Samstag, 30. September 2017

In den Bergen des Golfo di Orosei

Die Strecke durch die Berge ist atembraubend schön, ab Baunei, welches noch relatv nah am Meer liegt, gibt es auf gut 60 Kilometer keine Ortschaften mehr, dafür aber grandiose Ausblicke in das hinter uns zurück fallende Tal und die Berge rundum - wieder einmal ändert Sardinien sein Anglitz völlig, plötzlich ist Sand und Strand vergessen und man ist im Gebirge.

Wir halten die Augen offen: nicht selten sieht man hier wild lebende Schweine, und tatsächlich, es dauert nicht lange und da sind welche. 


Sie sind eine Kreuzung aus Haus- und Wildschwein, neugierig kommen die Jungtiere näher, ebenso die Alten, wenn auch sehr viel wachsamer. Anscheinend sind sie es gewöhnt von belustigten Touristen für ein paar Fotos gefüttert zu werden, von uns gibt es leider nix - knipsen tun wir natürlich trotzdem.

Gelegentlich, aber sehr viel seltener sieht mal in solch abgelegenen Gegenden auch mal Wildpferde. Diese sind im Vergleich zu den Schweinen sehr viel scheuer, und heute haben wir mit ihnen kein Glück.








Giro d'Italia

In Santa Maria di Navarese gefällt es uns nicht gut genug, um länger als eine Nacht zu bleiben. Wir fahren weiter, heute liegen die Berge des Golfs von Orosei vor uns. 

Unterwegs wundern wir uns zunächst: Überall in den Ortschaften sieht man rosarot angemalte Fahrräder und Drahtesel, teilweise hübsch geschmückt zieren sie unseren Weg. 


Es dauert eunen Moment, bis wir sie mit der Giro d'Italia (dem italienischen Pendant zur Tour de France) in Verbindung bringen, die offenbar vor nicht allzulanger Zeit stattgefunden hat. Diese verlief anscheinend über genau die Strecke, die wir heute fahren. Und wir staunen nicht schlecht, immerhin schrauben wir uns bis zum Passo Silana auf 1017 Meter Höhe - noch mehr staunen wir, als wir hier oben von zwei Radfahrern überholt werden!


Ob sie auf dem Giro verloren gegangen sind?




Freitag, 29. September 2017

Die Roten Felsen von Arbatax

Am nächsten Tag fahren wir weiter. 

Von anderen Campern hörten wir unlängst, dass es weiter nördlich einen Strandplatz mit einer kleinen Bar gebe, dessen Betreiber gegen kleine Gebühr WoMo's auch für die Nacht stehen liesse. Also fahren wir dort hin.

Angekommen stehen dort tatsächlich Camper, die Bar hat jedoch für dieses Jahr bereits geschlossen, es sieht aber nett aus hier. Allerdings kommt uns zu Ohren, dass auch hier gerade heute die Polizei angetreten ist und darauf hingewiesen habe, dass Übernachten verboten sei. 

Na toll, darauf lassen wir es jetzt nicht ankommen und fahren weiter. 

Wir befinden uns in unmittelbarer Nähe von Arbatax. Weil Sonja & Klaus sie noch nicht kennen, sehen wir uns die berühmten Roten Felsen an, und schießen unser wahrscheinlich 10. Foto davon ... nur die pinken Radel im Vordergrund sind diesmal neu.


Was auch neu ist: man kann hier nicht mehr stehen, der ehemals große Platz ist jetzt im vorderen Bereich durch eine Kette abgetrennt. Schade. 

Aus Ermangelung anderer Möglichkeiten landen wir in Santa Maria di Navarese auf dem offiziellen Stellplatz - es ist offensichtlich so, dass man sich daran gewöhnen muss, nur noch auf Bezahlplätze gehen zu können. Und in diesem Zusammenhang stellen wir wieder einmal etwas resigniert fest: ähnlich wie beim Yachttourismus, "wir" sind heutzutage schlichtweg einfach zu viele ...


Donnerstag, 28. September 2017

SP Bellavista

Die Polizei hat uns zwar nicht aufgefordert, den Platz zu räumen, doch jetzt ist uns der Spaß hier irgendwie vergangenen.

Wir packen zusammen und ziehen um auf den wenige Meter weiter gelegenen Wohnmobil Stellplatz. 

Hier machen wir uns breit, d.h. stellen raus, was die Heckgarage hergibt inklusive Hängematten und Gasgrill. 

Wir Mädels nutzen die Gunst der Stunde und stürzen uns auf die vorhandene Waschmaschine, weing später flattert unsere Wäsche zwischen den Bäumen.

Willi zaubert uns eine leckere Spaghettata und wir genießen. Wäre doch gelacht, wenn uns jemand die Laune vermiest ... auch nicht die Scharen von Wespen, die sich auf unser Abendessen stürzen wollen, und uns frühzeitig die Flucht nach drinnen antreten lassen.









Jähes Ende ...

Wir verbringen traumhafte Tage in Porto Corallo, es ist einfach wunderschön hier.

Wie es heutzutage aber ist: steht irgendwo ein Camper oder zwei, dann sind es bald fünf und bald zehn, und leider ruft das eines schönen Tages die Polizei auf den Plan.

Sie stört sich in erster Linie am "campingähnlichen Verhalten" - sprich: Bestuhlung vor der Tür und Markise draußen.

Leider trifft es Sonja & Klaus, und einen weiteren deutschen Nachbarn. Unsere Stühle stehen zwar auch draußen, aber Sonja & Klaus lassen sie rasch in ihrem Kofferraum verschwinden, weil wir gerade nicht da, sondern auf einem Spaziergang sind. 

Nach zwei verteilten Tickets, welche die Beamten bequemerweise auf Klaus' Tisch ausfüllen, ziehen sie von dannen, es ist nämlich Mittag und die Siesta ruft. 

Die Strafe hat sich allerdings gewaschen! 
€ 206,-- pro Fahrzeug, zu bezahlen auf dem örtlichen Postamt.

Willi und ich haben Glück gehabt, für Sonja und Klaus tut es uns richtig Leid.



Sonntag, 24. September 2017

Zamzupft

Da es Willi und mir in Porto Corallo so gut gefällt und wir uns nicht zum weiterfahren aufraffen können, beschließen unsere beiden Bötle-Bauer herzukommen.

Der arme Klaus kommt natürlich nicht umhin, hier und da unsere hämischen Kommentare einstecken zu müssen, aber selbstverständlich ist die versemmelte Taucherei nichts, was an unserer Freundschaft kratzen könnte. 

Alles ist gut.





Samstag, 23. September 2017

... und zwei zurück

Neue Whatsapp von Sonja & Klaus:


"Seitenstabilisatoren stehen auch daheim ... wahrscheinlich schön neben dem Kiel. Mir packens jetzt ein und erst dahoam wieder aus. Soll wohl so sein."

Das müssen wir jetzt erst einmal verdauen.



Ein Schritt vor ...

Von Porto Corallo aus ist es jetzt nicht mehr weit bis zu dem Campingplatz, auf dem Sonja & Klaus Stellung bezogen haben. 

Per Whatsapp kommen erste Erfolgsmeldungen: das Einpassen des "organisierten" Kiels macht Fortschritte. Fein!


Wir hingegen können uns noch nicht von Porto Corallo losreißen. Heute morgen erinnert übrigens Facebook daran, dass wir genau heute vor vier Jahren mit CAPELLA hier abgelegt haben, Kurs Sizilien. Jetzt isse doch da, die Melancholie ...


Freitag, 22. September 2017

Porto Corallo

Wieder fahren wir ein Stück weiter. Wir meiden allerdings die kurvige Küstenstraße entlang der Costa Rei, denn wir wissen, dass sich hier Hotels an Hotels und Ferienanlagen an Ferienanlagen reihen. 

Zu unserer Überraschung gibt es inzwischen eine "nuova SS125", die in der Tat noch nicht sehr alt sein kann, und die unsere Fahrt rüber an die Ostküste einen Katzensprung werden lässt.

Ruckzuck sind wir also in Porto Corallo. Hier gibt es inzwischen auch einen offiziellen WoMo Stellplatz, der im vorbeifahren sogar ganz nett aussieht, doch wir stellen uns lieber wild neben den Hafen - das "vietato campeggio libero"-Schild haben wir heute einfach mal geflissentlich übersehen ...

Sofort sind viele Erinnerungen wieder da: hier sind wir mit dem Schiff immer aus Sizilien angekommen, froh nach 36 - 38 Stunden Fahrt endlich da zu sein. Ach ja, das war schon recht nett ...






"Hier ist es schön, hier bleiben wir!"

Donnerstag, 21. September 2017

Sant Antioco

Weiter geht es nach Sant Antioco, es ist nicht weit bis dorthin. Auf der Halbinsel angekommen orientieren wir uns nach Norden Richtung Calasetta. 

Auf der Fahrt dorthin fällt uns wieder einmal auf, wie adrett, schmuck und sauber Sardinien geworden ist. Unsere Erinnerungen an die Insel ist noch eine ganz andere.

Auch Calasetta glänzt. Allerdings verwehren uns - wie so häufig- erneute Verbotsschilder für Camper die Zufahrt zur Marina, sondern lotsen uns auf einen zweckmäßigen Parkplatz. Na gut.


Nach unserem Bummel geht es zurück, denn mitten im Verkehr auf einem Stadtparkplatz wollen wir nicht übernachten. Obwohl der Nachmittag bereits angebrochen ist, schlagen wir die Richtung Cagliari ein, kommen gut vorwärts, wider Erwarten ebensogut an der Stadt vorbei und landen abends in der Cala Regina westlich von Villasimius auf einem schönen Freistehplatz.

Wer sagt es denn? Geht also doch (noch)! Jetzt sind wir nach den ganzen "alles verboten"-Schildern wieder etwas versöhnt.

Sobald es dunkel wird, umzingeln uns die obligatorischen Liebespärchen, ansonsten sind wir die Nacht mit dem Meeresrauschen allein.





Vietato - verboten!

Am nächsten Tag brechen auch wir auf. Wir gondeln die Küsten entlang Richtung Halbinsel Sant Antioco.

Unterwegs folgen wir zunächst dem Hinweisschild nach Porto Botte, hier angekommen finden wir eine staubige Straße entlang des Meeres, aber keinen wirklich schönen Platz, um zu verweilen. 

Aber es gibt einen öffentlichen Brunnen - und das passt gut, denn wir könnten Wasser gebrauchen. 

Kaum haben wir den Schlauch in unserem Füllstutzen, fährt ein Auto der Polizia Communale vor, und ermahnt uns mit erhobenem Zeigefinger, unser Tun zu unterlassen.

Wir sind überrascht. Und fragen nach. Es sei "vietato" Wasser zu nehmen. Freundlich haken wir nach, warum das so sei und erklären, dass das doch sonst in Italien auch kein Problem sei. Schließlich fahre Willi schon seit 40 Jahren hierher, habe aber noch nie von einem Verbot gehört ...

Unser Gegenüber - vielleicht 25 Jahre jung - lässt sich nicht beirren, und erklärt, nein, das sei überall so. Sich ein bis zwei Liter in eine Flasche abzufüllen, das wäre okay, aber nicht 30 Liter mit einem Camper.

Ist ja nur gut, dass wir einer Verhaftung entgehen, weil er keine Ahnung hat, wieviel Liter wirklich in unseren Camper passen ...!




Mittwoch, 20. September 2017

Porto Pino

Sonja & Klaus wollen anderntags weiterfahren an die Ostküste der Insel, Willi und mir fehlt hingegen die Lust, schon wieder einen ganzen Tag hinterm Steuer zu verbringen. Also brechen die Zwei auf, während wir beschließen, nach zu kommen und heute einfach zu bleiben, wo wir sind. 

Wir unternehmen ausgedehnte Spaziergänge und finden es wider Erwarten ganz hübsch in Porto Pino.






Mit dem Roller erkunden wir die etwas weitere Umgebung von Porto Pino. Auch dort ganz hübsch, aber im wesentlichen bietet sich - wie auch schon in den letzten Tagen - überall das gleich Bild: kaum nähert man sich einem Parkplatz in Strandnähe, zückt sofort einer den Quittungsblock, obwohl man noch gar keine Anstalten gemacht hat, bleiben zu wollen ...




 

Dienstag, 19. September 2017

Alles irgendwie Murks

Aufgabenstellung des Tages: an der Costa del Sud einen (am liebsten Freihsteh)-Platz finden, den Kiel ans Schlauchboot anpassen und dann in der tollen Topographie dieser Gegend endlich einmal tauchen gehen.

Klingt einfach, ist es aber nicht.

Wir haben das Capo Malfatana im Auge, die Zufahrt soll nach unseren Informationen schwierig sein, und tatsächlich ist mir bei dessen Anblick alles andere als wohl. 

Mit Rücksicht auf mein momentan angeschlagenes Wohlbefinden durch diverse hinter uns liegenden Ratscher, fahren wir weiter nach Chia. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten - dachten wir.

Aber - ach Menno. Überall blecht man hier, noch nicht mal gefallen tun uns die Plätze. Mögliche Freistehplätze gibt es gar nicht, oder sind mit WoMo nicht erreichbar. Und übrigens: die Strände sind alle noch proppenvoll - und das Mitte September! Wir hätten nicht damit gerechnet, dass allerorts noch so viel Betrieb ist.

In Chia machen wir kehrt, es macht keinen Sinn in diese Richtung weiter zu fahren - vor uns liegen die Ausläufer von Cagliari, dort finden wir sicher nicht, was wir suchen.

Also doch Capo Malfantana. Augen zu ...

Sonja & Klaus fahren voraus und haben gerade die Hürde der Zufahrt gemeistert, da ruft uns eine vorbeifahrende Signora mit erhobenem Zeigefinger zu: "No campers!". 

Na super, dann hier also auch nicht. Beim weiterfahren können wir von oben betrachtet in der Tat am Kap keine Camper sehen.

Irgendwann finden wir am Strassenrand in Strandnähe einen Platz zum anhalten, und prompt weisen Hinweisschilder darauf hin: "no dogs allowed" !

Sogar das Betreten des Strandes ist hier unter Androhung einer Strafe von 3.000 € ganz verboten ...


Mittlerweile ist es nach 15:00 Uhr und der Tag damit gelaufen. Wir sind alle ein wenig angefressen - und weil uns nix besseres einfällt, fahren wir zurück nach Porto Pino.

Ganz beiläufig lässt Willi die Bemerkung fallen: "Die Fähre nach Sizilien geht freitags ...!"





Montag, 18. September 2017

An ... und aus ...!

Aufbruch in Buggerru. Heute haben wir einiges vor: Wäsche waschen, Lebensmittelvorräte auffüllen, Stichsäge kaufen und noch ein paar andere Kleinigkeiten besorgen. Dafür bietet sich das Städtchen Iglesias an, der einzige etwas größere Ort in dieser Gegend.

Beim Losfahren leuchten bei uns diverse Warnlampen - unter anderem die für's ABS. Das ist gar aber gar nicht gut: vor uns liegt wieder die Strecke durch die Berge mit den starken Steigungen und Gefällen.

Klaus und Willi werfen nochmals einen prüfenden Blick in den Sicherungskasten und siehe da: eine war tatsächlich verkehrt gesteckt. Nun ist alles klar, wir können los.

Kurz vor Iglesias meint Willi: "Bin ich froh, dass das nur eine Kleinigkeit war, ich sah uns schon in Cagliari in eine IVECO Werkstatt fahren."

Er sprach's und just in dem Moment fängt unser Motor an zu stottern ... Wir fahren rechts ran - und er geht aus ...

Nach mehreren Startversuchen, bei denen der Motor jeweils nach Sekunden ausgeht, bleibt er an. Wir fahren weiter.

Nachdem unsere Wäsche gewaschen ist und wir eingekauft haben, lässt sich unser OCEVI aber zu nichts mehr überreden - der Motor will einfach nicht anbleiben. Wir vermuten entweder ein elektronisches Problem, oder etwas an der Dieselzufuhr. Es nutzt alles nicht, wir brauchen Hilfe.

Im Internet finden wir einen IVECO Service, kaum eine Stunde später ist jemand da. Wieder einmal sind wir von IVECO beeindruckt, wie zuverlässig das klappt.


Auch der Mechaniker hat sofort das Dieselsystem in Verdacht, die Dieselpumpe geht und spritz munter bei abgezogenen Schläuchen, also guckt er sich den Filter an. Er will ihn austauschen, hat aber nicht den richtigen an Bord. Aber bekommt uns flott und lotst uns in seine Werkstatt. 

Dort kümmert man sich sofort um uns, wechselt den Filter und - tadaa - alles wieder gut!

Es ist nicht der Platz unserer Wahl, aber weil wir ihn kennen landen wir für die Nacht in Porto Pino. Der offizielle Stellplatz ist bereits im Winterschlaf, stehen kann man trotzdem, Astrid & Fridolin sind auch da.

Es ist bereits finster als wir ankommen, plötzlich war der Tag lang, und wir sind alle vier müd'. Zum kochen hat von uns keiner mehr Lust. Fridolin weiß von einer Pizzeria in der Nähe. Dankbar lassen wir uns dort nieder und bedienen - ein schöner Abschluss eines in Summe anstrengenden Tages.

Sonntag, 17. September 2017

Strandpiraten

Oberhalb des Hafens von BUGGERRU liegt ein Gelände, auf dem zahlreiche Schiffchen und Boote ein äußerst trauriges Dasein fristen. Klaus und Willi streunen gerne dort herum und geben sich Tagträumen hin, aus welchen dieser armseligen Überreste man wieder ein flottes Bötchen machen könnte, ganz besonders Willi hat da eines im Auge ... Mehrfach hören wir von verschieden Einheimischen, dass all diese Boote aufgegeben seien und die Gemeinde den Platz räumen will, um ihn anderweitig zu nutzen.

Am Sonntag kommt Klaus von einem Spaziergang zurück und meldet: "Ich habe einen Kiel gefunden, mich aber nicht getraut, ihn mitzunehmen!"

Gemeinsam ziehen wir los und tatsächlich - mitten zwischen Grümpel und Unrat liegen zwei Kielteile, die mit ein bißchen Bearbeitung passen könnten! 

Wir schultern die beiden Teile und retten sie damit vor ihrer sicheren Verschrottung.

Hurra, jetzt könnte es doch noch was werden mit unserer Taucherei!





Samstag, 16. September 2017

Chirurgischer Eingriff

Kurzer Rückblick: als wir vor ein paar Tagen auf dem Agriturismo aufgebrochen sind, habe ich Willi über das Gelände und durch die Durchfahrten dirigiert. An dem Ausfahrtstor war alles okay, ich wähnte den OCEVI "durch", wandte mich ab um noch den Müll weg zu bringen, da machte es: "RAAATSCH!" 

Nun hing unsere Stoßstange richtig in Fetzen - mit Klebeband fixierten wir sie, damit wir sie nicht ganz verlieren.

"Das war kein fahrerischer Fehler", meinte Willi. "Der blöde Torpfosten hat nachgetreten, ganz klar!"

Jaja, so war es, ganz sicher ...


Zurück nach BUGGERRU. Nun, da wir nicht tauchen gehen (es wäre sowieso nicht der richtige Seegang dazu), haben Willi und Klaus Zeit, sich um unseren Trümmerhaufen zu kümmern. 

Die Kabel unserer Heckleuchten sind alle durch. Klaus lötet. 


Nicht nur die Kabel waren kaputt, auch diverse Sicherungen hat es zerschossen, es beginnt die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Für Stunden hört man:

"Brennt es jetzt?"
"Nein"
"Jetzt?"
"Nee, nix!"
"Oh ...!"
"Jetzt?"
"Links ja!"
"Ah ...!"
"Nee, aus!"
"Und jetzt?"
"Nix!"
"Ja, jetzt!"

Soweit so gut, das war die elektrische Geschichte, schöner aussehen tut sie noch nicht. 

Es dauert noch einmal eine Weile und es wird aus dem da:


wieder das da:



Fast schöner als vorher! Geht doch!

;-D






Freitag, 15. September 2017

Ozapft is ...!

Jedenfalls blasen wir wegen des vergessenen Kiels nicht lange Trübsal, statt dessen feiern wir unseren bayrischen Abend: Sonja und Klaus haben das richtige Bier dabei, Willi und ich extra für diesen Anlass als Überraschung für Sonja & Klaus die richtigen Klamotten im Gepäck:


"Ozapft is ...!" und alles ist gut!


Da fehlt was!

Am nächsten Morgen schreiten Sonja & Klaus zur Tat, entladen ihr Schlauchboot und beginnen es aufzupumpen.



Als Willi und ich uns fertig den Schlaf aus den Augen gerieben haben und zur Hand gehen wollen ... äh ... was ist das? Sonja & Klaus packen wieder zusammen!? 

Sie haben den Kiel des Bootes zuhause vergessen! 

Oh nein ...! Ohne Kiel, kein Boot - ohne Boot, keine Tauchfahrt.

Unsere arme Sonja ist zunächst untröstlich und im ersten Moment ärgert sich natürlich auch Klaus, aber es ändert ja nichts. Schade ist es schon, aber wir nehmen es gelassen. So Dinge passieren, und wer weiß - vielleicht ist es für was gut. Wir können ja immer noch von Land aus tauchen, wenn sich was ergibt.



Donnerstag, 14. September 2017

Auf der Suche

Zwei Tage bleiben wir auf dem Agriturismo, ehe es uns zurück ans Meer zieht, denn nun würden wir sehr gerne mal tauchen gehen.

Gemeinsam studieren wir die Landkarte und entscheiden uns, ein Stückchen unseres Weges wieder zurück zu fahren: in FUNTANAMARE war uns bereits auf der Herfahrt ein großer Parkplatz mit einem Slip für Boote ins Auge gefallen, der seinerzeit aber wegen der schweren See ausgeschieden war.  

Als wir heute dort ankommen, hat sich das Meer zwar beruhigt, aber dafür ist jetzt der Parkplatz rappelvoll, und an der Einfahrt hält der obligatorische Parkplatzwächter die Hand auf. Das hatten wir uns so nicht vorgestellt, aber überdies ist auch gar kein Platz mehr für uns.

Eine andere Strandzufahrt in der Nähe ist auf 3,5 Tonnen beschränkt - also auch nix für uns.

Ein paar Kilometer weiter kommen wir an der alten Bergbausiedlung MASUA vorbei. Der hiesige Stellplatz liegt zwar schön terrassiert, aber hoch über dem Wasser, mit dem Schlauchboot kommen wir da nicht runter ...

Also - was tun? Nun bietet sich für heute eigentlich nur noch BUGGERRU an. Wieder schrauben wir uns über enge Serpentinen 13 %ige Steigungen hinauf und bringen bergab auch im kleinsten Gang noch unsere Bremsen zum glühen, bevor wir am Nachmittag wieder dort ankommen, wo wir schon waren: BUGGERRU.

"Hier ist es schön, hier bleiben wir!" Basta.














Dienstag, 12. September 2017

Agriturismo Costa del Sud

Der neue Tag wird im wahrsten Sinne des Wortes eingeläutet: Hunderte von Ziegen trotten über die Felsen links der Bucht und an unseren Wohnmobilen vorbei, unaufhörlich bimmeln ihre Glöckchen, die Jungtiere rufen blöckend nach ihren Müttern - quasi mein erstes Ständchen für heute, denn: tante auguri a me.

Nach einem schönen Geburtstags-Frühstück rühren mich alle mit ihren Gaben zu Tränen - allen voran Klaus, der mir eine seiner Gitarren schenkt ... wow! Jetzt fehlt nur noch, dass ich halb so gut spielen kann, wie Sonja und er!

So schön es hier am Strand ist, zum einen möchten wir die Gastfreundschaft nicht überstrapazieren, zum anderen möchten wir zur Feier des Tages heute Abend gerne essen gehen. Also begeben wir uns auf die Suche.

Größere Ortschaften gibt es in dieser Gegend nicht. Verschiedene Agriturismen, die wir bereits am Vortag angesehen hatten, waren geschlossen. In Sonjas Reiseliteratur wird der AGRITURISMO COSTA DEL SUD in unserer Nähe beschrieben, welcher ganzjährig geöffnet haben soll. 

Und tatsächlich, ein wirklich schönes Gelände, sehr gepflegt, mit schönem Swimmingpool und Sanitäranlagen, Grillstationen und hübscher Bepflanzung. 

Es gefällt uns sehr gut und ist mal was ganz anderes als immer nur Strand. Da kaum noch andere Gäste da sind, haben wir den Pool für uns alleine und genießen ihn ausgiebig - obwohl das Wasser eiskalt und seeehr erfrischend ist!




Wir verbringen gelassene Stunden, genießen Sonjas selbst gebackenen Geburtstagskuchen:


... und stimmen uns ein mit einem Aperitivo: 


bevor wir "zum Nachbarn" essen gehen, denn unser Agriturismo hat keine eigenes Lokal mehr. Astrid & Fridolin gesellen sich zu uns und wir verbringen einen netten Abend bei gut bürgerlicher Küche.

Es war ein wunderschöner Tag, ich bedanke mich bei allen von Herzen für die vielen schönen Momente und Stunden!








Montag, 11. September 2017

Ein Wiedersehen

Während wir mit den Rücklichtern unserer Stoßstange den Himmel anleuchten, fahren wir weiter und zurück an die Küste. Ab Porto Budello ostwärts beginnen wir mit der Stellplatzsuche. 

Die Küstenstraße ist kurvig, wenig befahren und hier und da gibt es kleine Abzweigungen ins Gelände, auf denen man stehen könnte, die uns aber irgendwie alle nicht anlachen.

Und so landen wir schließlich an der Stelle, an der -wie wir wissen- Astrid & Fridolin mit ihrem WoMo stehen. Das Gelände ist in Privatbesitz, der Eigentümer anwesend, und auf Anfrage ist er so freundlich und lässt uns mit unseren beiden Strassenschiffe für die Nacht dort stehen.

Das ist aber nett. Mit Astrid & Fridolin gibt's natürlich ein großes Hallo - es ist nun gute zwei Jahre her, dass wir uns zuletzt in Portugal gesehen haben.






Grotta di San Giovanni

Und Nach ein paar Tagen brechen wir unsere Zelte in Buggerru ab - eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht. Zwar regnet es nicht mehr, aber der Mistralwind steht erneut stark auf die Westküste der Insel, die See brodelt, an Tauchen ist überhaupt nicht zu denken.

Unser grobes Ziel ist der Süden Sardiniens, hier finden sich Buchten, die etwas gegen den Nordwestwind geschützt sind. 

Auf dem Weg dorthin kommen wir in die Gegend der Stadt Iglesia. Hier bunkern wir und fahren dann zunächt weiter in den Nachbarort Domusnovas. Vor guten 15 Jahren haben Willi und ich hier eine tolle Grotte besucht, also wollen wir heute nochmals dorthin. 

Wir folgen der Beschilderung. Auf der Zufahrt stellen wir fest: die Bäume rechts und links sind in den letzten 15 Jahren um einiges gewachsen. Endlich am Ziel merken wir: den gleichen Weg geht es gar nicht zurück - wir sind auf einer Einbahnstraße. Das hatten wir so nicht in Erinnerung. Und - oje - direkt vor der Grotte sind zwei Hindernisse ... zum einen plötzlich seeehr eng stehende Olivenbäume (aber dadurch, das klappt noch) und eine Senke, die beim bloßen Betrachten nichts Gutes verheißt! Und so ist es auch, es geht nur mit Schwung, einem seeehr lautem Kratzen, Schrammen auf der Straße und einem überaus häßlichem Endergebnis:



Autsch! Na, sauber. Ich bin ja nur froh, dass die Stoßstange bereits diverse andere Feindberührungen hatte. Jetzt wird es Zeit, dass die bald mal ganz abfällt, damit es endlich eine neue gibt ...!

So. Da wären wir also. Als wären es der Widrigkeiten nicht genug, entpuppt die Grotte als kleine Enttäuschung. Seinerzeit war sie wunderschön beleuchtet. Heute ist es in ihr zappenduster, bereits nach wenigen Schritten sehen wir die Hand vor Augen nicht mehr. 


Also holen wir unsere Taschen- und Tauchlampen. Erstere erweisen sich als Witz, letztere vermitteln doch ein wenig die Schönheit der Stalagmiten und Stalaktiten. Durch die Grotte führt eine geteerte Strasse, so sind wir wenigstens vor Stolperfallen gefeit. Einen guten Kilometer geht es durch die Finsternis, begleitet vom leisen Fiepen der Fledermäuse ehe wir den Ausgang an der Nordseite der Grotte sehen. Zurück geht es auf demselben Weg durch bizarre Felsformationen, auf die noch niemals ein Sonnenstrahl gefallen ist ...

Unsere Weiterfahrt zurück nach Domusnovas ist eine Lachnummer! Auf unserer Karte gibt es die Strasse gar nicht, aber sie ist breit ausgebaut und auch keine Einbahnstraße, locker passten hier zwei Reisebusse aneinander vorbei. Das hätten wir mal besser vorher wissen müssen ...