktivitäten der letzten Tage.

Nun kribbelt es doch!





Da wir heute jedoch spät gestartet sind, wäre es jedoch an der Zeit, einen Stellplatz für die Nacht zu suchen. Je näher wir Regio Calabria kommen, umso weniger gefallen uns die Möglichkeiten. Hinzu kommt, dass der Wind ordentlich durch die Straße von Messina bläst.

Spontan entscheiden wir: dann heute!

Wir wühlen uns durch den Stadverkehr von Reggio Calabria zum Hafen, der nächstgelegene mit Fährverbindungen nach Sizilien, nur um dort abgewiesen zu werden: ab hier wird nur Güterverkehr transportiert - wir müssen doch weiter nach Villa San Giovanni, das sind jedoch nur 12 Kilometer.

Um 15:30 Uhr halten wir unser Ticket in den Händen, 20 Minuten später sind wir an Bord. 

Sizilien, wir kommen!






Donnerstag, 9. Januar 2020

Ferruzzano

Nur gute 20 Kilometer nach Adore Marina liegt Ferruzzano - unter Campern sehr bekannt, aber je mehr wir davon hören, umso weiter gehen die Meinungen auseinander. Früher ein Freistehplatz soll er heute etwas kosten. Ergebnis: es fährt keiner mehr hin. Tja, so sind „wir“ nunmal ...

Dennoch machen wir uns immer gerne selbst ein Bild. Also machen wir dort Halt, Ferruzzano liegt ohnehin auf unserem Weg.

Entlang der Sackgasse am Strand sind großzügige Stellplätze parzelliert, aller vier bis fünf Parkbuchten gibt es Wasser. Offenbar hat man sich hier Mühe gegeben, aber jetzt im Winter ist die ganze Promenade verwaist, und kassieren tut niemand.

Außer einem einzigen Kollegen, den wir schon aus Adore kennen, sind wir alleine. Nach der langen Zeit unter so vielen anderen, tut das irgendwie richtig gut ...

Der selten mal genau hinter uns vorbei huschende Zug stört kaum. Meist besteht er nur aus zwei, maximal drei Wagons - anders als im Rheintal, wo man 15 Minuten zuhören kann, bis ein Zug durch ist. 

Fazit: wir finden es ganz schön in Ferruzzano, das strahlend schöne Wetter trägt natürlich dazu bei.






Dienstag, 7. Januar 2020

Zeit

Man mag es kaum glauben: wir stehen seit geschlagenen vier Wochen in Adore Marina. Aus meiner anfänglichen Skepsis ist Wohlwollen geworden. Adore Marina bietet alles, was das Camperherz begehrt.

Es ist bequem, weil das nahe Städtchen in fußläufiger Distanz alles bietet, vom kleinen Tante-Emma-Laden, Cafés, Restaurants und Supermärkten. 

Es ist bequem, die Ver- und Entsorgung direkt vor der Tür zu haben. 

Es ist bequem, dass sich alle Hunde untereinander so gut verstehen und viel miteinander spielen. 

Und irgendwann stellt man fest: man selbst wird auch bequem!

Also ist es Zeit, unsere Uhren auf „Weiterfahrt“ zu stellen. Vor uns liegt ja noch Sizilien!

Schön war es hier aber! Die Gesellschaft rundum haben wir genossen und sagen 

„Danke für die netten Stunden zusammen!“