Mittwoch, 20. September 2017

Porto Pino

Sonja & Klaus wollen anderntags weiterfahren an die Ostküste der Insel, Willi und mir fehlt hingegen die Lust, schon wieder einen ganzen Tag hinterm Steuer zu verbringen. Also brechen die Zwei auf, während wir beschließen, nach zu kommen und heute einfach zu bleiben, wo wir sind. 

Wir unternehmen ausgedehnte Spaziergänge und finden es wider Erwarten ganz hübsch in Porto Pino.






Mit dem Roller erkunden wir die etwas weitere Umgebung von Porto Pino. Auch dort ganz hübsch, aber im wesentlichen bietet sich - wie auch schon in den letzten Tagen - überall das gleich Bild: kaum nähert man sich einem Parkplatz in Strandnähe, zückt sofort einer den Quittungsblock, obwohl man noch gar keine Anstalten gemacht hat, bleiben zu wollen ...




 

Dienstag, 19. September 2017

Alles irgendwie Murks

Aufgabenstellung des Tages: an der Costa del Sud einen (am liebsten Freihsteh)-Platz finden, den Kiel ans Schlauchboot anpassen und dann in der tollen Topographie dieser Gegend endlich einmal tauchen gehen.

Klingt einfach, ist es aber nicht.

Wir haben das Capo Malfatana im Auge, die Zufahrt soll nach unseren Informationen schwierig sein, und tatsächlich ist mir bei dessen Anblick alles andere als wohl. 

Mit Rücksicht auf mein momentan angeschlagenes Wohlbefinden durch diverse hinter uns liegenden Ratscher, fahren wir weiter nach Chia. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten - dachten wir.

Aber - ach Menno. Überall blecht man hier, noch nicht mal gefallen tun uns die Plätze. Mögliche Freistehplätze gibt es gar nicht, oder sind mit WoMo nicht erreichbar. Und übrigens: die Strände sind alle noch proppenvoll - und das Mitte September! Wir hätten nicht damit gerechnet, dass allerorts noch so viel Betrieb ist.

In Chia machen wir kehrt, es macht keinen Sinn in diese Richtung weiter zu fahren - vor uns liegen die Ausläufer von Cagliari, dort finden wir sicher nicht, was wir suchen.

Also doch Capo Malfantana. Augen zu ...

Sonja & Klaus fahren voraus und haben gerade die Hürde der Zufahrt gemeistert, da ruft uns eine vorbeifahrende Signora mit erhobenem Zeigefinger zu: "No campers!". 

Na super, dann hier also auch nicht. Beim weiterfahren können wir von oben betrachtet in der Tat am Kap keine Camper sehen.

Irgendwann finden wir am Strassenrand in Strandnähe einen Platz zum anhalten, und prompt weisen Hinweisschilder darauf hin: "no dogs allowed" !

Sogar das Betreten des Strandes ist hier unter Androhung einer Strafe von 3.000 € ganz verboten ...


Mittlerweile ist es nach 15:00 Uhr und der Tag damit gelaufen. Wir sind alle ein wenig angefressen - und weil uns nix besseres einfällt, fahren wir zurück nach Porto Pino.

Ganz beiläufig lässt Willi die Bemerkung fallen: "Die Fähre nach Sizilien geht freitags ...!"





Montag, 18. September 2017

An ... und aus ...!

Aufbruch in Buggerru. Heute haben wir einiges vor: Wäsche waschen, Lebensmittelvorräte auffüllen, Stichsäge kaufen und noch ein paar andere Kleinigkeiten besorgen. Dafür bietet sich das Städtchen Iglesias an, der einzige etwas größere Ort in dieser Gegend.

Beim Losfahren leuchten bei uns diverse Warnlampen - unter anderem die für's ABS. Das ist gar aber gar nicht gut: vor uns liegt wieder die Strecke durch die Berge mit den starken Steigungen und Gefällen.

Klaus und Willi werfen nochmals einen prüfenden Blick in den Sicherungskasten und siehe da: eine war tatsächlich verkehrt gesteckt. Nun ist alles klar, wir können los.

Kurz vor Iglesias meint Willi: "Bin ich froh, dass das nur eine Kleinigkeit war, ich sah uns schon in Cagliari in eine IVECO Werkstatt fahren."

Er sprach's und just in dem Moment fängt unser Motor an zu stottern ... Wir fahren rechts ran - und er geht aus ...

Nach mehreren Startversuchen, bei denen der Motor jeweils nach Sekunden ausgeht, bleibt er an. Wir fahren weiter.

Nachdem unsere Wäsche gewaschen ist und wir eingekauft haben, lässt sich unser OCEVI aber zu nichts mehr überreden - der Motor will einfach nicht anbleiben. Wir vermuten entweder ein elektronisches Problem, oder etwas an der Dieselzufuhr. Es nutzt alles nicht, wir brauchen Hilfe.

Im Internet finden wir einen IVECO Service, kaum eine Stunde später ist jemand da. Wieder einmal sind wir von IVECO beeindruckt, wie zuverlässig das klappt.


Auch der Mechaniker hat sofort das Dieselsystem in Verdacht, die Dieselpumpe geht und spritz munter bei abgezogenen Schläuchen, also guckt er sich den Filter an. Er will ihn austauschen, hat aber nicht den richtigen an Bord. Aber bekommt uns flott und lotst uns in seine Werkstatt. 

Dort kümmert man sich sofort um uns, wechselt den Filter und - tadaa - alles wieder gut!

Es ist nicht der Platz unserer Wahl, aber weil wir ihn kennen landen wir für die Nacht in Porto Pino. Der offizielle Stellplatz ist bereits im Winterschlaf, stehen kann man trotzdem, Astrid & Fridolin sind auch da.

Es ist bereits finster als wir ankommen, plötzlich war der Tag lang, und wir sind alle vier müd'. Zum kochen hat von uns keiner mehr Lust. Fridolin weiß von einer Pizzeria in der Nähe. Dankbar lassen wir uns dort nieder und bedienen - ein schöner Abschluss eines in Summe anstrengenden Tages.

Sonntag, 17. September 2017

Strandpiraten

Oberhalb des Hafens von BUGGERRU liegt ein Gelände, auf dem zahlreiche Schiffchen und Boote ein äußerst trauriges Dasein fristen. Klaus und Willi streunen gerne dort herum und geben sich Tagträumen hin, aus welchen dieser armseligen Überreste man wieder ein flottes Bötchen machen könnte, ganz besonders Willi hat da eines im Auge ... Mehrfach hören wir von verschieden Einheimischen, dass all diese Boote aufgegeben seien und die Gemeinde den Platz räumen will, um ihn anderweitig zu nutzen.

Am Sonntag kommt Klaus von einem Spaziergang zurück und meldet: "Ich habe einen Kiel gefunden, mich aber nicht getraut, ihn mitzunehmen!"

Gemeinsam ziehen wir los und tatsächlich - mitten zwischen Grümpel und Unrat liegen zwei Kielteile, die mit ein bißchen Bearbeitung passen könnten! 

Wir schultern die beiden Teile und retten sie damit vor ihrer sicheren Verschrottung.

Hurra, jetzt könnte es doch noch was werden mit unserer Taucherei!





Samstag, 16. September 2017

Chirurgischer Eingriff

Kurzer Rückblick: als wir vor ein paar Tagen auf dem Agriturismo aufgebrochen sind, habe ich Willi über das Gelände und durch die Durchfahrten dirigiert. An dem Ausfahrtstor war alles okay, ich wähnte den OCEVI "durch", wandte mich ab um noch den Müll weg zu bringen, da machte es: "RAAATSCH!" 

Nun hing unsere Stoßstange richtig in Fetzen - mit Klebeband fixierten wir sie, damit wir sie nicht ganz verlieren.

"Das war kein fahrerischer Fehler", meinte Willi. "Der blöde Torpfosten hat nachgetreten, ganz klar!"

Jaja, so war es, ganz sicher ...


Zurück nach BUGGERRU. Nun, da wir nicht tauchen gehen (es wäre sowieso nicht der richtige Seegang dazu), haben Willi und Klaus Zeit, sich um unseren Trümmerhaufen zu kümmern. 

Die Kabel unserer Heckleuchten sind alle durch. Klaus lötet. 


Nicht nur die Kabel waren kaputt, auch diverse Sicherungen hat es zerschossen, es beginnt die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Für Stunden hört man:

"Brennt es jetzt?"
"Nein"
"Jetzt?"
"Nee, nix!"
"Oh ...!"
"Jetzt?"
"Links ja!"
"Ah ...!"
"Nee, aus!"
"Und jetzt?"
"Nix!"
"Ja, jetzt!"

Soweit so gut, das war die elektrische Geschichte, schöner aussehen tut sie noch nicht. 

Es dauert noch einmal eine Weile und es wird aus dem da:


wieder das da:



Fast schöner als vorher! Geht doch!

;-D






Freitag, 15. September 2017

Ozapft is ...!

Jedenfalls blasen wir wegen des vergessenen Kiels nicht lange Trübsal, statt dessen feiern wir unseren bayrischen Abend: Sonja und Klaus haben das richtige Bier dabei, Willi und ich extra für diesen Anlass als Überraschung für Sonja & Klaus die richtigen Klamotten im Gepäck:


"Ozapft is ...!" und alles ist gut!


Da fehlt was!

Am nächsten Morgen schreiten Sonja & Klaus zur Tat, entladen ihr Schlauchboot und beginnen es aufzupumpen.



Als Willi und ich uns fertig den Schlaf aus den Augen gerieben haben und zur Hand gehen wollen ... äh ... was ist das? Sonja & Klaus packen wieder zusammen!? 

Sie haben den Kiel des Bootes zuhause vergessen! 

Oh nein ...! Ohne Kiel, kein Boot - ohne Boot, keine Tauchfahrt.

Unsere arme Sonja ist zunächst untröstlich und im ersten Moment ärgert sich natürlich auch Klaus, aber es ändert ja nichts. Schade ist es schon, aber wir nehmen es gelassen. So Dinge passieren, und wer weiß - vielleicht ist es für was gut. Wir können ja immer noch von Land aus tauchen, wenn sich was ergibt.



Donnerstag, 14. September 2017

Auf der Suche

Zwei Tage bleiben wir auf dem Agriturismo, ehe es uns zurück ans Meer zieht, denn nun würden wir sehr gerne mal tauchen gehen.

Gemeinsam studieren wir die Landkarte und entscheiden uns, ein Stückchen unseres Weges wieder zurück zu fahren: in FUNTANAMARE war uns bereits auf der Herfahrt ein großer Parkplatz mit einem Slip für Boote ins Auge gefallen, der seinerzeit aber wegen der schweren See ausgeschieden war.  

Als wir heute dort ankommen, hat sich das Meer zwar beruhigt, aber dafür ist jetzt der Parkplatz rappelvoll, und an der Einfahrt hält der obligatorische Parkplatzwächter die Hand auf. Das hatten wir uns so nicht vorgestellt, aber überdies ist auch gar kein Platz mehr für uns.

Eine andere Strandzufahrt in der Nähe ist auf 3,5 Tonnen beschränkt - also auch nix für uns.

Ein paar Kilometer weiter kommen wir an der alten Bergbausiedlung MASUA vorbei. Der hiesige Stellplatz liegt zwar schön terrassiert, aber hoch über dem Wasser, mit dem Schlauchboot kommen wir da nicht runter ...

Also - was tun? Nun bietet sich für heute eigentlich nur noch BUGGERRU an. Wieder schrauben wir uns über enge Serpentinen 13 %ige Steigungen hinauf und bringen bergab auch im kleinsten Gang noch unsere Bremsen zum glühen, bevor wir am Nachmittag wieder dort ankommen, wo wir schon waren: BUGGERRU.

"Hier ist es schön, hier bleiben wir!" Basta.














Dienstag, 12. September 2017

Agriturismo Costa del Sud

Der neue Tag wird im wahrsten Sinne des Wortes eingeläutet: Hunderte von Ziegen trotten über die Felsen links der Bucht und an unseren Wohnmobilen vorbei, unaufhörlich bimmeln ihre Glöckchen, die Jungtiere rufen blöckend nach ihren Müttern - quasi mein erstes Ständchen für heute, denn: tante auguri a me.

Nach einem schönen Geburtstags-Frühstück rühren mich alle mit ihren Gaben zu Tränen - allen voran Klaus, der mir eine seiner Gitarren schenkt ... wow! Jetzt fehlt nur noch, dass ich halb so gut spielen kann, wie Sonja und er!

So schön es hier am Strand ist, zum einen möchten wir die Gastfreundschaft nicht überstrapazieren, zum anderen möchten wir zur Feier des Tages heute Abend gerne essen gehen. Also begeben wir uns auf die Suche.

Größere Ortschaften gibt es in dieser Gegend nicht. Verschiedene Agriturismen, die wir bereits am Vortag angesehen hatten, waren geschlossen. In Sonjas Reiseliteratur wird der AGRITURISMO COSTA DEL SUD in unserer Nähe beschrieben, welcher ganzjährig geöffnet haben soll. 

Und tatsächlich, ein wirklich schönes Gelände, sehr gepflegt, mit schönem Swimmingpool und Sanitäranlagen, Grillstationen und hübscher Bepflanzung. 

Es gefällt uns sehr gut und ist mal was ganz anderes als immer nur Strand. Da kaum noch andere Gäste da sind, haben wir den Pool für uns alleine und genießen ihn ausgiebig - obwohl das Wasser eiskalt und seeehr erfrischend ist!




Wir verbringen gelassene Stunden, genießen Sonjas selbst gebackenen Geburtstagskuchen:


... und stimmen uns ein mit einem Aperitivo: 


bevor wir "zum Nachbarn" essen gehen, denn unser Agriturismo hat keine eigenes Lokal mehr. Astrid & Fridolin gesellen sich zu uns und wir verbringen einen netten Abend bei gut bürgerlicher Küche.

Es war ein wunderschöner Tag, ich bedanke mich bei allen von Herzen für die vielen schönen Momente und Stunden!








Montag, 11. September 2017

Ein Wiedersehen

Während wir mit den Rücklichtern unserer Stoßstange den Himmel anleuchten, fahren wir weiter und zurück an die Küste. Ab Porto Budello ostwärts beginnen wir mit der Stellplatzsuche. 

Die Küstenstraße ist kurvig, wenig befahren und hier und da gibt es kleine Abzweigungen ins Gelände, auf denen man stehen könnte, die uns aber irgendwie alle nicht anlachen.

Und so landen wir schließlich an der Stelle, an der -wie wir wissen- Astrid & Fridolin mit ihrem WoMo stehen. Das Gelände ist in Privatbesitz, der Eigentümer anwesend, und auf Anfrage ist er so freundlich und lässt uns mit unseren beiden Strassenschiffe für die Nacht dort stehen.

Das ist aber nett. Mit Astrid & Fridolin gibt's natürlich ein großes Hallo - es ist nun gute zwei Jahre her, dass wir uns zuletzt in Portugal gesehen haben.