Donnerstag, 25. Februar 2016

Im "Heimfahr-Modus"

In großen Schritten geht es jetzt nach Norden.

Weil es sich anbietet, fahren wir den bei Überwinterern in aller Munde bekannten "Spätzle-Fritz" an. Der Stellplatz ist okay, das angeschlossen Restaurant bietet deutsche Küche mit deutschen Preisen. 

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung französische Grenze. Bereits 200 Kilometer vorher informieren immer wieder große Hinweisschilder über Grenzkontrollen. Als wir die Grenze erreichen, sind wir vorbereitet und haben Pässe und Hundeausweis zur Hand. Wir setzen ein freundliches Gesicht auf, und fahren vorbei an Gebäuden, die vollkommen im Dunklen liegen, in ihrem Inneren brennt gerade mal eine Notbeleuchtung, wenn überhaupt ... Keine Zöllner, nicht einer.

"Wie? Das war's?", fragen wir uns, während uns das Navi in Kenntnis setzt: "Sie haben soeben die Grenze passiert." 

Soviel also dazu.

Frankreich wird reine "Fleißarbeit". Da wir immer noch beide kränkeln und es zudem draußen kalt und grau wird, gucken wir wenig rechts und links, sondern arbeiten stur Kilometer nach Kilometer ab. Nicht nur Max findet das höchst langweilig.

Am Nachmittag des vierten Tages überqueren wir erstmals die Mosel! Das fühlt sich schon stark nach Heimat an. Ein letztes Mal übernachten wir in PONT-A-MOUSSON ...




Freitag, 19. Februar 2016

Area Camper Dunes in Daimús

Auf diesem kleinen Stellplatz ergattern wir einen der letzten freien Plätze und wollen bleiben, bis es uns gesundheitlich besser geht.

Nach zwei Tagen fahren wir jedoch bereits weiter  - jetzt zieht es uns nach Hause. Wir brechen jedoch nicht auf, ohne für dieses Mal einen letzten Blick auf's Mittelmeer zu werfen.



Die Ortschaft DAIMÚS gleicht zu dieser Jahreszeit übrigens einer Geisterstadt, alle Hotel-, Ferien- und Freizeiteinrichtungen liegen im tiefsten Winterschlaf ...




Donnerstag, 18. Februar 2016

Vorbei an Benidorm

Nach einer Woche brechen wir bei Maria & Jürgen auf, wir sind noch nicht wieder fit, aber es geht einigermaßen. Unseren Besuch auf der "Casa Maria" hatten wir uns derart erkrankt nicht vorgestellt, erst recht, weil es Maria auch noch erwischt hat als wir abreisen. Das tut uns sehr Leid.

Trotzdem sagen wir natürlich: "Herzlichen Dank für alles, Eure Hilfe bei der Werkstattsuche, Eure Fahrdienste, Eure Gastfreundschaft und Eure leckere Paella, die wir zum Glück alle noch genießen konnten als wir noch gesund waren!"

Doch jetzt müssen wir langsam mit einem Auge auf den Kalender schielen und an die Heimreise denken. Also gehen wir wieder auf die Autobahn und machen einen kleinen Schritt nach Norden. 

Wir kommen vorbei an Benidorm. Bereits damals waren wir angesichts der endlosen Hochhausschluchten erschrocken. Jetzt - 14 Jahre später - sind diese noch höher geworden: Little New York in Spain.



In der Nähe von Gandia empfiehlt unsere Literatur einen kleinen Stellplatz, den fahren wir an, weil wir ver- und entsorgen  müssen. 

Wider Erwarten gibt es noch zwei freie Plätze - fast schon ein Glücksfall, den die meisten Stellplätze sind zu dieser Jahreszeit voll belegt (und manche erlauben dann noch nicht mal die V+E!). 

Wir zögern nicht lange und bleiben ... wie gesagt, so ganz auf der Höhe sind wir beide noch nicht.



Montag, 15. Februar 2016

Wenn's läuft, läuft's ...!

Wir bleiben ein paar Tage bei Maria & Jürgen und nutzen die Gelegenheit, in ELCHE bei einer IVECO Werkstatt vorstellig zu werden, um unser Motorengeräusch abklären zu lassen.





Die gute Nachricht: es ist nicht (der erst ausgetauschte) Turbo!

Aber man erklärt uns zwei Fehlerquellen (man verzeihe mir meine laienhafte Wiedergabe): im günstigsten Fall ist nur irgendein Ventil kaputt, dadurch sei der Krümmer zu heiß geworden und die Dichtungen dort verschmort. Im ungünstigsten Fall habe auch der Krümmer was abbekommen, dann würde es natürlich um einiges teurer.

Nun gut, es nutzt ja nichts, wir vereinbaren einen Termin und bringen unseren Dicken hin. Solange der Krümmer nicht erneuert werden muss, soll er am gleichen Tag fertig werden.

Und ab diesem Augenblick "läuft's" !

Willi wird krank. Magen-Darm. Es reißt ihn von den Füßen, wie ich es noch nie erlebt habe ...

Unser OCEVI wird nicht fertig, der Krümmer ist kaputt, man muss ihn erst bestellen.

Wir packen Willi im Gästehaus der "Casa Maria" ins Bett ...

Und es wird Winter - Starkwind, Regen und Tiefsttemperatur: 2 Grad Celsius!

Kaum haben wir unsere Camper aus der Werkstatt zurück, lege ich mich flach ...

Lehrbachs machen keine halben Sachen!


An dieser Stelle schon einmal ein dickes Dankeschön an Maria & Jürgen, dass wir bei Ihnen unterschlüpfen dürfen. Auch Max findet es ganz gemütlich hier ...






Samstag, 13. Februar 2016

"Casa Maria"

In der Nähe von ELCHE besuchen wir Maria & Jürgen - deutsche Freunde aus der Heimat, die sich vor nunmehr drei Jahren hier niedergelassen haben. Es hieß immer, auch für unser Straßenschiff sei genug Platz auf ihrem Grundstück.

Also haben wir es schon immer "groß" vorgestellt, allerdings nicht sooo groß! Toll wohnen sie! Das Haus ist sehr schön, das Grundstück tatsächlich riesengroß, und das auch ohne die angrenzende Obstbaumplantage, ein Hobby, welches Jürgen in Spanien für sich entdeckt hat. 

Neidlos müssen wir anerkennen, dass sie sich hier etwas ganz besonderes gekauft und aufgebaut haben. Erstmals können wir richtig verstehen wir, warum Maria & Jürgen Deutschland mit seinen kalten und ungemütlichen Wintern und kurzen Sommern den Rücken gekehrt haben. 


Uns persönlich würde hier nur noch der Blick auf's Meer fehlen ...






Donnerstag, 11. Februar 2016

Määä-ä-ä-äh


In der Nähe von MAZARRÓN gibt es einen wilden Freistehplatz, die sogenannte "Ziegenwiese". Über sie steht Internet viel Positives, Negatives und zuweilen Skurriles zu lesen. So müssen zwei Wohnmobilisten unlängst dermaßen Streit bekommen haben, dass die Polizei gerufen wurde. Die Polizei hat sich wohl nicht nur der Kampfhähne angenommen, sondern den gesamten Platz kurzerhand komplett geräumt. Wie clever war das denn?!    :-D

Nun denn, wir wollen uns diesen Platz einmal selbst ansehen. Recht lang fährt man durch struppige Felder und unschöne Gewächshäuser, ehe der Platz in Sicht kommt. 

Als wir ankommen werfen uns die ersten ziemlich seltsame Blicke zu, fast als wollten diese sagen (Achtung: freie Interpretation): "Bleibt uns mit Eurer großen Karre ja vom Leib!"

Langsam fahren wir durch das Feld der WoMo's, es ist gut voll hier. Ganz vorne am Wasser steht die "erste Reihe" mit etwa 20 - 25 Meter Abstand zum "Strand". In Ermangelung anderer Möglichkeiten stellen wir uns ganz an dem äußern Rand vor die erste Reihe.

Wir laufen über den Platz, vielleicht kennen wir ja jemanden. Laut Internet stehen manche hier monatelang. Doch es ist komisch, alle gucken irgendwie "unter" sich, mehr als ein paar wenige, flüchtete "Hallo"s kommen nicht zustande. Auch gut.

Die Umgebung der Ziegenwiese gefällt uns nicht. Das bereits erwähnte Hinterland und auch die zerfallene Ruine vor Ort versprühen wenig Charme, die Küste ist steinig, ins Wasser käme man nur über Geröll. Nunja, Geschmäcker sind ja bekanntlich und zum Glück verschieden.

Aber der Knaller kommt erst noch!

Abends stellt sich ein kleines Schiebetürenbuschen neben uns und bleibt für die Nacht. Anderntags sitzen wir noch beim Frühstück, als ich glaube zu hören, wie jemand aus der "ersten Reihe" den kleinen Camper auffordert, wegzufahren ... Ich höre das Wort "Aussicht". Ich hab mich doch wohl verhört, oder?

Wir fragen das kleine Fahrzeug, deren Bewohner bestätigen höchst irritiert! So etwas "spiessiges" hätten sie ja noch nie erlebt!

"Spiessig" ist genau der richtige Ausdruck für die Ziegenwiese. Uns fordert man zwar nicht auf, aber wir räumen die Aussicht freiwillig, denn unsere ganz persönliche Bewertung dieses Stellplatzes lautet:

"Durchgefallen!"








Dienstag, 9. Februar 2016

Max' Tante & Onkel aus Holland

Wir besuchen Petra & Piet, unsere holländischen Freunde, die wir schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen haben, weil sie sich inzwischen fest in Spanien wohnen.

Wir haben eine ungefähre Vorstellung, wo. Als wir uns der Ortschaft nähern, fährt plötzlich vor uns ein spanisches Auto mit Warnblinker, der/die Fahrer/in ist am Winken.

"Ist das Petra oder Piet?"

Ja, kann sein, die Richtung stimmt. Wir folgen dem Auto ...

Es biegt ab, die Straßen werden kleiner, die Häuser weniger, immer weiter geht es in die "Pampa", durch einen Tunnel, über kaputte Fahrbahnen, durch Felder ... weiter und weiter.

"Bist Du sicher, dass das Petra oder Piet ist?", frage ich irgendwann. Wir lassen uns überraschen ...

Ja! Es ist Piet! Großes Hallo und:

"Danke, dass Du uns abgeholt hast, das hätten wir alleine niemals gefunden!"

Petra ist natürlich auch da, und ach, ist das schön, die Zwei nach so langer Zeit wiederzusehen! Wir freuen uns, und auch Max ist ganz aus dem Häuschen! Ob er sich erinnert? Petra & Piet haben wir auf Sizilien kennen gelernt, als wir Max als Welpen aufgelesen haben.

2016 vs 2009:





Petra & Piet wohnen wunderschön: ein kleines Haus mit Pool und Garten (unser OCEVI und das WoMo von anderen holländischen Freunden passen gerade gut hinein), rundherum nur noch ein paar andere Häuser, ansonsten viel Natur und eine herrliche Aussicht. Toll!






Wir verbringen schöne Stunden miteinander. Petra und Willi sind sofort wie früher wieder wie "Schwester & Bruder"! Ihr Lieblingsthema: Kochen und Essen :-D



Ja. Natürlich. Es gibt lecker Essen: Petra kocht "Arroz al Horno" für uns - eine spanische Spezialität ähnlich einer Paella. Lecker, lecker, lecker.




Wir bleiben zwei Tage bei Petra & Piet, ehe wir weiterfahren.

"Herzlichen Dank für alles, Ihr Lieben! Es war toll Euch wiederzusehen und noch toller, dass wir das Gefühl hatten, erst gestern wäre das letzte Mal gewesen! Bis zum nächsten Mal warten wir nicht wieder sooo lange, versprochen!"









Montag, 8. Februar 2016

Motril bis Almeria

Am folgenden Tag geht es gleich weiter. Wieder auf die Autobahn, wieder über lange Zeit ein gleichmäßig langweiliges Bild - nur heute verschwindet nahezu jeder Quadratmeter Land unter Plastik: Gewächshaus an Gewächshaus! Hier kommen also unter anderem die spanischen Tomaten her.





Ach übrigens: hätte ich bereits erwähnt, dass unser neuer Turbo nach einer Laufleistung von rund 3.000 km jetzt inzwischen ein ohrenbetäubendes Kreischen von sich gibt, sobald er belastet wird? 

Nein? Doch, tut er ...!



Sonntag, 7. Februar 2016

Gibraltar bis Motril

Wir begeben uns auf die Autobahn. Vorbei an Marbella und Málaga, die Gegend beinah vollständig bebaut mit entweder edlen und luxuriösen Ferienhäusern oder Mainstream Appartement- und Freianlagen für den vergnügungssüchtigen Urlauber. Einsame Sandstrände waren gestern ...

Wir übernachten an den PLAYAS DE MOTRIL, in Sichtweite erhebt sich die Sierra Nevada, und auf ihren Gipfeln liegt tatsächlich Schnee. Wir hatten fast vergessen, dass ja eigentlich Winter ist ...





"Auf Wiedersehen!"

Wir sind also bei GIBRALTAR. Für uns bedeutet das quasi das Ende unserer Überwinterung.

Die spanische Mittelmeer Küste, die nun vor uns liegt, kennen wir bereits von früheren Reisen. Zudem rufen in der Heimat Festivitäten, bei denen wir nicht fehlen dürfen.

Das heißt: ab sofort werden unsere Reiseschritte bedeutend größer, wir möchten allerdings noch diverse Freunde besuchen, die mittlerweile fest in Spanien leben, aber ansonsten nicht länger rumbummeln.

Doch zunächst müssen wir von Petra & Gunther Abschied nehmen - schnief. Gute vier Wochen waren wir nun zusammen und es hat großen Spaß gemacht! Viele nette Stunden haben wir zusammen verbracht, wir haben uns super verstanden, und auch unsere Tiere sind bestens miteinander ausgekommen.

Daher sagen wir heute nicht "Lebt wohl!", sondern nur:

"Auf Wiedersehen, Ihr Lieben! Es war schön mit Euch! Und bis bald - wenn nicht in Spanien, dann in der Heimat!"