Donnerstag, 19. Oktober 2017

Tauch-Ersatz-Befriedigung

Dem geneigten Leser unseres Blogs mag es nicht entgangen sein: wir machen hier gerade "Tauchurlaub ohne Tauchen" ! Und unser armer Klaus bekommt dafür bei jeder sich bietenden Gelegenheit sein Fett ... und er erträgt es sehr geduldig, das muss man schon sagen.

Aber es ändert nichts daran, dass uns der Anblick der vielen schönen sardischen Tauchgebiete doch schon hin und wieder fuchst.

Bei unserem Stopp in Sassari bietet sich die Möglichkeit zu einem Urlaubs-Alternativ-Programm. Wir stürmen den Decathlon und schlagen zu: ein Standup-Paddle-Board - mein schon lang gehegter Wunsch soll uns nun die letzten Wochen versüßen. Man darf gespannt sein.

Am Strand von Lazzaretto (an dem ich vor vielen Jahren übrigens auch von Willi das Tauchen gelernt habe) blasen wir das Board erstmals auf. Ein bißchen Schiss, ob ich das überhaupt hinbekomme habe ich dann doch ...

Oje, ja, huch - ist ja ganz schön wackelig! Aber - da, guck - es geht. Anfangs sind die Beine ziemlich zittrig, aber von Meter zu Meter wird es besser. Hurra! Das Wasser ist wieder mir! Viel besser als die Strandhockerei bin ich fortan "dann mal eben wech ...!"

Nachdem ich auf dem Board sicherer bin, lade ich Max ein mitzukommen. Beim ersten Mal skeptisch, springt er ab da leichtfüßig und freudig auf. Nur einmal, als er nach dem Kommando "sitz" gleich wieder aufsteht ohne dass ich es mitbekommen habe, da haut es ihm mal die Beinchen weg und -blubs- weg isser ...





Mittwoch, 18. Oktober 2017

Neue und alte Bekannte in Lazzaretto

Im letzten Büchsenlicht kommen wir am Strand von Lazzaretto an, und sind sehr gespannt, ob wir die nächste Überraschung erleben ...

Ja, tun wir. Allerdings im positiven Sinne! Es stehen bereits ein paar andere Wohnmobile dort, und während wir uns noch orientieren, spricht uns ein deutsches Paar an: "Klar, sucht Euch ein Plätzchen. Wir gehen zum Sundowner an die Strandbar - kommt doch auch!"

Wie nett. Gesagt. Getan.

Das deutsche Paar sind Gisela & Norbert. Sie stehen schon ein paar Tage hier und frequentieren die kleine Strandbar gerne, weil es schön dort ist und auch nicht zuletzt deshalb, weil man das eben so macht, wenn man schon umsonst auf dem Parkplatz der Bar steht".

Wir parken den OCEVI und gesellen uns dazu ... es dauert nur Sekunden, da meint der Wirt: "Sono Gavino. Ti conosco!" (Ich heiße Gavino und Dich kenne ich!) 

Tatsächlich! Gavino ist ein alter Bekannter aus Willis aktiver Zeit als Tauchbasisbeitzer im nahen Fertilia, sie haben früher oft im Kreis mit anderen gegessen und immer freitags im Club der einsamen Junggesellen zusammen Karaoke gesungen. Das ist ja witzig! Und Willi ist sehr gerührt - denn sofort sind natürlich viele alte  Geschichten wieder da ...!

Lange Rede, kurzer Sinn: es wird ein sehr netter, wenn auch feucht fröhlicher Abend. Irgendwann macht Gavino seine kleine Bar zwar zu, aber wir dürfen sitzen bleiben. 

Inzwischen sind schon ein paar Sundowner gezwitschert und wir kriegen Hunger. Spontan zaubern Gisela & Norbert und wir was aus den Campern und schieben es zusammen, romantisch erleuchtet von Kerzenlicht, und natürlich gibt's einem Nachschub an Drinks. Wie gemütlich ...


Anderntags brummt mir allerdings etwas der Kopf, mir geht es aber nicht alleine so. Wie meint Norbert so treffend: 

"Wollen wir mal lieber nicht zählen, wie viele das waren!" 

Wo er Recht hat, hat er Recht.




Dienstag, 17. Oktober 2017

Stintino - eine herbe Enttäuschung

Nach unserem Zwischenstopp in Sassari fahren wir weiter nach Stintino an die Meerenge zur Insel Asinara.

Unsere Erinnerung:
türisfarbenes Wasser, endlose, einsame und fast weiße Sandstrände, eine - wenn auch kleine - Parkmöglichkeit mit toller Aussicht auf die nahe gelegene Insel.

Die heutige Realität:
Riesige Bezahl-Parkplätz schon lange vor dem eigentlichen Ziel, dort angekommen reiht sich Ferien-Resort an Ferien-Resort, entlang des ganzen Wegs eine neue Promenade mit hoher Stufe (rechts ran fahren Fehlanzeige), der Strand proppenvoll mit Schirmchen und Menschen, selbst das türkise Wasser ist nicht mehr türkis, weil wohl auch hier das gemeine Posidonia (Seegras) prächtig gedeiht.


Auf dem Fuss machen wir kehrt. Hier braucht man erst gar nicht mehr hinfahren! Wir sind enttäuscht ...

Auch wenn bereits langsam dunkel wird, fahren wir noch rund 50 Kilometer weiter nach Fertilia, Willis alter Heimat.


Krankenbesuch in Sassari

Willi und ich brechen zunächst alleine in Valledoria auf, während Sonja & Klaus noch ein paar Tage bleiben möchten.

Wir fahren nach Sassari, und fummeln uns mit unserem kleinen Auto mitten hinein in die Stadt. Wir möchten zu unserem Segelkumpel Dirk, der hier seit einiger Zeit im Ospedale liegt. Er braucht ein paar Sachen, die wir ihm natürlich gerne vorbeibringen. Außer ihm weiterhin gute Genesung zu wünschen, können wir sonst leider wenig für ihn tun.

Wir sind froh, als wir wieder aus Sassari heraus sind, zumal wir uns auch noch irgendwie verfahren und plötzlich auf einer Art eingemauertem Feldweg sind, der immer schmaler wird und auf dem an Drehen überhaupt nicht zu denken ist. Ein Fahrradfahrer bestätigt uns aber, dass es voraus keine Höhenbegrenzungen gäbe, wir am anderen Ende heraus kämen und auch die Richtung stimme. 

Puh, schwitz ...!



Sonntag, 15. Oktober 2017

Valledoria

Unser nächster Stopp ist auf einem Wohnmobil Stellplatz in der Nähe der Ortschaft Valledoria. Der Stellplatz liegt abgelegen auf einem Plateau hoch über einem endlos langen Sandstrand. Bis auf das Wochenende ist es beschaulich ruhig hier, die Platzbetreiber sind sehr freundlich, der Strand lädt zum ein und anderen Bad und zu langen Spaziergängen ein. Wir lassen einfach ein paar Tage die Seele baumeln ...

Allerdings werden plötzlich die Tage merklich kürzer und die Abende frischer, wir Mädels greifen da schon mal ganz gerne zur Kuscheldecke. 





Mittwoch, 11. Oktober 2017

Der Bär von Palau

Sonja geht es wieder besser, also radeln heute Sonja & Klaus über La Maddalena.

Das Wetter ist toll, also schwingen auch wir uns auf den Roller, heute fahren wir zu einer der Sehenswürdigkeiten dieser
Gegend: dem Capo d'Orso mit dem bekannten Tufoni (Sandsteinformation), die aus dem richtigen Winkel betrachte aussieht wie ein Bär.

Dort angekommen parken wir unseren Roller vor dem Eingang des Naturschutzparks und bekommen deswegen beinahe Krach einem ziemlich erbosten und unentspannten Parkplatzwächter, der das irgendwie nicht gut findet ...

Aber wir lassen uns die Laune nicht mies machen, und erklimmen die Anhöhe, auf der der Bär steht. Früher musste man querfeldein kraxeln, heute führen bequem Treppenstufen hinauf, früher konnte man auf dem Bären herumklettern, heute darf man ihn von untern betrachten. Tja, so isses halt ...

Die Aussicht ist allerdings unverändert grandios!









Dienstag, 10. Oktober 2017

Spaziergang durch Palau

Auch in Palau hat man die Gunst des Tourismus entdeckt und vermarktet die Schönheit der Insel, wo es nur geht: zahlreiche Ausflugsschiffe bieten im Hafen ihre Touren an und sind zu unserem Erstaunen auch zu dieser Jahreszeit noch voll ausgebucht, Tauchbasen würden uns für 90 € pro Kopf für zwei Tauchgänge ins Archipel fahren, und ein 5-Meter-Schlauchboot könnten wir für schlappe 200 € plus Sprit mieten! 

Na sauber ...! Das ist alles eher nichts für uns. Statt dessen unternehmen wir lieber ausgedehnte Spaziergänge, so auch entlang der Uferpromenade von Palau.

Früher war Palau ein zweckmäßiges Städtchen mit Fährhafen, eigentlich langweilig und nichts sagend. Aber wie überall auf der Insel, hat sich auch Palau sehr gemausert und ist heute an fast jeder Ecke richtig hübsch! 






Sonntag, 8. Oktober 2017

Da waren es nur noch drei ..

Als wir zurück zum Campingplatz kommen, erzählt und Klaus, dass er festgestellt habe, dass mit seiner Stromversorgung irgendwas nicht stimmte und er der Sache mal auf den Grund gegangen sei.

Klaus: "Mir fehlt eins von den vier Solarpanelen."
Sonja: "Ois mia in Bérchida losgfran san, hots an moads Scheppara doa. Aba gseng hama nix, bloß gherd."

Ups.

Die geklebte Befestigung hat sich vom Dach gelöst, vielleicht war es nicht richtig gemacht oder mit dem falschen Kleber - wer vermag das bei einem gebraucht gekauften Fahrzeug schon zu sagen. Aber: weg ist weg, und "unten angekommen" hätte es wohl auch wenig genutzt, wenn wir es noch gefunden hätten.







Samstag, 7. Oktober 2017

Ausflug nach La Maddalena

Mit dem Roller machen wir einen Ausflug. Wohin? Ganz klar: in Willis Königreich La Maddalena! (Zur Erklärung: Willi sagt schon immer: "Wenn die La Maddalener mal einen König brauchen sollten, ich melde mich für diesen Job freiwillig!")

Die Fähre ab Palau setzt uns schnell über, es macht uns riesen großen Spaß, mal wieder hier zu sein!


Wir flanieren durchs kleine und quirlige Städtchen und gucken Schaufenster


Besonders der große Pulpo hat es mir angetan!


Wir lassen uns auf einen Café nieder und betrachten die flanierenden Menschen ...

Anschließend fahren wir weiter nach Giardinelli, einer kleinen Halbinsel, auf der wir damals 2003 mit unserem WoMo ein kleines Paradies gefunden hatten. Der Weg dorthin ist heute noch schlechter als damals schon, aber mit dem Roller wurschteln wir uns durch und werden belohnt mit der unverändert schier unbeschreiblichen Schönheit dieser Gegend.




Die Cala Spalmatore ist heute menschenleer, kein Barbetrieb mehr,  keine Bojen, keine Schiffe, kein Dirk (Cala Spalmatore ist Dirk's zweite Heimat). Die lange Pier liegt verweist da und lädt uns ein, unser mitgebrachtes Picknick zu verzehren, welches eine neugierige Möve gerne mit uns teilen würde ...


Und wir fahren über die Nachbar-Halbinsel Caprera zur Bucht Porto Palma ... wohin wir heute auch blicken, überall lauern wunderschöne Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse zu Land und zu Wasser ...!

Es war sehr, sehr schöner Tag!





Freitag, 6. Oktober 2017

Palau - Baia Saraceno

Wir lassen die Costa Smeralda mit seinen Protzhäfen und Nobelvierteln links liegen, das ist kein Pflaster für uns.

In Palau haben Sonja & Klaus den Campingplatz Baia Saracena ausfindig gemacht, der schön liegt, allen Pi-Pa-Po bietet und darüberhinaus preislich attraktiv ist. 

Dort angekommen finden wir zwei sehr hübsche freie Plätze nebeneinander nur wenige Schritte vom Ufer entfernt, freier Blick auf's Wasser, auf vorbei segelnde Schiffe und auf das La Maddalena Archipel. Unser Plätzchen sind zwei echte Sahnestücke - wie wir noch erfahren - denn übers Wochenende wird es ordentlich voll und manch einer beneidet uns darum. 

Wir bleiben eine Weile, zum einen weil es so schön hier ist, aber auch weil unsere arme Sonja krank wird und sogar ein Arztbesuch von Nöten ist. Also halten wir den Ball flach und lassen sie in Ruhe gesund werden.