Sonntag, 27. Oktober 2019

“Steinreich”, Stein-Reich, steinreich

Am Strand von Kalo Nero hat jemand Steinmännchen aufgestellt! Eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Idee, die anderen Freude bereitet - und darüberhinaus wirklich putzige Fotomotive sind, vor allen Dingen im weichen Licht des Sonnenuntergangs.


















Apropos Steine:

Zu meiner großen Begeisterung liegt auch der Strand von Kalo Nero voller schöner Kieselsteine, die geradezu danach rufen, eingesammelt zu werden. Ich bin immer noch fleißig am malen, diese Kieselsteine könnten echt zur Passion werden. Allerdings sehe ich ein, dass ich auf Dauer nicht alle mitschleppen kann. Also finden sie am Fuße des uns Schatten spendenden Baums einen Platz, und sind von dort rasch wieder verschwunden!

Anne & Willi haben inzwischen zu uns aufgeschlossen und unsere Camper stehen Seite an Seite, und Willi hat meine Steinchen sofort (für sich!) entdeckt! Wie nett: die, die in Kalo Nero entstehen, reisen also nun weiter nach Düsseldorf. Das freut mich!






Freitag, 25. Oktober 2019

Winter is coming ...

Wochenlang hat uns Griechenland mit sommerlichem Badewetter verwöhnt, jetzt es plötzlich früh morgens mit nur noch 13 Grad in kurzen Hosen richtig kalt - ich bin fast ein bißchen erschrocken! :-)

Doch wir jammern auf hohem Niveau, denn tagsüber freuen wir uns immer noch über angenehme 28 Grad. Nach Hause wollen wir also noch lange nicht.

Wir stehen nach wie vor in Kalo Nero und warten auf Anne & Willi. Sie haben ihren Segelkutter LEEV LINDA winterfest gemacht und brechen mit dem Wohnmobil heute in Kalamata auf. 

Wenn wir dann zusammen weiterfahren, lassen wir in Kalo Nero etwas zurück:





Dienstag, 22. Oktober 2019

Kalo Nero

Nach dem Besuch der Kläranlage, Einkaufen und Gastanken kehren wir Kalamata den Rücken. Wir verlassen den Messianischen Golf, überqueren den „linken Finger“ des Peloponnes und landen an der Westküste.

In dem kleinen Badeort Kalo Nero finden wir einen Platz am Strand ... und auch der ist zum Heulen schön! Wir sind zwar nicht alleine, etwa zehn andere Camper stehen hier schon, aber so ist das: gleiches Recht für alle. 

Wir werden freundlich empfangen, und heute Abend genießen wir erstmals den Sonnenuntergang über dem Meer - zwischen uns und dem Horizont liegt nichts als Wasser! 

Romantik pur - Willi kann das! 















Genau unter der Sonne liegt Marzamemi, Sizilien! 
Entfernung 588 Kilometer.





Nach diesen herrlichen Bildern haben wir Lust, essen zu gehen. Unsere Nachbarn empfehlen eine Taverne in der Nähe. Als wir davor stehen, stuzen wir: hier waren wir schon einmal! 

Damals (2010) hatten wir hier eine etwas anstrengende Deutsche kennengelernt, die den ganzen Abend gebetsmühlenartig von Griechenland geschwärmt hat - und wir konnten ihr nur stirnrunzelnd und ungläubig zuhören ...

Denn kurz zuvor hatte die Marina Messolonghi unser Schiff an Land gestellt und umfallen lassen. CAPELLA hatte drei Löcher und einen Riss im Rumpf, einen abgerissenen Großbaum, eine gebrochene Genuarollanlage, eine zerstörte Reeling, den Süllrand verbogen, im Inneren an der Aufschlagstelle völlig zertrümmerte Schränke und Möbel und viele Kleinigkeiten mehr. Wochenlang konnte und wollte uns seinerzeit niemand helfen, geschweige denn (bis heute!!!) für die fast 30.000 Euro Schäden am Schiff aufkommen! Wen wundert es also, dass wir Griechenland damals ziemlich doof fanden?

Heute gefällt es uns sehr gut hier: die Atmosphäre ist nett, der Wirt sehr freundlich, das Essen lecker, die Preise unschlagbar. Die Taverne befindet sich auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände. Die kleine Schmalspurbahn fährt jedoch schon lange nicht mehr, dafür hat man die stillgelegten Schienen irgendwie nett integriert - wir sitzen beim Essen quasi auf „Gleis 1“. Allerdings sind wir außer ziemlich dreist bettelnden Katzen die einzigen Gäste, oder aber wir sind für griechische Verhältnisse einfach zu früh. Wie auch immer:

„Hier ist es schön, hier bleiben wir!“













V+E

Am neunten Tag beschließen wir uns von Analipsi zu verabschieden und weiterzufahren, es war wirklich traumhaft schön hier. Wir haben noch keine 100 Meter zurück gelegt, da stürzt sich unser friesischer WoMo Nachbar auf unseren gerade geräumten Platz ... wir müssen wirklich lachen, seine Aussicht war vorher exakt die selbe.

Zunächst geht es für uns ein Stück zurück Richtung Kalamata. Wir möchten unsere Abwasser- und WC-Tanks leeren. 

Frischwasser findet man in Griechenland eigentlich an jeder Ecke. Entsorgungsstellen sind dagegen eher sehr rar - zumal wir mit unserem OCEVI vorhandene Campingplätze oft gar nicht anfahren können, weil wir zu groß sind. 

Also haben wir uns angewöhnt, in der Nähe von größeren Städten in Google Earth nach Kläranlagen zu suchen, deutlich aus der Vogelperspektive an den kreisrunden Becken zu erkennen.

Bisher hat das prima geklappt, zumal wir ja auch etwas größere Mengen an Bord haben. Die Verständigung geht nur mit Händen und Füßen, Und in Kalamata scheint man zunächst zu denken, wir hätten uns mitten in die Pampa verfahren und erklärt uns dauernd auf Griechisch den Weg in die Stadt, ehe wir pantomimisch unser Anliegen klar machen können. Wir möchten uns mit ein paar Münzen erkenntlich zeigen, sie springen fast erschrocken zurück und nehmen außer einem Händedruck zum Dank nichts an.

Sie sind wirklich nett, die Griechen! 
(Da, ich hab‘s schon wieder gesagt!)





Für Reiseinteressierte hier die Koordinaten:

Kalamata:
37°02′21.09″N 22°03′34.36″E

Navplio:
37°35′39.66″N 22°46′52.71″E

Patras:
38°12′17.33″N 21°42′47.29″E

Nachtrag:
In Patras nimmt man den Inhalt unserer Schmutzwasser- und WC-Tanks nur ungern an. Zunächst ist man etwas abweisend, dann aber doch sehr freundlich. Die Tatsache, dass wir unseren Kram nicht einfach in die Landschaft schütten, rechnen Sie uns offenbar hoch an und ist letztendlich ausschlaggebend, dass man uns doch einen Deckel öffnen. Währenddessen bekommen wir erklärt, warum sie Camper nicht annehmen dürfen: sie unterliegen strengen Reglements - in ihren Abwässern darf keine Chemie enthalten sein. Wir zeigen dem Herrn unseren Eimer „Ammovit“ und er ist begeistert - dieses Zeug benutzen Kläranlagen selbst. Für das nächste Mal werden wir aber dennoch gebeten, die

Wastewater Plant in Aigio anzufahren 
38°15′45.88″N 22°04′26.03″E
(ca. 30 Km von Patras Richtung Athen entfernt)



Montag, 21. Oktober 2019

Festgewachsen

Es ist so schön hier, wir mögen uns nicht vom Fleck bewegen! Also machen wir genau das - heute ist Tag acht!

Morgens ist das Meer immer ruhig und glatt, genau die richtigen Bedingungen für das SUP und zum paddeln. Benny macht seine Sache immer besser, inzwischen kann Frauchen auch schon mit ihm an Bord stehen, brav bleibt er liegen und hängt gelegentlich gelassen ein Pfötchen ins Wasser. 











Auch wenn obiges Foto den Eindruck erweckt, wir stünden ganz alleine hier, so haben wir doch nette Gesellschaft: wir lernen Traudel & Steffen kennen, und so manchen Abend hocken wir nett zusammen, mal kocht Willi, mal spielen wir ein namenloses, aber lustig spannendes Würfelspiel. 





Allerdings werden die Tage merklich kürzer und die Abende frischer, aber unsere herrlich sonnigen Tage sind natürlich kein Vergleich zu dem heimischen Schmuddelwetter. 

Und eines Abends höre ich mich selbst doch wirklich aussprechen: „Ach, es ist schön in Griechenland!“ Wer hätte das nach 2010 jemals (von mir!) gedacht ...?

Und übrigens: am Strand liegen doch tatsächlich immer noch Steine ...






Donnerstag, 17. Oktober 2019

Zeitvertreib

An der Analipsi Beach liegen schöne weiße Kieselsteine in allen Größen im Sand ... und regen meine Kreativität an. Leider haben wir nur einen einzigen dicken Eddingstift an Bord - im nächsten China-Laden werde ich das ändern, grins!




Nachtrag 20.10.

Wir stehen immer noch an der Analipsi Beach, und der Strand liefert garantierten Nachschub an Kieselsteinen. Allerdings entgeht mir nicht der schräge Blick meines Captains, dem langsam schwant, dass die alle mitfahren müssen!   :-D






Analipsi Dorf

Unser Brot geht zur Neige. Einen Bauern, der seine Sachen verkauft, gibt es in unmittelbarer Nähe, Brot gäbe es im Dorf.

„Da gibt’s keinen Bäcker!“, so die einhellige Meinung unserer Camper-Nachbarn. Trotzdem laufen wir los, und wenn es nur für die Bewegung gut ist ...

Zwei Kilometer durch Olivenheine, vorbei an schmucken Häuschen, erreichen wir das kleine Örtchen. Es ist in der Tat überschaubar. Aber es gibt drei Kneipen, eine davon ist gleichzeitig ein kleiner Krämerladen ... und er hat frisches Brot! Wer sagt’s denn?! Zusammen mit drei Kaltgetränken werden wir Pfennigsbeträge los, und nach kurzer Rast auf des „Bäckers“ Terrasse trappern wir wieder heimwärts. 



Unterwegs sind wir wieder einmal überrascht, wie gepflegt hier die Anwesen aussehen - und in welch strahlenden Farben die Natur noch blüht und leuchtet, schließlich haben wir bereits Mitte Oktober.




Mittwoch, 16. Oktober 2019

Analipsi Beach

Nach ein paar Besorgungen in Kalamata landen wir nicht weit entfernt am Strand von Analipsi. Ein paar wenige Camper stehen hier bereits, aber die Sackgasse entlang der Küste bietet viel Platz.





Vor Ort gibt es nette Tavernen und Bars, die sogar noch geöffnet haben und zur Einkehr einladen. Am feinen Sandstrand selbst gibt es alle paar Meter Duschen, die in Betrieb sind, das Wetter ist strahlend sonnig, das Meer noch herrlich warm ... was will man mehr?





„Hier ist es schön, hier bleiben wir!“

Gesagt. Getan. Wir lassen die Seele baumeln, gehen SUPen und paddeln - Benny wird von allen bewundert, wie toll er das mitmacht. 








Montag, 14. Oktober 2019

Tschüss, Ihr Lieben!

Obwohl es schön ist in Kalamata, zieht es uns nun doch weiter. Wir haben gut gestanden in der Marina und danken den Betreibern, dass wir zu Gast sein durften, denn eigentlich möchten sie nicht, dass Wohnmobile hier stehen und - wie heutzutage leider üblich - auch rasch überhand nehmen.

Wir können noch ver- und entsorgen, und schon nehmen wir Abschied von dem Segelkutter LEEV LINDA und der SY BALU - jedoch ist es durchaus möglich, dass wir uns in Griechenland noch einmal an anderer Stelle treffen!

“Vielen lieben Dank für alles! Habt noch eine schöne Zeit! Immer eine Handbreit und fair winds!“





Samstag, 12. Oktober 2019

Die BALU Crew ist da!

Wie schön! Rieke & Elja mit Töchterchen Celina sind da! In der fernen Heimat hat ein Wiedersehen leider nicht geklappt, umso mehr freuen wir uns jetzt!



Und nun kommt Willis neues Pfännchen zum Einsatz! Auf dem Wochenmarkt kaufen wir ein, Anne & Willi steuern bei, abends stellen wir Tische und Stühle zusammen und los geht’s - das Ambiente marinatypisch rustikal, aber wir machen es uns nett.











Wir haben keinen Deckel für unsere neue Riesenpfanne, aber wir wären weder Segler noch Camper, wenn Willi dazu nix einfiele: 





Und - na klar - es gibt Meeresfrüchte:



mit Spaghetti 



Macht zusammen:






 
Es ist ein gelungenes Event, und obwohl wir erst dachten, wir müssten noch eine Fußballmannschaft einladen, ist das Pfännchen schließlich ratzekahl leer. Super lecker war‘s! 

Ein toller Abend. Und doch hat er seine rührseligen Momente. Sowohl Anne & Willi als auch Rieke & Elja hätten wir nie kennengelernt, wären wir nicht mit der SY CAPELLA auf dem Wasser unterwegs gewesen ...

Umso schöner ist es, dass sich inzwischen „der Kreis geschlossen hat“, der Segelkutter LEEV LINDA und die SY BALU jetzt Seite an Seite im Hafen liegen, und Willi & ich heute als „nur noch Camper“ immer noch Teil dieser Gemeinschaft sein dürfen! Aus Segelbekannten sind Freunde geworden. 

Solche Momente empfinden wir als großes Glück - Momente, die wir für nichts auf der Welt missen möchten! Einzig Sonja & Klaus haben heute Abend in dieser Runde der „Boatpeople“ gefehlt ...