Dienstag, 31. Oktober 2017

Ein Wort zu "den Gelben" - Sardegna Ferries

Großes Lob für diese Fährgesellschaft! Wie bei keiner einzigen anderen Linie, die Sardinien, Sizilien oder auch Griechenland anfährt, haben wir je zuvor ein derart angenehmes Ein- und Auschecken erlebt. Die Einweiser sind völlig gelassen, ruhig, und allem voran sehr aufmerksam und fokussiert: sie sehen von selbst, dass ein Fahrzeugüberhang lang ist und achten entsprechen darauf.

Auf dieser letzten Überfahrt konnten wir vorwärts einfahren, im vorderen Teil der Fähre um die mittschiffs liegenden Aufbauten mit dem Auf- und Niedergänge herum fahren, so dass man bei Ankunft ebenso bequem und unhektisch wieder vorwärts von der Fähre herunter rollen kann.

Preislich war unsere jetzige Überfahrt übrigens gut die Hälfte billiger als bei Mobby.

Hunde sind auf den Sardegna Ferries überhaupt kein Problem und dürfen (fast) überall mit hin, auch in die Bar- und Cafeteria-Bereiche (Restaurants haben wir nicht besucht).

Und noch was: Café und Cappuccino gibt es bei Sardegna Ferries in Porcellan Tassen und ist richtig heiß (und keine lauwarme Plörre im Plastikbecher)! 

Toll! 

Ganz klare Empfehlung unsererseits!

Sonnenaufgang über Livorno




Plötzlich einsam ...

An Bord der Sardegna Ferries reicht die Zeit gerade noch für einen letzten gemeinsamen Café, dann hat das Schiff auch schon angelegt, wir fallen uns ein letztes Mal um den Hals, die Laderampe öffnet sich und ... zack ... sind wir allein - Sonja und Klaus müssen nach Hause ganz anders fahren als wir.

Ein komisches Gefühl, wir fühlen uns direkt einsam ...


Es ist 06:30 Uhr und es wird gerade erst richtig hell, da sind wir schon auf der Autobahn Richtung Norden. 

Mehrmals machen wir Rast und geben Max die Gelegenheit, Steinchen und Sand auszukäckeln, holen selbst zwei Stunden Schlaf nach, und sind abends 660 Kilometern später in Bad Bellingen bei Basel.

Wenn schon "vorbei", dann bitte schnell!


Montag, 30. Oktober 2017

Armer Max

Kaum sind wir auf der Fähre, krümmt Max plötzlich den Rücken und fängt an zu brechen. Zum Glück stehen auf dem Außendeck ein Eimer und ein Wasserhahn zur Verfügung, denn so viele Doggy-Tüten hatten wir nicht eingeplant.

Gute zwei Stunden laufen wir langsam mit ihm auf und ab, immer wieder entleert er sich vorne und hinten, sobald er sich ablegt, zwingen ihn Koliken wieder zum Aufstehen. Dann erst wird es langsam besser. Er hat großen Durst, doch dummerweise ist das Wasser an Bord gechlort, mehrmals speit er es nachts aus ... an Schlaf ist irgendwie nur bruchstückhaft zu denken, um 03:00 Uhr müssen wir neues Klopapier organisieren ...

Netterweise weckt uns Sardegna Ferries erst eine Dreiviertelstunde vor Ankunft und wirft uns nicht wie andere Fährgesellschaften bereits zwei Stunden vorher aus der Kabine. Dennoch ist die Nacht sehr kurz und wir sind ein wenig gerädert.

Im Laufe des Tages wird übrigens klar, was passiert war: am Abend zuvor hatten wir die Sardinien in Öl gebraten. Damit das Bratfett nicht unnötig im Camper oder dem Mülleimer vor sich hin müffelt, haben wir die ganze Pfanne zum Abkühlen nach draußen vor die Tür gestellt. Dummerweise hat aber der starke Wind die Pfanne umgestülpt - alles weitere kann man sich denken. 

Es dauert lange, bis der arme Max keine Steinchen und Sand mehr von sich gibt ...





Arrivederci

Unser letzter Tag vergeht langsam mit Warten ... und verheerenden Folgen (siehe nächstes Kapitel).

Wir laufen durch das mittlerweile verschlafen Örtchen, dass sein diesjähriges Geschäft gemacht hat, denn die meisten Geschäfte und Restaurants sind geschlossen und verwaist. Nichtsdestotrotz sind hier noch einmal viele Erinnerungen an unsere Seglerzeit da, und auch heute sind wir überrascht, wie geputzt und adrett sich Golfo Aranche gemausert hat. 



Unsere Fähre ist schon da und wartet auf uns. Nach einem frühen Abendessen fahren wir die noch wenigen Meter bis in den Hafen, werden dort unüblich gründlich kontrolliert (Papiere, das Fahrzeuginnere und sogar Sonja und Klaus' Hangepäck wird durchleuchtet), und dann plötzlich trennen uns nur noch Stunden davon, dass wir uns von Sonja und Klaus verabschieden müssen ...

Da die Nacht kurz wird, sagen wir früh "gute Nacht" ... und dann nimmt eine kleine Katastrophe ihren Lauf!


Sonntag, 29. Oktober 2017

"Luna Mezzo Mare" nach Kaiser-Art



Es ist Urlaub auf Sardinien 
und wir wollen tauchen geh'n.
Unser Klaus, der hat ein Schlauchboot,
dessen Kiel zuhause steht!

Ein neuer Kiel ist schnell gefunden,
stundenlang schnitzt Klaus dran rum ...
"Jetzt gib mir mal die Seitenteile."
"Oh - die steh'n beim Kiel dahoam!"

So a Scheiß, des is jetzt aba bled!
Kruzifix, es voll in die Hose geht!
Nutzt ja nix, so sind wir nicht startklar,
und nur weil er so nett ist, 
     haben wir den Klaus noch liab.


Er ist damit komplett gestorben,
unser Plan vom Tauchen geh'n.
So hocken wir zu viert am Ufer,
träumen davon, wie schön es wär'.

Unsrem Klaus und auch der Sonja
tut das alles mächtig Leid.
Nicht nur wir, sondern auch die Beiden
hatten sich so sehr gefreut.

So a Scheiß, es hat nicht sollen sein,
und wer weiß, vielleicht ist es für was gut.
Mit 'nem Vino stoßen wir nun an,
und auch wenn Klaus so nett ist,
     unsre Häme, die muss sein!


Manchmal zwitschern wir 'nen Mirto
oder trinken derer drei,
wir genießen unser Leben,
pfeif auf die blöde Taucherei ...!

So vergehen rasch die Wochen,
schupps - da sind sie auch schon um.
Uns haben die Tage gut gefallen,
sehr schön war es mit Euch Zwei!

So - das war's, jetzt ist mein Liedl aus,
und ganz bald, da fahren wir nach Haus.
In den Flaschen, da ist noch deutsche Luft,
die könnt' Ihr dann vertauchen
     In Euren kalten Seen ...!


Ach, das ist jetzt aber schade,
des ka do ned ois gwesn sei.
Denn der Willi - gar nicht dumm
surft seit Tagen schon in ebay rum!

Und so kauft er uns ein Schlauchboot
mit einem Kiel, der ist fest dran,
gut verschweißt mit dem Unterboden
man DEN nicht vergessen kann!

Oh wie schön, das freut uns aber sehr!
Nächstes Jahr kommen wir dann wieder her!
Mit zwei Booten - das wäre doch gelacht,
da gehen wir dann tauchen, 
     bis die Schwarte kracht ...!!!
Da gehen wir dann tauchen,
                            bis die Schwarte kracht!




Nachtrag 4.11.2017


Klaus, guck: Seitenstabilisatoren!


                                                   ;-P



Letzter Abend in Golfo Aranchi

Tja, und auf einmal sind acht Wochen rum. Bereits einen Tag vor Fährtermin machen wir uns auf den Weg Richtung Olbia, kaufen dort im Auchan noch einmal ausgiebig ein, und weil uns die Fischtheke so anlacht, streichen wir das gemeinsame Abschluss Essen in einem Restaurant und nehmen ein Kilo Sardinen und vier schöne Spigole (Seebarsch) mit. So lecker!

Den letzten Abend verbringen wir in Golfo Aranchi auf eben jenem Platz, auf dem wir unseren Tauchurlaub (ohne Tauchen) begonnen hatten, der Fisch mundet hervorragend.






Und ein letztes Mal nehmen wir Klaus auf die Schippe wegen der vermasselten Taucherei: mehr schlecht als recht klimpere ich die Melody von "Luna Mezzo Mare" auf der Gitarre mit selbst geschriebenem Text - letzterer sorgt für Lacher, ersteres wird höflich gelobt (ich fand's furchtbar!). Ganz sicher steht mir keine Musiker Karriere bevor ...



Samstag, 28. Oktober 2017

Porto Ferro

Nach unserem Besuch der Grotta di Nettuno fahren wir nach Port Ferro. Auf einem Hochplateau liegt sehr einsam ein großer Parkplatz, auf dem nichts los ist, also bleiben wir.

Die Sonne lacht, aber es ist sehr windig, weit unter uns laufen große Wellen in die Bucht, und zahlreiche Surfer haben ihren Spaß an ihnen.




Unsere beiden WoMo's stehen geduckt hinter dichtem Bewuchs, so dass unsere Nacht trotz der Windböen einigermaßen ruhig wird.


Sonja nutzt übrigens die Gunst der Stunde und sammelt ein letztes Mal Treibholz für ihr Hobby, dem Schnitzen. Reiche Beute!





Capo Caccia & Grotta di Nettuno

Wer auf Sardinien ist, muss sie eigentlich gesehen haben, sonst fehlt was: die imposante Landschaft des Capi Caccia im Nordwesten der Insel.

Wir kennen es zwar, aber eben Sonja & Klaus noch nicht. Also raffen wir uns auf, und brechen nach nunmehr zehn wirklich herrlichen Tagen am Strand von Lauzaretto unsere Zelte ab.

Mit beiden Campern fahren wir zum Aussichtspunkt... , von dem man eine fantastische 360 Grad Rundumsicht hat: landeinwärts über die große Bucht von Porto Conte und andererseits tief hinab ins Meer, die Steilwände des Kaps fallen nahezu senkrecht ins Wasser. Wir haben Sonja & Klaus nicht zuviel versprochen, sie sind begeistert.




Da wir nun schon einmal hier sind, bietet sich ein Besuch der Grotta di Nettuno an, die größte erschlossene Tropfsteinhöhle Sardiniens. Das spannende daran: sie ist nur über das Meer per Boot, oder von hier aus über 700 Treppenstufen zu erreichen! 


Also - auf (oder besser gesagt: ab) geht's.

Der Weg zur Grotte ist spektakulär! Die Treppe ist in die Steilwände gehauen, später erfahren wir, dass die Bauzeit für diese 700 Stufen ganze 10 Jahre gedauert hat. Beeindruckend. 

Allerdings denkt man bei jedem einzelnen Schritt abwärts ... dass man die alle auch wieder rauf muss. Puh.

Unten angekommen schlägt uns tosend und schäumend die See entgegen, der Höhleneingang liegt auf Meeresniveau.


Einlass ist zu jeder vollen Stunde, und auch wenn wir den Preis von € 13,00 pro Kopf arg übertrieben finden, lassen wir uns darauf ein. Wenigstens ist hier - anders als seinerzeit in der Grotta di San Giovanni - das Licht an!    ;-D

Schön ist sie natürlich auch.








Mittwoch, 25. Oktober 2017

Man lernt nie aus ...!

Apropos Fisch!

Von Gavinos Frau Silvana dürfen wir Pulposalat probieren und sind vollkommen begeistert! In der Machart ähnlich wie Willis berühmter Pulposalat, aber im Fleisch ganz anders, unserer war bisher auch immer schön zart, aber die Haut mit den Tentakeln hat sich immer vom Tier gelöst, was die ganze Sache oft schon etwas zu weich gemacht hat. Es hat zwar nie dem Geschmack geschadet, war aber eben doch anders. Silvanas Pulpo ist super zart und doch gleichzeitig bißfest. Einfach perfekt!

Sie verrät uns wie es geht:

Anders als wir kocht Silvana den Pulpo nicht in Wasser, sondern im eigenen Saft.  Dazu nimmt sie eine hohe Pfanne mit Deckel, Öl und Knoblauch hinein, den ganzen (geputzten) Pulpo dazu, Deckel drauf und auf kleiner Flamme je nach Größe des Tieres ca. 30 Minuten garen, ab und zu den Pulpo wenden. Nach der Garzeit alles bei geschlossenem Deckel erkalten lassen und anschließend den Salat wie gewohnt anmachen.

Das probieren wir natürlich sofort aus: klappt perfekt! Ab heute nie wieder anders! Nach so vielen Jahren kann man immer noch lernen!

"Molto Grazie, Silvana!"

Der Kochsud ist übrigens eine hervorragende Basis für z.B. Spaghetti mit Meeresfrüchten.




Montag, 23. Oktober 2017

Zuhause in Fertilia

Wir stehen also auf dem kleinen Strandparkplatz vom Lazzaretto, nirgends ist übrigens ein "Camper verboten" Schild zu sehen, oder besser gesagt: eben jenes ist "italienisch sehr fachmännisch" mit Pappe überklebt und macht Reklame für die Bar. Sehr gut!

Es ist herrlich hier! Umso mehr, weil wir überhaupt nicht damit gerechnet hatten, hier überhaupt stehen zu können. 

Gar keine Frage, wir bleiben ein paar Tage, genießen das schöne Wetter, den tollen Strand, immer wieder Gavinos leckeren Café und die Köstlichkeiten, die seine kleine Küche hergibt. Wir sind in netter Gesellschaft von Gisela & Norbert, und zwei Tage später finden sich auch Sonja & Klaus hier ein. 

Mit dem Roller durchstreifen wir die nähere Umgebung und fahren zu den alten Wirkungsstätten von Willi - vier Jahre lang hat er damals über Sommer hier gelebt. Heute ist natürlich vieles anders, die Tauchbasis und "seinen Bauernhof" gibt es nicht mehr, das damalige Hotel vor Ort sieht nicht so aus, als würde es je wieder öffnen, und sein engster Freund Giorgio ist nicht mehr da, er ist leider schon vor vielen Jahren tödlich verunglückt ... Trotzdem sind die vielen schönen Erinnerungen an diese Zeit hier so lebhaft, als wäre alles erst gestern gewesen ...

Auch nach Alghero fahren wir natürlich hin und wieder, denn hier gibt es eine Markthalle mit fangfrischem Fisch! Auch wenn die Preise deutlich höher sind als in Sizilien - das lassen wir uns nicht entgehen!