Freitag, 15. Oktober 2021

Kalo Nero

Wir klappern ein paar Stellen ab, finden aber auf Anhieb nichts schönes. Und so landen wir nachmittags in Kalo Nero ...

Ach Du lieber Himmel ...!!!!! 

Entsetzt schlagen wir die Hände über dem Kopf zusammen: ein Wohnmobil am anderen, Tür an Tür, press Seite-an-Seite! Und damit nicht genug: entlang der Straße und rund um den kleinen Friedhof stehen sie auch! Wir zählen sie nicht, wissen aber auch so: too much!

Zudem gießt es gerade in Strömen ... unsere Stimmung ist etwas im Keller. So macht das langsam keinen Spaß mehr.

Dennoch haben wir Glück und finden abseits dieser Wagenburg ein freies Plätzchen, wo wir fast alleine sind. Zwar halten wir uns gut von der Abbruchkante zum Strand fern, stehen aber letztendlich gut, und das Wetter ist anhaltend schlecht, aber harmloser als angekündigt. Insgesamt erinnert es aber derzeit stark an den deutschen Sommer 2021.










Dort wollten wir eigentlich hin:








Donnerstag, 14. Oktober 2021

Wetterwarnung

Abends macht es plötzlich auf allen Handys „... bing ... bing ... bing...!“ und mit „allen Handys“ meine ich das wörtlich, egal ob auf einheimischen oder ausländischen Rufnummern. Das griechische Amt für Zivilschutz gibt eine Wetterwarnung für unsere Region heraus. 

Wir sind ein Stück weit beeindruckt, dass ein Warnsystem hier in Griechenland offenbar perfekt funktioniert, wohingegen sich Deutschland diesbezüglich ja eher ein Armutszeugnis ausstellen muss ...!

Eine Wetterwarnung an sich ist jetzt aber weniger lustig. Es wird Starkwind, aber noch mehr Starkregen erwartet. Wir stehen noch auf dem Campingplatz, der Untergrund ist sandig, rundum hohe Bäume. Unserem Gefühl nach möchten wir hier nicht stehen bleiben.

Also brechen wir auf und begeben uns auf die Suche nach einem geeigneten Stellplatz.




Mittwoch, 13. Oktober 2021

Schöner Strandfund

Das Wetter ist sehr durchwachsen zur Zeit. Immer wieder regnet es, wir räumen unsere Stühle rein-raus-rein-raus ... 

Regenpausen nutzen wir, um immer wieder mal ins Meer zu hopsen - das Wasser ist noch schön warm, oder am langen Sandstrand mit Benny spazieren zu gehen. An dem Schildkröten-Nest hat sich bisher nichts gerührt.

Mitten auf dem langen Strand stolpern wir heute plötzlich über Kunst! Da hat jemand gaaaanz viele Steine bemalt und hübsch arrangiert. Toll ...!









Besonders schön: es hat sich offenbar noch niemand daran „bedient“ - allerdings ist auch weit und breit nichts und keiner. 




Dienstag, 12. Oktober 2021

Caretta-Caretta

Wir hatten mit unserer Vermutung Recht: die geschützte Mulde am Strand des Campingplatzes ist ein Gelege der Unechten Karettschildkröte, hier Caretta-Caretta genannt.



Trächtige Weibchen kommen zur Eiablage immer zurück an den Stand, an dem sie selbst geboren wurden, zu diesem Zeitpunkt sind sie mindestens 20 Jahre alt, vorher ist die Caretta-Caretta nicht geschlechtsreif, danach legt sie etwa alle 2 - 3 Jahre. Bis zu 120 Eier werden zwischen Mai bis August im Sand vergraben. Diesen Vorgang wiederholt die Caretta-Caretta bis zu dreimal je Brutsaison, immer im Abstand von ca. zwei Wochen. 

60 Tage später (August bis Oktober) schlüpfen die Jungen im Schutz der Dunkelheit und orientieren sich am Mondlicht, um den Weg ins offene Meer zu finden. Menschen geschaffenes Kunstlicht leitet sie leider allzuoft in die falsche Richtung, was neben den vielen natürlichen Fressfeinden ihren sicheren Tod bedeutet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass nur eine Schildkröte von 1000 das Erwachsenenalter erreicht.

Ein Weibchen, dass sich durch Zivilisation in der Eiablage gestört fühlt, verliert ihre Eier schließlich ans Meer, und kehrt fortan niemals an ihren Geburtsstrand zurück. 


Wir sind sehr gespannt, ob sich dieser Tage am Strand noch etwas tut, solange wir hier sind ... 

Auf unserem Campingplatz ist es nachts übrigens schön dunkel, es gibt keine großartige Ausleuchtung des Geländes, vielleicht aus Rücksicht auf die Tiere.
👍




Montag, 11. Oktober 2021

Ein Plätzchen unter Palmen

Gut ausgeschlafen werden wir morgens von heftigen Gewittern geweckt, gefühlt sind wir von mehreren eingekreist. Das ist gespenstisch.

Weiter geht unsere Fahrt entlang des westlichen Fingers des Peloponnes in Richtung Koroni, daran vorbei, durch entlegene Gebiete in den Bergen, in denen die Spuren der verheerenden Brände aus dem Sommer unübersehbar sind (einschließlich mehrerer abgebrannter Häuser), bis hinab zur Südspitze der Landzunge, das Örtchen heißt Finikounda.

Entgegen unserer Gewohnheit lassen wir uns heute mal auf einem Campingplatz nieder. Dieser war uns durch seine Beschreibung „weitläufig“ ins Auge gefallen. 

Tatsächlich finden wir eine hübsche Ecke unter Palmen, die Sonne lacht inzwischen wieder vom fast wolkenlosem Himmel, herrlich. Schön hier.










Ein Schildkröten-Nest?




Sonntag, 10. Oktober 2021

Bouka

Gerne würden wir längere Zeit mit unseren Freunden verbringen, aber noch so eine schreckliche Nacht, in der man hilflos ein Tier leiden hören muss, möchten wir nicht noch einmal. 

Gemütlich brechen wir also auf, mit dem Versprechen, dass man sich dieser Tage an anderer Stelle in Griechenland noch einmal sieht.

Wir fahren nicht weit Richtung Westen: am Buoka Strand haben inzwischen alle Strandlokale geschossen und es herrscht beschauliche Ruhe - genau das, was wir heute brauchen.
 










Samstag, 9. Oktober 2021

Stippvisite in Kalamata

Unsere lieben Segelfreunde sind derzeit auf ihren Schiffen in Kalamata, natürlich sagen wir Hallo!

Anne und Willi hatten wir zwischenzeitlich von Anslipsi aus bereits mit dem Roller besucht. Sie hatten ein paar Tage lang ziemlichen Kummer: ihr Segelkutter LeevLinda hatte wegen Corona ein Jahr an Land gestanden. Nun kam kam er zurück ins Wasser ... und - oh Schreck - hat Wasser gemacht! 

Große Suche nach dem Leck - alles auseinander gebaut, Bodenbretter raus! Aus eigener Erfahrung wissen wir: Bei so was sieht ein Schiff in Nullkommanix aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen! Das Wasser kam an einer Ventilmanschette rein. Erst richtig sprudelnd, mit der Zeit weniger. Die Vermutung: das Holz hat gearbeitet und sich durch die diesjährige extreme Sommerhitze zusammengezogen. Nach einem Tag  war es weniger Wassereinbruch, am dritten Tag endlich hat es aufgehört. Dennoch waren es bange Tage, immer kurz vor der Entscheidung, wieder an Land zu müssen. Was ein Glück ist es gut ausgegangen.








Elja trifft mit Familie und Freunden am gleichen Tag wie wir in Kalamata ein, abends gehen wir alle trotz drohendem Regen zusammen opulent essen - es wird aufgetischt, dass sich die Tischplatten biegen, und reichlich fließt griechischer Wein ... Wir bleiben übrigens (von oben) trocken!

Leider ist es nicht allein unseren vollen Bäuchen geschuldet, dass wir in der Kalamata Marina sehr schlecht schlafen. Direkt hinter unserem Wohnmobil ist ein Hund in einen Verschlag gesperrt und zu allem Überfluss auch noch angekettet. Er gehört wohl dem Betreiber des Marina Restaurants. Als dieses zu später Abendstunde schließt, fängt der Hund - ein riesiger Dobermann - an zu jammern vor Einsamkeit. Jedes einzelne Jaulen und Fiepen geht uns durch Mark und Bein, es zerreißt uns das Herz. Die ganze Nacht überlege ich, wie ich die Kette durchkauen könnte ... 

Es ist schlimm, das Tierelend in Griechenland. Wer Hunde liebt wie wir, kann nicht im Ansatz nachvollziehen, wie Südeuropäer mit ihren Hunden umgehen. Streuner sieht man zwar sehr wenig, Kettenhunde dafür leider sehr oft. Ganz furchtbar arme Geschöpfe ...

Selbst das Donnergrollen und Regengeprassel am frühen Morgen übertönen die Jammerlaute des traurigen Hundes nicht, der Tag beginnt düster und grau, trotzdem sind wir froh, dass diese Nacht vorbei ist. 




Donnerstag, 7. Oktober 2021

Es gibt Wetter

Seit ein paar Tagen steht fest: es kommt eine Wetterfront auf uns zu. Für das Ionische Meer und den Westen des Peloponnes liegt sogar eine Unwetterwarnung vor.

Pünktlich wie angekündigt stellt sich der Wind ein und es bewölkt sich ... und wir zoppeln zum ersten Mal unsere Windjacken aus dem Schrank. 

Von jetzt auf gleich verändert sich das Meer, heute lockt plötzlich rein gar nichts mehr zum Baden.

Der OCEVI steht gut und sicher. Trotz Warnung machen wir uns wenig Sorgen, einzig die Nacht könnte unruhig werden, weil der Wind schräg auf die Breitseite unserer fahrbaren Schrankwand (liebe Grüße an Chabos!) steht!












Montag, 4. Oktober 2021

Einfach nur traumhaft

„Hier ist es schön, hier bleiben wir!“ 

Selten ist unser geflügeltes Wort so wahr wie an der Analipsi Beach. Es passt einfach alles: Wetter, Strand, Meer, Wassertemperatur, Duschen, die nahegelegenen Tavernen, das leckere Essen, ja, ja, Steine auch ... und der nette Bauer mit dem weltbesten Kastanienhonig kommt auch dieses Jahr vorbei!

Wir kommen aus dem Genießen gar nicht raus, daher fasse ich mich heute kurz, denn ich muss damit jetzt unbedingt weitermachen ...! 😎





























Sonntag, 3. Oktober 2021

Analipsi Beach

Nach einer knappen Woche wechseln wir die Stellung: wir verlassen Astros und fahren vom Argolischen in den Messinischen Golf. 

Unser eigentliches Ziel sind unsere Segelfreunde in Kalamata: Anne & Willi vom SK LeevLinda und dieser Tage auch Rieke & Elja von der SY Balu. 

Dieses Mal wollen wir aber nicht so lange auf dem Mariangelände parken wie vor zwei Jahren, und beziehen deshalb zunächst Stellung an der Analipsi Beach. Von hieraus werden wir uns mit den anderen absprechen, bis Kalamata ist es nicht weit.

Es stehen bereits einige Wohnmobile an der Analipsi Beach, aber unser altes Plätzchen ist frei. Super! Wir freuen uns!



Und ich persönlich bin ab sofort im Schlaraffenland: Steine, Steine, Steine und nochmal überall Steine! Die kann man ALLE bemalen! 

Willi verdreht schon leicht die Augen! 

Da muss er jetzt aber leider durch! Keine Chance. 😂